Hohe Aussentemperaturen können nicht nur den Kreislauf belasten, sondern auch die Sicherheit und Wirksamkeit von Arzneimitteln beeinträchtigen. Die gesetzliche Krankenkasse BKK Pfalz weist auf diese Gefahr hin und lädt für den 24. August, 18 Uhr, zu einer kostenlosen Online-Informationsveranstaltung mit dem Mannheimer Apotheker Oliver Petrig ein.
Warum Hitze ein Arzneimittelrisiko darstellt
Viele Medikamente sind für die Lagerung bei sogenannter Raumtemperatur ausgelegt, das heisst zwischen 15 und 25 °C. Steigen die Temperaturen in Wohnungen oder Autos dauerhaft darüber, kann dies zwei Probleme verursachen: Zum einen vermindert sich die Wirksamkeit des Wirkstoffs, zum anderen können sich Zersetzungsprodukte bilden, die Nebenwirkungen verstärken oder neue Risiken schaffen. Besonders empfindlich gegenüber Hitze sind Präparate, bei denen die Wirkstoffe biologisch oder chemisch instabil sind.
Welche Arzneimittel besonders betroffen sind
Die BKK Pfalz nennt exemplarisch Präparate, die sich schlecht mit hohen Temperaturen vertragen. Dazu gehören unter anderem Insulin und Betablocker. Bei Insulin kann Hitze die Stabilität und damit die zu erwartende Blutzuckerkontrolle beeinträchtigen. Betablocker wiederum könnten bei veränderter Stabilität in ihrer Wirkung schwanken, was für Herz- und Kreislaufpatientinnen und -patienten problematisch ist.
- Empfohlene Lagerungsbedingungen: 15–25 °C, trocken und dunkel
- Besonders hitzeempfindlich: Insulin, Betablocker (Beispiele aus der Informationsmeldung)
- Praktische Folge: Medikamente nicht in heissen Autos oder an sonnigen Fenstern aufbewahren
Praktische Hinweise und Angebot der Krankenkasse
Die BKK Pfalz bietet die Online-Veranstaltung kostenlos an und stellt Informationen bereit unter www.bkkpfalz.de/35grad. Zuständig ist die Krankenkasse mit Sitz in Ludwigshafen, die laut eigenen Angaben seit 1923 besteht, rund 350 Beschäftigte hat und etwa 140 000 Versicherte betreut. In ihrer Mitteilung betont die Kasse, dass Klimaschutz auch Gesundheitsvorsorge bedeute und man deshalb Prävention und Gesundheitsförderung ausbauen wolle.
| Aspekt | Empfehlung |
|---|---|
| Lagerungstemperatur | 15–25 °C, trocken, dunkel |
| Gefährdete Präparate | Insulin, Betablocker (als Beispiele genannt) |
| Vorsichtsmassnahmen | Nicht im Auto lassen; Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung |
Konsequenzen für Patientinnen und Patienten
Für chronisch Kranke, ältere Menschen und Personen mit komplexen Therapieplänen können veränderte Wirkstoffkonzentrationen ernsthafte Folgen haben. Eine verringerte Wirksamkeit kann beispielsweise zu schlechter eingestelltem Blutzucker oder instabiler Blutdruckkontrolle führen. Um Fehlwirkungen zu vermeiden, empfiehlt sich folglich:
- Regelmässige Kontrolle, wo Arzneimittel zuhause gelagert werden
- Rücksprache mit Apothekerinnen, Apothekern oder behandelnden Ärztinnen/Ärzten bei Unsicherheit
- Nutzung von Kühltaschen oder geeigneten Boxen für hitzeempfindliche Präparate bei Transport oder Ferienreisen
Die Informationsveranstaltung der BKK Pfalz will diese Punkte erklären und praktische Tipps geben. Interessierte finden Details und die Möglichkeit zur Teilnahme auf der Website der Kasse. Die Sensibilisierung für hitzebedingte Gesundheitsrisiken gehört zu den Präventionsaufgaben, die Krankenkassen laut BKK Pfalz angesichts der Folgen des Klimawandels verstärkt angehen sollten.
Kontakt und weitere Informationen: www.bkkpfalz.de/35grad