Am vergangenen Wochenende kam es im Kanton Luzern zu mehreren Verkehrsunfällen, nachdem zwei Zweiradlenker vor Polizeikontrollen geflüchtet waren. Beide Personen mussten nach den Unfällen hospitalisiert werden. Zusätzlich verzeichnete die Luzerner Polizei mehrere weitere Zwischenfälle, darunter Kollisionen mit parkierenden Fahrzeugen sowie Auffälligkeiten wegen Alkoholkonsums.
Flucht aus Knutwil: Töffli mit zwei Personen
In Knutwil wollte eine Polizeipatrouille am Sonntagmorgen gegen 04:00 Uhr ein Töffli kontrollieren, auf dem entgegen der Vorschriften zwei Personen unterwegs waren. Der Lenker missachtete das Haltesignal, touchierte dabei einen Polizisten und setzte die Fahrt fort. Kurz darauf prallte das Töffli gegen einen stehenden Wagen. Der Fahrer sowie sein Mitfahrer stürzten, liefen anschliessend zu Fuss davon. Die Polizei stellte den 14-jährigen Lenker.
Bei den anschliessenden Tests reagierten sowohl der Alkohol- als auch der Drogenschnelltest positiv. Das verunfallte Töffli fing nach dem Aufprall Feuer.
Dagmersellen/Buchs: E-Bike-Fahrer verletzt
Bereits in der Nacht auf Samstag wurde im Dagmerseller Ortsteil Buchs ein 38-jähriger E-Bike-Lenker kontrolliert. Auch er missachtete ein Haltesignal und fuhr auf der Gegenfahrbahn weiter. Als ein weiterer Polizist eingriff, kam es zur Kollision zwischen dem E-Bike-Fahrer und dem Beamten; der Mann stürzte und wurde verletzt ins Spital gebracht. Der Polizist blieb unverletzt. Die Staatsanwaltschaft ordnete Blut- und Urinentnahme an.
Weitere Unfälle und Alkoholeinsätze
Neben diesen beiden Fällen meldete die Luzerner Polizei mehrere zusätzliche Unfälle und Einsätze:
- In Schötz kollidierte ein 14-jähriger E-Trottinett-Fahrer frontal mit einem Auto.
- In Sursee fuhr eine 85-jährige Autofahrerin auf einem Parkplatz in mehrere parkierten Fahrzeuge; dabei wurden eine 30-jährige Fussgängerin und ein Hund verletzt. Der entstandene Sachschaden wird auf rund 20'000 Franken geschätzt.
- Weitere Töffunfälle ereigneten sich in Dagmersellen, Emmenbrücke und Römerswil; alle drei Töfffahrer mussten verletzt ins Spital gebracht werden.
- Die Polizei stoppte zudem mehrere alkoholisierte Fahrzeuglenker: Ein Lieferwagenfahrer zeigte bei einer Atemalkoholprobe 1,56 Promille (entspricht 0,78 mg/l). Auf der A2 bei Rothenburg fiel ein 48-Jähriger mit 1,14 Promille auf.
| Ort | Fahrzeug | Alter / Folge |
|---|---|---|
| Knutwil | Töffli (2 Personen) | 14-jähriger Lenker; Feuer, Spital |
| Buchs (Dagmersellen) | E-Bike | 38-jähriger Lenker; verletzt, Spital; Blut-/Urinentnahme |
| Schötz | E-Trottinett | 14-jähriger Fahrer; frontal mit Auto |
| Sursee | Auto (Parkplatz) | 85-jährige Fahrerin; 30-jährige Fussgängerin und Hund verletzt; ca. 20'000 Fr. Schaden |
Konsequenzen und Ermittlungen
Die Fälle werden von der Luzerner Polizei zusammen mit der Staatsanwaltschaft abgeklärt. Bei Delikten mit Flucht vor der Kontrolle sind neben strafrechtlichen Folgen für die Betroffenen auch administrative Massnahmen möglich. In mindestens einem der Fälle ordnete die Staatsanwaltschaft probatorische Blut- und Urinentnahmen an, um den Zustands- und Alkoholkonsum zu klären.
Hinweise für Verkehrsteilnehmende
Die jüngsten Ereignisse zeigen, dass Kontrollen und das Ignorieren von Haltesignalen zu schweren Unfällen führen können. Fahrzeuglenkende, insbesondere jüngere Zweiradfahrerinnen und -fahrer, sollten sich der Risiken und der geltenden Verkehrsregeln bewusst sein. Wer alkoholisiert oder unter dem Einfluss von Drogen ein Fahrzeug lenkt, gefährdet nicht nur sich, sondern auch andere Verkehrsteilnehmende.
Die Polizei ruft Zeuginnen und Zeugen auf, Beobachtungen zu melden und bei Verkehrsunfällen Ruhe zu bewahren, Erste Hilfe zu leisten und Rettungsdienste zu alarmieren. Weitere Informationen zu laufenden Ermittlungen gibt die Luzerner Polizei, die wegen der Häufung von Einsätzen derzeit verstärkte Präsenz im Strassenverkehr zeigt.
Für Touristinnen und Touristen im Kanton Luzern gilt: Besonders in den Sommermonaten ist mit erhöhter Zweiradnutzung zu rechnen. Rücksichtnahme, Helmtragen und die Einhaltung von Vorschriften tragen wesentlich zur eigenen Sicherheit bei.