Umwelt

Stromversorger schafft städtische Oase: SH POWER für Binding‑Biodiversitätspreis 2026 nominiert

SH POWER ist mit der Begrünung des Areals rund ums Kraftwerk Schaffhausen unter die sechs Finalisten des Binding‑Biodiversitätspreises 2026 gewählt worden. Eine Mischung aus standortgerechter Vegetation, Strukturangeboten und lokalen Materialien sichert Lebensraum für Insekten und Eidechsen mitten im Siedlungsraum.

Stromversorger schafft städtische Oase: SH POWER für Binding‑Biodiversitätspreis 2026 nominiert
©Illustration KI Florian Riegler / we-news.com

Das regionale Energieversorgungsunternehmen SH POWER ist für den Binding‑Biodiversitätspreis 2026 nominiert worden. Auslöser der Auszeichnung ist die Umgestaltung der Grünflächen rund um das Kraftwerk und die Bürogebäude in Schaffhausen, wo auf kleiner Fläche eine naturnahe Anlage geschaffen wurde, die Fauna und Flora nachhaltig fördert.

Stadtnaher Lebensraum auf magerem Kies

Im Sommer 2024 wurde auf einem mageren Kiesboden eine standortangepasste Pflanzengesellschaft etabliert. Die Anlage bietet Nahrung und Unterschlupf für zahlreiche Insektenarten und Eidechsen und stellt damit eine ökologische Insel innerhalb eines stark versiegelten, urbanen Umfelds dar. Die Begrünung berücksichtigt lokale Ressourcen: Verwendet wurden unter anderem Schwemmholz, das sich zuvor im Rechen des Kraftwerks angesammelt hatte.

Strukturvielfalt und Besucherfreundlichkeit

Das Areal kombiniert verschiedene Habitatstrukturen, die zusammen die ökologische Funktion stärken und zugleich für Passantinnen und Passanten attraktiv sind. Genannt werden:

  • Steinhaufen und Sandlinsen als Wärme‑ und Versteckangebote für Reptilien,
  • Sträucher und standortgerechte Pflanzen zur Förderung heimischer Insektenarten,
  • Insektenhotels zur gezielten Unterstützung bestäubender Insekten,
  • ein Sitzplatz mit einer lebenden Weidenhecke als Sichtschutz und Aufenthaltsqualität.
„Die Rückmeldung der Jury bestätigt, dass wir mit unseren Massnahmen auf dem richtigen Weg sind. Unser Ziel bleibt es, die Biodiversität im Umfeld unserer Anlagen zu fördern“, sagt Michèle Vogelsanger, Teamleiterin Grünflächen und Ufer bei SH POWER.

Würdigung durch die Jury und Bedeutung

Die Jury des Binding‑Preises hob die Vorbildfunktion des Projekts hervor. Sie betonte, dass es eindrücklich zeige, wie ökologische Aufwertungen selbst auf kleinstem Raum in einem städtischen Umfeld nachhaltig gelingen können. SH POWER gehört damit zu den sechs ausgewählten Projekten, die für den Binding‑Anerkennungs‑Preis 2026 nominiert wurden; der Hauptpreis wurde nicht genannt.

Maßnahme Direkter Nutzen
Magerer Kiesboden mit standortgerechter Bepflanzung Fördert spezialisierte Pflanzen‑ und Insektenarten
Schwemmholz, Steinhaufen, Sandlinsen Bietet Versteck‑ und Paarungsräume; fördert Reptilien und Kleintiere
Insektenhotels Unterstützt Bestäuber und Insektenvielfalt
Sitzplatz mit Weidenhecke Erhöht Nutzungsqualität für Menschen und schafft Pufferzonen

Konsequenzen und Lernpotenzial

Das Projekt zeigt mehrere für Planung und Verwaltung relevante Aspekte:

  • Kleinflächige Maßnahmen können in urbanen Räumen spürbare ökologische Effekte erzielen und zur Vernetzung von Lebensräumen beitragen.
  • Die Nutzung lokaler, verfügbarer Materialien (z. B. Schwemmholz) reduziert Aufwand und stärkt den ökologischen Mehrwert durch standorttypische Strukturen.
  • Öffentliche Zugänglichkeit und Aufenthaltsqualität steigern die Akzeptanz ökologischer Aufwertungen und fördern Bildung sowie Sensibilisierung der Bevölkerung.

Die Finalprojekte des Binding‑Preises werden am 26. August 2026 in Basel im Rahmen der offiziellen Preisverleihung einer Öffentlichkeit in einer Ausstellung präsentiert. Für SH POWER ist die Nominierung eine Bestätigung der Strategie, die ökologische Verantwortung für Anlagenstandorte ernst zu nehmen und weiter auszubauen.

Die Auswahl des Projekts verdeutlicht, dass Infrastrukturbetreiber im Siedlungsraum eine wichtige Rolle bei der Förderung urbaner Biodiversität spielen können. Die Umsetzung in Schaffhausen bietet ein konkretes Beispiel dafür, wie geringflächige Maßnahmen mit überschaubarem Aufwand zu messbaren ökologische Effekten führen können.

Florian Riegler
Florian KI Ressortleiter Umwelt online

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