Starttermin in den Herbstferien, umfangreiche Umbauten im Straßenraum geplant
Die Umstellung des Wiesbadener Busnetzes auf ein grundlegend neu strukturiertes Linienbild beginnt nach Angaben von ESWE Verkehr am 3. Oktober 2027. Der ursprünglich für August avisierte Termin sei in Abstimmung mit Mainz verschoben worden, teilte das Verkehrsunternehmen mit: Die Herbstferien sollen eine zweiwöchige Übergangszeit in einer verkehrsschwächeren Phase ermöglichen, um den Start zu begleiten.
Die Reform betrifft das historisch gewachsene Netz, das in seinen Grundzügen seit mehr als sechs Jahrzehnten besteht. Laut ESWE Verkehr entspreche dieses System nicht mehr den modernen Mobilitätsbedürfnissen der Stadt. In den kommenden Monaten laufen nach Angaben der Stadtverwaltung umfangreiche Vorbereitungen, damit die Änderungen zum Stichtag umgesetzt werden können.
Konkrete Baumaßnahmen und Genehmigungsverfahren
Zu den geplanten Maßnahmen zählen nach Angaben der Stadtverwaltung insbesondere Anpassungen im Straßenraum. Verkehrsdezernent Marc Dahlen betonte, dass zahlreiche Aufgaben zu organisieren seien: Haltestellen müssten verändert, rund 80 neue Bussteige eingerichtet und 15 neue Haltestellen geschaffen werden. Außerdem sollen bestehende Haltebereiche mit aktuellen Informationen versehen werden.
| Maßnahme | Angabe |
|---|---|
| Starttermin | 3. Oktober 2027 |
| Neue Bussteige | ca. 80 |
| Neue Haltestellen | 15 |
| Haltebereiche mit Infos | rund 900 |
| Linien, für die Genehmigungen beantragt werden müssen | rund 50 |
Koordination mit Mainz und Zulassungsverfahren
Die Abstimmung mit Mainz sei laut Stadtverwaltung wichtig, weil dort zentrale Linien verkehren und weil im Herbst dort wichtige Baustellen abgeschlossen sein werden. Nicht zuletzt aus diesem Grund wurde der Termin in die Ferien verschoben. Zudem müssen für knapp 50 Linien neue Genehmigungen beim Regierungspräsidium beantragt werden. Diese formalen Schritte und die praktische Umgestaltung des Straßenraums laufen bereits.
Informationskampagne und Zielgruppen
ESWE Verkehr kündigt eine breit angelegte Informationskampagne an. Nach Angaben der Geschäftsführerin Marion Hebding soll die Kampagne noch in diesem Jahr starten und Anfang 2027 intensiviert werden. Ziel sei, dass jeder Fahrgast rechtzeitig erfahre, was sich auf seiner Strecke ändert und wie er künftig unterwegs sein kann.
- Analoge Informationen vor Ort an Haltestellen und in Bussen
- Digitale Angebote und Online-Informationen
- Gezielte Ansprache von Schülerinnen und Schülern sowie Seniorinnen und Senioren
„Unser Ziel ist, dass jeder Fahrgast rechtzeitig weiß, was sich auf seiner Strecke ändert und wie er künftig unterwegs sein kann.“ — Marion Hebding, ESWE Verkehr
Die Stadtverwaltung und ESWE Verkehr betonen, dass eine Reform dieser Größenordnung sorgfältig vorbereitet werden müsse. Es gehe nicht nur um neue Linienverläufe, sondern auch um die praktische Umsetzung im öffentlichen Raum, Beschilderung, barrierefreie Zugänge und die Einweisung des Fahrpersonals. Die Umstellung soll schrittweise begleitet und für die Fahrgäste möglichst transparent gestaltet werden.
Für viele Pendlerinnen und Pendler, Schülerinnen und Schüler sowie Bürgerinnen und Bürger, die auf den ÖPNV angewiesen sind, bedeutet die Reform erhebliche Änderungen in der täglichen Mobilität. Die Verantwortlichen versichern, die Informationsangebote für unterschiedliche Zielgruppen auszubauen, um Verunsicherungen zu reduzieren und Umsteigezeiten sowie Anschlussverbindungen frühzeitig kommunizieren zu können.
In den kommenden Monaten werden Anwohnerinnen und Anwohner sowie regelmäßige Nutzerinnen und Nutzer des Busverkehrs mit konkreten Informationen zu geänderten Linien, verlegten Haltestellen und Übergangsregelungen rechnen können. Formelle Genehmigungsverfahren und bauliche Anpassungen sollen den Zeitplan bis zum Herbst 2027 gewährleisten.