Der Tourismusverband Hallein steht weiterhin im Fokus politischer Kontrollen. Nachdem der Finanzkontrollausschuss in einem Bericht Kritik an der Finanzgebarung des Verbands geäußert hatte, reagierte der Verband mit einem Anwaltsbrief. In der Folge beschloss der Salzburger Landtag Ende September auf Initiative der KPÖ eine Prüfung durch den Landesrechnungshof. Bislang liegt laut Landesrechnungshofdirektor aber noch kein Auftrag der Landesregierung vor.
Ungeduld bei der KPÖ
Die KPÖ-Klubobfrau Natalie Hangöbl hat die Verzögerung kritisiert. Sie forderte einen „kritischen und unabhängigen Blick von außen“, um die internen Auseinandersetzungen im Verband beizulegen. Nach ihren Angaben hat der Landtag den Prüfauftrag vor mittlerweile fast drei Wochen beschlossen; aus ihrer Sicht stellt sich die Frage, „worauf wartet Landeshauptfrau Edtstadler?“
„Die Grabenkämpfe in Hallein gehen weiter. Damit wieder Ruhe einkehrt, braucht es einen kritischen und unabhängigen Blick von außen.“ — KPÖ-Klubobfrau Natalie Hangöbl
Transparenzfragen und IFG-Anfrage
Parallel zur parlamentarischen Initiative läuft ein Vorgang mit verwaltungsrechtlicher Komponente: Im August stellte die KPÖ eine Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz (IFG) an den Tourismusverband Hallein. Für die Beantwortung einer solchen Anfrage sieht das Gesetz eine Frist von vier Wochen vor. Diese Frist ist laut KPÖ ohne Reaktion verstrichen.
Die Partei berichtet, dass ihr bei einem Gesprächstermin volle Kooperation und eine fristgerechte Beantwortung zugesichert worden seien. „Passiert ist seither aber nichts. Offenbar hat der Tourismusverband Hallein wenig Interesse an Transparenz“, so Hangöbl. Als Folge kündigte die KPÖ an, eine Säumnisbeschwerde beim Landesverwaltungsgericht Salzburg einreichen zu wollen.
- Beschluss des Landtags für eine Prüfung durch den Landesrechnungshof: Ende September
- IFG-Anfrage der KPÖ an den Tourismusverband: August (Frist von vier Wochen verstrichen)
- Bisher kein formaler Auftrag der Landesregierung an den Landesrechnungshof
Offene Fragen für Hallein
Die Verzögerung beim Auftrag an den Landesrechnungshof wirft mehrere Fragen auf, die für die lokale Öffentlichkeit von Bedeutung sind: Welches konkrete Prüfmandat soll der Landesrechnungshof erhalten? Bis wann wäre mit einer Prüfung und einem Ergebnis zu rechnen? Und wie begründet die Landesregierung die bisherige Untätigkeit, nachdem der Landtag den Prüfauftrag beschlossen hat?
Aus den vorliegenden Informationen geht nicht hervor, ob der Tourismusverband zwischenzeitlich weitere Erklärungen zu den Vorwürfen des Finanzkontrollausschusses abgegeben hat. Ebenso fehlen bislang Angaben der Landesregierung, warum der formale Auftrag an den Landesrechnungshof noch nicht erteilt wurde. Solche Angaben wären jedoch entscheidend, um den zeitlichen Ablauf und die Verantwortlichkeiten zu klären.
| Datum/Zeitraum | Ereignis |
|---|---|
| August | IFG-Anfrage der KPÖ an den Tourismusverband Hallein (Frist 4 Wochen) |
| Ende September | Landtag beschließt Prüfung durch den Landesrechnungshof |
| Seither | Landesregierung hat laut Landesrechnungshofdirektor noch keinen Auftrag erteilt |
Für die Bürgerinnen und Bürger in Hallein sind zwei Aspekte besonders relevant: Transparenz bei der Verwendung öffentlicher Mittel und die Frage, ob politische Spannungen die Arbeit des lokalen Tourismuswesens nachhaltig beeinträchtigen. Der Tourismusverband ist ein zentraler Akteur für Angebote, Marketing und Wirtschaftskraft der Region; deshalb ist öffentliches Vertrauen in seine Führung und Finanzgebarung für die Gegend von hoher Bedeutung.
Ob und wann der Landesrechnungshof seine Prüfung aufnehmen kann, hängt nun maßgeblich von der Entscheidung der Landesregierung ab. Bis dahin bleibt die Lage angespannt: Die KPÖ treibt das Verfahren sowohl parlamentarisch als auch verwaltungsrechtlich voran, während der Tourismusverband bislang auf eine IFG-Anfrage nicht reagiert haben soll. Ein baldiger Klärungsprozess erscheint notwendig, um weitere Unsicherheiten für den Tourismusstandort Hallein zu vermeiden.