Der US-Produzent A24 bringt mit «Onslaught» einen ungewöhnlich derben Action-Thriller in die Kinos, der von Regisseur Adam Wingard inszeniert wurde. Im Zentrum steht die Veteranin Celeste (gespielt von Adria Arjona), die in einem Trailerpark lebt und mit den Folgen ihres Kriegseinsatzes kämpft. Parallel dazu entwickelt ein deutscher Arzt (verkörpert von Dan Stevens) in einem Labor genetisch veränderte Soldaten – mit katastrophalen Folgen.
Filmisches Konzept und Ton
«Onslaught» setzt auf ein hohes Erzähltempo, kräftige Soundtrack-Einsätze und eine bewusst überzeichnete Bildsprache. Rückblenden in schwarz-weißen Sequenzen geben Einblick in Celestes Traumata, während brutal-choreografierte Angriffe der Supersoldaten das Geschehen vorantreiben. Die Inszenierung zielt weniger auf subtile Charakterstudien als auf unmittelbare Wirkung: Geballer, blutige Konfrontationen und eine dichte, treibende Musikuntermalung prägen den Film.
Handlung und politische Note
Die Handlung verdichtet sich, als die genetisch modifizierten Soldaten aus dem Labor ausbrechen und gewalttätig werden: Zunächst kommt es zu einem Angriff an einer Tankstelle, später treffen die Killermaschinen auf den Trailerpark von Celeste, die dort um das Leben ihrer kleinen Tochter kämpft. Der Film stellt damit eine zugespitzte Frage:
„Was passiert, wenn sich die eigenen Soldaten gegen das eigene Land wenden?“
Diese Frage verleiht dem Actionstoff eine politische Dimension, auch wenn die eigentliche Stärke des Films eher in der überdrehten, fast karikierenden Darstellung der Gewalt liegt als in einer differenzierten politischen Analyse.
Schauspieler, Figuren, markante Momente
Adria Arjona trägt die Rolle der Celeste als traumatisierte, entschlossene Protagonistin; ihr Konflikt mit den Supersoldaten ist das emotionale Zentrum. Dan Stevens fällt als der deutsche Wissenschaftler auf — eine skurrile Figur, die in weißen Umhang gehüllt seine Experimente durchführt und dabei Karel Gott auf den Kopfhörern hört. Ebenfalls in der Riege der Antagonisten mit von der Partie ist der MMA-Kämpfer Alex Pereira, der physische Präsenz in die Actionsequenzen bringt.
- Regisseur: Adam Wingard
- Studio: A24
- Hauptdarsteller: Adria Arjona, Dan Stevens, Alex Pereira
| Element | Beschreibung |
|---|---|
| Ton | Hochtempo, treibender Soundtrack |
| Bildsprache | Überzeichnet, Rückblenden in Schwarz-Weiß |
| Genre | Action-Thriller mit Horrorelementen |
Für welche Zuschauer ist der Film geeignet?
Wer moderat-blutige Effekthascherei, rasantes Erzähltempo und eine klar auf Schockwirkung ausgelegte Action-Unterhaltung schätzt, dürfte bei «Onslaught» auf seine Kosten kommen. Der Film verlangt dem Publikum allerdings einiges an Belastbarkeit ab: Die Gewaltdarstellung ist deutlich und häufig explizit. Wer dagegen fein gezeichnete Figurenporträts, ruhige Psychodramen oder politische Tiefenschärfe erwartet, wird möglicherweise enttäuscht.
In der Praxis bedeutet das: Popcorn-Kino mit Biss — nicht mehr, aber auch nicht weniger. Die politische Fragestellung bleibt eher als provokantes Gedankenexperiment bestehen, während die filmische Umsetzung auf Adrenalin und visuelle Überwältigung setzt. Für Kinogänger, die klare, heftige Action und eine unkonventionelle, leicht ironische Mischung aus Horror- und Action-Ästhetik mögen, ist «Onslaught» einen Blick wert. Wer sensibler auf explizite Gewalt reagiert, sollte besser informiert ins Spital der eigenen Gefühlswelt gehen — oder das Sackerl tiefer zubinden und gegebenenfalls das Licht anlassen.
Als Ressortempfehlung: Vor Kinobesuch die Altersfreigabe prüfen und überlegen, ob man Begleitung mitbringt, wenn einen intensive Gewaltszenen stärker berühren. Für Filmfans, die Adam Wingards bisherige Arbeiten wie «Godzilla vs. Kong» kennen, bietet «Onslaught» eine intensivere, radikalere Spielart des Popcorn-Actionkinos.