Der Vulkan Ätna hat in der Nacht zu einem weitreichenden Reisechaos geführt. Glühende Lavaströme und aufsteigende Aschewolken zwangen die Behörden, den Flugbetrieb am Flughafen Catania auf Sizilien vorübergehend zu stoppen. Der Airport bleibt nach Angaben vorerst bis mindestens 18.00 Uhr geschlossen; eine Verlängerung der Sperre ist möglich.
Flüge gestrichen, Reisende festsitzend
Die Auswirkungen sind deutlich sichtbar: Vor den Schaltern der Airlines bildeten sich lange Schlangen, viele Flüge wurden gestrichen, andere verspätet oder umgeleitet. Familien und einzelne Reisende harrten mit ihren Koffern auf den Sitzbänken aus. Für zahlreiche Betroffene begann damit eine nervenaufreibende Odyssee, wie ein Beispiel einer österreichischen Urlauberin zeigt.
„Es war echt knapp“
Sie wollte ursprünglich am Montagmorgen abfliegen, doch mehrere Flüge wurden zunächst gestrichen, später sagte die Airline ihren Flug ganz ab. Weil sie zu diesem Zeitpunkt noch in ihrer Unterkunft im Zentrum von Catania war, entging sie dem unmittelbaren Chaos am Airport. Der Versuch, über Buchungsportal, App, Chatbot und Kundenservice eine Alternative zu finden, scheiterte fast vollständig; die Systeme waren überlastet und sie verbrachte mehrere Stunden mit Umbuchungsversuchen.
Umwege als Notlösung
Schliesslich entschied sich die Frau für eine komplizierte Verbindung: mehrmaliges Umsteigen und eine Reise über das italienische Festland. Um dorthin zu gelangen, musste sie den Zug nehmen und eine Fährverbindung nutzen, um von Neapel aus abzufliegen. Ihre Erfahrung steht exemplarisch für die Lage vieler Urlauber an der Ostküste Siziliens.
- Direkte Verbindungen ab Catania sind massiv gestört.
- Das Buchungssystem mancher Airlines ist überlastet.
- Alternativen führen oft über andere Flughäfen oder das Festland und verlangen längere Reisewege.
Wer die Region verlassen will und die Möglichkeit hat, weicht auf andere Flughäfen aus. Die Inselhauptstadt Palermo liegt nicht in der Aschewolke und ist derzeit nicht direkt betroffen. Allerdings sind in der Hauptreisezeit viele Verbindungen ab Palermo bereits ausgebucht, wodurch sich die Optionen für Gestrandete weiter verknappen.
Reisebranche unter Druck
Die Störung trifft Reisende und Airlines zugleich. Für Passagiere bedeutet dies unsichere Planung, Zusatzkosten und längere Rückreisezeiten. Für die Fluggesellschaften entstehen erhebliche logistische Herausforderungen: Umbuchungen, Kundenserviceanfragen und die Koordination von Umleitungen belasten die Infrastruktur.
| Status | Betroffene |
|---|---|
| Flughafen Catania | Gesperrt bis mindestens 18.00 Uhr, zahlreiche gestrichene/umgeleitete Flüge |
| Flughafen Palermo | Nicht von Asche betroffen, aber viele Verbindungen ausgebucht |
Lokale Behörden entscheiden laufend über Einschränkungen, abhängig von der Entwicklung der Aschewolken und der vulkanischen Aktivität. Für Reisende gilt weiterhin: Rückfragen bei der Airline, flexible Planung und genügend Zeit für Umsteigeverbindungen einplanen.
Die Situation am Ätna liefert spektakuläre Bilder, gleichzeitig stellt sie für Tausende Menschen vor Ort und auf der Durchreise eine Belastungsprobe dar. Ob und wann der Flughafen Catania den Betrieb normalisieren kann, hängt von der weiteren Entwicklung der Aschewolke ab — und damit auch davon, wie schnell Passagiere wieder regulär nach Hause kommen.
Quelle: dpa-Meldung aus Catania.