Die iranische Führung hat offen eingeräumt, dass der andauernde Krieg mit den USA und die damit verbundenen Sanktionen die Wirtschaft des Landes massiv beeinträchtigen. Gleichzeitig bekräftigte Teheran, nicht einzulenken und sich gegen den Druck zu wehren. Ziel sei es, die Kontrolle über die strategisch wichtige Strasse von Hormus zu behalten und innenpolitische Schäden wie Inflation und Arbeitslosigkeit zu bekämpfen.
Regierungsziele und eingestandene Schäden
Staatliche Medien verbreiteten eine Erklärung der Führung, wonach der Iran trotz der neuen US-Wirtschaftssanktionen durchhalten werde. Die Regierung kündigte an, die diplomatischen Bemühungen fortzusetzen, die Inflation zu dämpfen, Arbeitsplätze zu schaffen, die heimische Produktion zu fördern und die Abhängigkeit vom Dollar schrittweise zu verringern.
Konkrete Zahlen nennt die Führung in Teilen: Aussenhandelsvolumen und Exporte sind deutlich gesunken. Präsident Massud Peseschkian erklärte, dass der iranische Aussenhandel «unter der Last von US-Sanktionen und einer US-Seeblockade um fast 35 Prozent eingebrochen» sei. Diese Einräumung signalisiert, dass die Wirtschaftslage erheblich ist und bereits messbare Auswirkungen auf den Handel hat.
Rhetorik gegen die USA – innenpolitischer Druck
Die iranische Führung verurteilte die US-Sanktionen scharf. Das Aussenministerium bezeichnete die Strafmassnahmen als «Staatsterrorismus» und als Verbrechen gegen die Menschlichkeit; man betonte, die Sanktionen gefährdeten die Lebensgrundlagen von Millionen Menschen. In dieser Tonlage signalisierte Teheran Entschlossenheit, zugleich aber auch Anerkennung der wirtschaftlichen Folgen des Konflikts.
"Die US-Sanktionen sind Staatsterrorismus und ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit."
Der oberste Führer Ajatollah Modschtaba Chamenei – der nach einer Verletzung bei einem Angriff, bei dem sein Vater Ali Chamenei getötet wurde, zuletzt nicht öffentlich aufgetreten ist – forderte in einer schriftlichen Erklärung die Regierung auf, die wirtschaftliche Notlage der Bevölkerung zu bekämpfen. Diese interne Aufforderung unterstreicht den politischen Druck auf die Exekutive, kurzfristig sichtbare Entlastungsmassnahmen zu ergreifen.
Internationale Dimension: Drohungen und Ausnahmen
Die USA haben die Sanktionen verschärft und drohen Ländern und Unternehmen, die weiterhin Geschäftsbeziehungen zum Iran pflegen, mit Sekundärsanktionen. Gleichzeitig verzichtete Washington vorerst auf unmittelbare Strafmassnahmen gegen wichtige iranische Handelspartner wie China und Indien, um negative Folgen für die eigene und die weltweite Wirtschaft zu vermeiden. Diese Abwägung zeigt, dass die USA bei der Sanktionierung auch geopolitische und ökonomische Spillover-Effekte berücksichtigen.
Wirtschaftliche Gegenstrategien Teherans
Als Reaktion auf die Lage verfolgt Teheran mehrere Parallelstrategien:
- Stärkung der heimischen Produktion zur Verringerung von Importabhängigkeiten;
- Schrittweise Reduktion der Abhängigkeit vom US-Dollar im Aussenhandel;
- Fokus auf Inflationsbekämpfung und Schaffung von Arbeitsplätzen zur Stabilisierung der Binnenwirtschaft.
| Wirtschaftlicher Effekt | Genannte Antwort Teherans |
|---|---|
| Rückgang Aussenhandel | Förderung inländischer Produktion, Diversifizierung von Handelspartnern |
| Inflation, Arbeitsplatzverlust | Massnahmen zur Inflationsbekämpfung, Schaffung von Jobs |
| Abhängigkeit vom Dollar | Schrittweise Verringerung der Dollarabhängigkeit |
Diese Strategien könnten mittelfristig die Resilienz gegenüber Sanktionen erhöhen, bergen aber kurzfristig Risiken, etwa durch weitergehende Isolation vom Weltmarkt, Investitionszurückhaltung und zusätzliche Belastungen für Verbraucher.
Folgen für die Schweiz und die Weltwirtschaft
Die Lage im Iran wirkt sich indirekt auf globale Märkte aus: Störungen im Handel, mögliche Einschränkungen des Öltransits durch die Strasse von Hormus sowie Unsicherheit über weitere Eskalationen können Preise und Lieferketten beeinflussen. Für die Schweiz bedeutet dies vor allem erhöhte Wachsamkeit bei Firmen mit Geschäftsbeziehungen in der Region und bei Finanzdienstleistern, die Sanktionen beachten müssen.
Teherans Ankündigung, trotz wirtschaftlicher Schäden nicht nachzugeben, deutet auf eine anhaltende Phase wirtschaftlicher Belastungen und geopolitischer Spannungen hin. Entscheidend bleibt, ob diplomatische Kanäle eine Deeskalation ermöglichen und ob internationale Akteure bereit sind, Ausnahmelösungen zu finden, um humanitäre Folgen abzufedern.