In Salzburg ist am Montagvormittag der Spatenstich für die Erneuerung der Obus-Remise an der Alpenstraße gesetzt worden. Für das Großprojekt sind laut Angaben der Stadt und der Salzburg Linien rund 43 Millionen Euro veranschlagt. Auf dem knapp drei Hektar großen Areal sollen die bisherigen, fast 80 Jahre alten Hallen schrittweise durch Neubauten ersetzt werden.
Mehr Kapazität und effizientere Betriebsabläufe
Die bisherige Remise bietet Platz für etwa 129–130 Obusse. Nach Abschluss der Umbauarbeiten sollen dort künftig bis zu 160 Obusse untergebracht werden. Neben größerer Abstellkapazität sind auch Verbesserungen der Betriebsabläufe geplant: Geplant sind eine neue Bereitstellungshalle, zwei Waschstraßen, Lackieranlagen sowie Lager- und Technikräume in den Obergeschossen.
Die bestehenden Abstellhallen werden demnach in mehreren Bauabschnitten abgetragen und erneuert. Ziel sei es, einerseits Raum für zusätzliche Fahrzeuge zu schaffen, andererseits die internen Abläufe zu optimieren, heißt es vonseiten der Salzburg Linien.
Energieautarkie und moderne Technik
Zur technischen Erneuerung gehört auch die Nutzung von Photovoltaik auf den Dächern der neuen Hallen. Die Solaranlagen sollen zur Eigenversorgung mit Strom beitragen. Nähere Angaben zu erwarteter Leistung oder Zeitpunkt der Inbetriebnahme wurden bislang nicht genannt.
Mehr Fahrzeuge, mehr Personal
Die Flächenerweiterung steht in Verbindung mit einer angestrebten Ausweitung des öffentlichen Verkehrsangebots in der Stadt Salzburg. Für einen angestrebten Siebeneinhalb-Minuten-Takt auf bestimmten Linien rechnet man mit zusätzlichem Fahrzeugbedarf und erhöhtem Personalbedarf.
„Das hängt davon ab, wie viele Leistungen Stadt und Land bei uns bestellen. Mit der Liniennetzreform im nächsten Jahr kommen wir noch mit 130 Bussen aus. Wenn wir in Richtung eines Siebeneinhalb-Minuten-Takts gehen, kommen noch einmal 15 bis 20 Obusse dazu.“
Die Aussage stammt von Reinhard Gassner, Geschäftsführer der Salzburg Linien. Laut Michael Baminger, Vorstandssprecher der Salzburg AG, sei der Personalaufbau — etwa für zusätzliche Lenkerinnen und Lenker — bereits in den Budgetplänen für die kommenden Jahre berücksichtigt. Konkreter werden hier Zahlen genannt: Für den dichten Takt würden rund 60 zusätzliche Lenkerinnen und Lenker benötigt.
- Standort: Remise an der Alpenstraße, Salzburg-Süd (rund drei Hektar)
- Investition: rund 43 Millionen Euro
- Kapazität Bestand: rund 129–130 Obusse
- Geplante Kapazität: bis zu 160 Obusse
- Geplantes Personalwachstum: rund 60 zusätzliche Fahrerinnen und Fahrer
Offene Fragen: Obus versus Akkubus
Im Zusammenhang mit der Flottenplanung bleibt offen, ob künftig klassische Oberleitungsbusse oder stärker Akkubusse zum Einsatz kommen sollen. Die Entscheidung über den Fahrzeugmix hängt offenbar von Bestellungen durch Stadt und Land sowie von strategischen Entscheidungen zur Verkehrswende ab. In der Bauplanung der Remise sind jedenfalls Einrichtungen zur Wartung, Waschen und Lackierung eingeplant, die für beide Fahrzeugtypen relevant sind.
| Merkmal | Vorher | Nachher (geplant) |
|---|---|---|
| Flächengröße | ca. 3 Hektar | ca. 3 Hektar (Neubauten auf dem Gelände) |
| Anzahl Obusse | ~129–130 | bis zu 160 |
| Neue Einrichtungen | bestehende Hallen (teilweise 80 Jahre alt) | Bereitstellungshalle, 2 Waschstraßen, Lackieranlagen, Lager/Technik |
Auswirkungen auf den Fahrbetrieb
Die Modernisierung der Remise ist Teil einer breiteren Strategie, das ÖV-Angebot in der Stadt zu verbessern und Takte zu verdichten. Kurzfristig werden die Bauarbeiten auf dem Gelände in Salzburg-Süd wahrscheinlich zu örtlichen Verkehrs- und Logistikanpassungen führen; die Stadt hat hierzu bisher allerdings keine detaillierten Verkehrsumlegungen veröffentlicht. Langfristig sollen dichtere Intervalle und erhöhte Verlässlichkeit des Angebots den ÖV attraktiver machen.
Fazit
Mit dem Spatenstich beginnt ein bedeutendes Infrastrukturprojekt für die Stadt Salzburg: Die 43-Millionen-Euro-Erneuerung der Obus-Remise an der Alpenstraße schafft Raum für eine größere Flotte, modernisiert Werkstätten und sieht eine eigene Photovoltaik-Versorgung vor. Entscheidend für den künftigen Charakter der Flotte bleibt die Frage, welche Fahrzeugtypen in den kommenden Jahren bevorzugt bestellt werden. Ebenso zentral ist die Umsetzung des Personalaufbaus, der die geplanten Taktverdichtungen erst möglich macht.
Weitere Details zu Bauphasen, Zeitplan und der konkreten Leistungsvereinbarung zwischen Stadt, Land und Salzburg Linien werden für die kommenden Wochen erwartet.