Auf einem leerstehenden Gehöft im Ortsteil Mahlenzien von Brandenburg an der Havel haben Ermittler Knochen sowie Sprengstoffreste gefunden. Nach Angaben der Polizeidirektion West laufen nun kriminaltechnische und rechtsmedizinische Untersuchungen, um die Herkunft der Knochen zu klären und mögliche Gefährdungen auszuschließen.
Funde bei Aufräumarbeiten in Schuppen
Wie die Polizei mitteilte, entdeckten Einsatzkräfte und Helfer bei Aufräumarbeiten in einem Schuppen am Samstag sowohl Knochen als auch Gegenstände, die von Entschärfern als veraltete Zündladungen eingeordnet wurden. Die Zündmittel wurden auf einem nahegelegenen Acker kontrolliert gesprengt, um sie unschädlich zu machen.
„Die Knochen werden in der Rechtsmedizin untersucht“,
fügte eine Sprecherin der Polizeidirektion West hinzu. Die Untersuchung in der Rechtsmedizin soll klären, ob es sich um menschliche Überreste handelt und gegebenenfalls Aufschlüsse zum Alter der Funde sowie zur Todesursache liefern.
Ermittlungsverfahren gegen das Sprengstoffgesetz
Gegenstand des polizeilichen Vorgehens ist nicht nur die Identifizierung der Knochen. Die Beamten leiteten außerdem ein Ermittlungsverfahren wegen eines Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz ein. Hintergrund sind die vorgefundenen Zündladungen; ob strafbare Handlungen vorliegen, werde im Rahmen der Ermittlungen geprüft.
Der kontrollierte Einsatz der Entschärfer diente dem unmittelbaren Schutz von Menschen und Sachwerten. Durch die Sprengung auf dem Acker sollten Risiken durch die unsicheren oder instabilen Zündmittel minimiert werden.
Was Ermittlungen typischerweise umfassen
Bei derartigen Fällen umfasst die weitere Arbeit von Polizei und Rechtsmedizin üblicherweise mehrere Bausteine:
- Forensische Untersuchung der Knochen zur Bestimmung, ob es sich um menschliche Überreste handelt;
- Datierung und Analyse, um Hinweise auf Alter und mögliche Gewalteinwirkung zu erhalten;
- Spurensicherung am Fundort, etwa DNA-Proben, Abgleich mit Vermisstenfällen;
- Prüfung des Fundumfeldes und Befragung von Zeugen oder Nachbarn.
| Tatbestand | Maßnahme |
|---|---|
| Knochenfund | Übergabe an Rechtsmedizin zur Untersuchung |
| Sprengstofffunde | Kontrollierte Sprengung durch Entschärfer |
| Rechtliche Schritte | Ermittlungsverfahren nach dem Sprengstoffgesetz |
Konkrete Ergebnisse der rechtsmedizinischen Untersuchungen lagen zunächst nicht vor. Die Polizei betonte, dass die Maßnahmen Teil laufender Ermittlungen seien und aus Sicht der Ermittler zur Klärung beitragen sollen.
Lokale Auswirkungen und Prävention
Für Anwohner und Nutzer umliegender Flächen kann ein solcher Fund beunruhigend wirken. Behörden rufen in solchen Fällen zu Umsicht auf: Fundstellen sollten nicht eigenmächtig betreten oder berührt werden, damit Spuren gesichert bleiben und keine Gefährdung durch Hinterlassenschaften besteht.
Die Polizei weist darauf hin, dass beim Auffinden verdächtiger Gegenstände oder Knochen unverzüglich der Notruf gewählt und der Fundort abgesichert werden soll. Entschärfungs- und Spurensicherungsmaßnahmen gehören in die Verantwortung spezialisierter Einheiten.
Ob und in welchem Umfang es weitere Ermittlungsansätze oder konkrete Verdächtige gibt, blieb offen. Die Polizeidirektion West will nach Abschluss der Untersuchungen weitere Informationen bekanntgeben.
Die Geschehnisse in Mahlenzien zeigen die Bandbreite polizeilicher Aufgaben im ländlichen Raum: Neben der klassischen Kriminalitätsaufklärung gehört zunehmend auch der Umgang mit gefährlichen Altbeständen zu den Herausforderungen vor Ort.
Weitere Auskünfte zu Ergebnissen der Rechtsmedizin oder dem Fortgang des Ermittlungsverfahrens sollen folgen, sobald die zuständige Behörde diese freigibt.