In Rheinland‑Pfalz erhielten im Jahr 2025 rund 28 Prozent der Prüfungsteilnehmenden an Hochschulen die Note «sehr gut» oder «ausgezeichnet». Das teilte das Statistische Landesamt in Bad Ems mit. Gegenüber 2025 entspricht dies einem Anstieg um knapp neun Prozentpunkte. Gleichzeitig sank der Anteil der endgültig nicht bestandenen Prüfungen um mehr als drei Prozentpunkte auf 6,8 Prozent.
Konkrete Abschlusszahlen und Fachverteilung
Insgesamt schlossen im Berichtsjahr rund 22'400 Studierende ihre akademische Ausbildung ab. Die Abschlüsse verteilten sich wie folgt:
| Abschlussart | Anzahl (2025) |
|---|---|
| Bachelor | 11'800 |
| Master | 8'300 |
| Sonstige (Promotion, Magister, Diplom) | 2'300 |
Besonders stark vertreten waren Abschlüsse in der Betriebswirtschaftslehre: Sowohl bei den Bachelor‑ als auch bei den Masterabschlüssen meldete dieses Fach die meisten Abschlüsse. Die Lehramtsausbildung bleibt ebenfalls bedeutend: Rund 1'900 Personen erlangten einen lehramtsbezogenen Bachelor of Education, etwa 1'600 schlossen einen Master in einem Lehramtsstudiengang ab.
Einordnung der Entwicklungen
Nach Angaben des Statistischen Landesamts handelt es sich, ausgenommen die Coronajahre, um den niedrigsten Anteil nicht bestandener Prüfungen der vergangenen zehn Jahre. Die Behörde weist damit auf eine langfristige Entwicklung hin, die durch die jüngsten Werte verstärkt wird: Mehr sehr gute Noten, weniger endgültig durchgefallene Prüfungen.
- Mehr Sehr‑Gut‑Noten: Rund 28% der Prüfungsabschlüsse mit Top‑Bewertung.
- Weniger Nichtbestehen: Endgültig nicht bestanden: 6,8% (Rückgang um >3 Prozentpunkte).
- Starke Nachfrage in BWL: Meiste Bachelor‑ und Masterabschlüsse in Betriebswirtschaftslehre.
Die veröffentlichten Zahlen erlauben verschiedene Interpretationen, ohne dass das Statistische Landesamt in der Mitteilung selbst Ursachen benennt. Möglich sind sowohl Effekte veränderter Prüfungsordnungen, unterschiedliche Prüfungsdichten in Fächern, veränderte Studierendenprofile als auch Rückwirkungen der vergangenen Pandemiejahre auf Studienverläufe und -leistungen. Ebenso denkbar sind methodische Einflüsse wie veränderte Bewertungspraktiken oder Prüfungsformate, die sich auf Notenverteilungen auswirken.
Folgen für Hochschulen und Lehrkräftebedarf
Steigende Anteile sehr guter Noten und sinkende Durchfallquoten haben praktische Konsequenzen: Sie können Einfluss auf die Auswahlverfahren für weiterführende Studiengänge und auf die Positionierung der Hochschulen haben. Für die Lehramtsausbildung sind die Zahlen bedeutsam: Mit rund 1'900 Bachelor of Education und 1'600 Masterabschlüssen im Lehramt liefert Rheinland‑Pfalz einen relevanten Beitrag zur künftigen Lehrerinnen‑ und Lehrerinnenversorgung. Ob die Abschlüsse regional mit dem tatsächlichen Bedarf an Lehrpersonen korrespondieren, lässt sich aus den vorliegenden Zahlen allein nicht ablesen.
Die Daten basieren auf den Prüfungszahlen des Jahres 2025 und stammen vom Statistischen Landesamt Rheinland‑Pfalz mit Sitz in Bad Ems. Eine vertiefte Interpretation würde zusätzliche Informationen erfordern, etwa zu Fächerstrukturveränderungen über die Zeit, zu Kohortenunterschieden oder zu Änderungen in Prüfungsordnungen. Die vorliegenden Zahlen bieten jedoch einen klaren Ausgangspunkt für Debatten über Qualität, Chancengerechtigkeit und Arbeitsmarktanbindung akademischer Ausbildungen.