Die Kanarischen Inseln verzeichnen weniger Übernachtungen, obwohl die Preise steigen. Im Juni registrierte das kanarische Statistikamt ISTAC knapp 7,43 Millionen Übernachtungen, was einem Rückgang von 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Gleichzeitig stieg der durchschnittliche Zimmerpreis auf 112,37 Euro pro Nacht (+5,2 Prozent). Diese Entwicklung verändert das Verhalten der Feriengäste und zwingt Veranstalter sowie Hotels, ihre Angebote anzupassen.
Weniger Nächte, gleichbleibende Ausgaben pro Tag
Die Kombination aus steigenden Preisen und sinkenden Übernachtungszahlen deutet darauf hin, dass Gäste ihre Gesamtausgaben nicht proportional erhöhen. Stattdessen versuchen viele, die Kosten zu senken, indem sie ihre Aufenthaltsdauer verkürzen. Reiseveranstalter reagieren bereits auf diesen Trend: Pauschalangebote werden so gestaltet, dass sie kürzere Aufenthalte abdecken oder die Anzahl der inkludierten Nächte reduziert wird. Das wirkt sich unmittelbar auf die Statistik der Übernachtungen aus.
Auswirkungen für Reisende und Anbieter
Für Feriengäste bedeutet die Entwicklung vor allem, dass sie ihre Prioritäten neu setzen müssen. Möglich sind folgende Konsequenzen:
- Kürzere Reisen: Statt einer Woche werden häufiger nur noch wenige Tage gebucht.
- Mehr Fokus auf Tagesbudget: Höhere Hotelpreise führen zu Einsparungen bei Aktivitäten oder Verpflegung.
- Veränderte Pauschalangebote: Reiseveranstalter bieten öfter kürzere Pakete oder passen Leistungen an.
Für Hotels und die lokale Tourismuswirtschaft kann das kurzfristig zu Einbussen bei der Auslastung führen, auch wenn der höhere Tagespreis gewisse Effekte abfedert. Langfristig hängt die Entwicklung von der Preisentwicklung gegenüber der allgemeinen Teuerung ab: Steigen die Preise schneller als die Löhne, dürfte die Nachfrage weiter unter Druck geraten.
| Indikator | Juni (gemäss ISTAC) | Veränderung |
|---|---|---|
| Übernachtungen | 7,43 Millionen | -1,8 % |
| Durchschnittlicher Zimmerpreis | 112,37 Euro/Nacht | +5,2 % |
Regionale Unterschiede: La Palma als Ausreisser
Nicht alle Inseln folgen dem gleichen Muster. Während die Gesamtbilanz rückläufig ist, sticht La Palma hervor: Dort stiegen die Übernachtungen im Berichtszeitraum um über 40 Prozent. Solche lokalen Unterschiede sind wichtig für Reisende, die gezielt Destinationen mit wachsender Beliebtheit oder besseren Preis-Leistungs-Verhältnissen suchen.
Praktische Tipps für Schweizer Ferienplaner
Wer als Schweizerin oder Schweizer eine Reise auf die Kanaren plant, sollte folgende Punkte beachten:
- Buchungsdauer prüfen: Vergleichen Sie Pauschalangebote genau – gleiche Preise können unterschiedlich viele Nächte beinhalten.
- Flexibel bleiben: Kürzere Aufenthalte können günstiger wirken, sind aber oft weniger erholsam; rechnen Sie Gesamtaufwand und Reisekosten ein.
- Regionale Unterschiede nutzen: Inseln mit steigender Nachfrage wie La Palma bieten manchmal besondere Angebote oder neue Aktivitäten.
- Alternative Reisezeiten in Erwägung ziehen: Nebensaison kann entspannter und preiswerter sein.
Die Entwicklung auf den Kanaren ist ein Beispiel dafür, wie Preissteigerungen Reisegewohnheiten verändern können. Für die Branche bedeutet dies, dass Produktportfolios, Preismodelle und Marketingbotschaften überprüft werden müssen. Für Reisende lohnt sich inzwischen ein genauer Blick auf die Details von Angeboten – nicht nur auf den Endpreis, sondern auf die inkludierten Leistungen und die Aufenthaltsdauer.
Quelle: Zusammenfassung von Angaben des kanarischen Statistikamts ISTAC und Berichten von "Teneriffa News".