Mit dem Beginn des neuen Schuljahrs mahnt der ADAC in Schleswig‑Holstein zu erhöhter Vorsicht aller Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer. Der Automobilclub weist darauf hin, dass sich das Verkehrsaufkommen morgens schlagartig ändert, wenn Tausende Kinder wieder zu Fuss, mit dem Velo, dem Bus oder dem E‑Scooter unterwegs sind.
ADAC fordert veränderte Fahrweise der Erwachsenen
Rainer Pregla, Sprecher des ADAC Schleswig‑Holstein, betont, Erwachsene müssten ihre Fahrweise an die Kleinsten anpassen: «Mit dem Schulanfang verändert sich das Verkehrsgeschehen vor allem morgens schlagartig.» Der ADAC macht darauf aufmerksam, dass gerade jüngere Kinder Entfernungen und Geschwindigkeiten noch nicht verlässlich einschätzen können und daher zu den schwächeren Verkehrsteilnehmenden gehören.
«Die Zahlen müssen uns wachrütteln», erklärte der ADAC‑Sprecher.
Die Sorgen des Automobilclubs stützen sich auf aktuelle polizeiliche und statistische Daten für das Bundesland. Nach Angaben der Landespolizei ereigneten sich im vergangenen Jahr in Schleswig‑Holstein 1'305 Verkehrsunfälle mit Kindern, was einen Anstieg von 8,8 Prozent gegenüber 2024 bedeutet. Das Statistikamt Nord meldete zudem, dass im Jahr 2025 insgesamt 2'167 Personen unter 18 Jahren verunglückten — ein Zuwachs von 9,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
E‑Scooter als treibende Ursache
Besonders relevant für die Entwicklung ist laut Statistik die Zunahme von Unfällen im Zusammenhang mit E‑Scootern. Etwa die Hälfte des Anstiegs der verunglückten Jugendlichen ist auf die Nutzung dieser Fahrzeuge zurückzuführen. Damit rückt die Diskussion um Verkehrserziehung, Infrastruktur und Verhaltensregeln für leichtmotorisierte Verkehrsmittel erneut in den Fokus.
- 1'305 Unfälle mit Kindern in Schleswig‑Holstein 2025 (plus 8,8% gegenüber 2024)
- 2'167 Verunglückte unter 18 Jahren im Jahr 2025 (plus 9,8%)
- Etwa die Hälfte des Anstiegs hängt mit E‑Scooter‑Nutzung zusammen
| Indikator | Jahr | Veränderung |
|---|---|---|
| Unfälle mit Kindern | 2025: 1'305 | + 8,8% vs. 2024 |
| Verunglückte unter 18 | 2025: 2'167 | + 9,8% vs. 2024 |
Konsequenzen für Schulen, Eltern und Politik
Die Zahlen bedeuten nicht nur ein kurzfristiges Sicherheitsproblem am Schulbeginn. Sie werfen Fragen auf zu Verkehrsplanung, zur Gestaltung von Schulwegen und zu präventiven Massnahmen in der Verkehrserziehung. Für Schulen und Eltern stellt sich die Frage, wie Kinder sicherer unterwegs sein können: gemeinsame Schulwege, beaufsichtigte Trottoirüberquerungen, sichtbare Kleidung und klare Absprachen über das Verhalten im Strassenverkehr spielen eine Rolle.
Gleichzeitig fordert die Entwicklung eine politische Reaktion: Infrastruktur für Velo und Fussverkehr, sichere Haltezonen für Busse vor Schulen sowie Regulierung und Infrastruktur für neue Mobilitätsformen wie E‑Scooter. Die Verantwortung liegt bei vielen Akteurinnen und Akteuren — von Eltern und Lehrpersonen über Gemeinden bis zu kantonalen und nationalen Verkehrssicherheitsstellen.
Für rund 373'000 Kinder und Jugendliche beginnt am Montag das Schuljahr in Schleswig‑Holstein, wie der ADAC anmerkt. Die Organisation ruft deshalb alle Verkehrsteilnehmenden dazu auf, Rücksicht zu nehmen und das eigene Verhalten an die erhöhte Präsenz von Kindern im Strassenraum anzupassen.
Die vorliegenden Zahlen aus Schleswig‑Holstein bieten Anlass, auch in anderen Ländern und Kantonen die Risiken und Präventionsmöglichkeiten zu prüfen — insbesondere angesichts der Verbreitung neuer Mobilitätsformen, die das Unfallgeschehen verändern können.