Jena. Die Friedrich‑Schiller‑Universität Jena hat ein langfristig angelegtes Forschungsprojekt gestartet, das die häusliche Versorgung von Menschen mit Demenz und die Belastung ihrer Angehörigen genauer untersuchen soll. Unter dem Titel „AnDem‑RoSe“ wollen die Forschenden eine breite Datenbasis aus der Praxis aufbauen und vorhandene Unterstützungsangebote systematisch evaluieren.
Studienziel und Umfang
Das Projekt ist als Langzeitstudie konzipiert und ist auf mehrere Jahre angelegt. Nach den bislang verfügbaren Planungen soll die Untersuchung bis zum Ende des Jahres 2029 laufen. Für die Datenerhebung sucht die Universität bis zu 350 Angehörige, die bereit sind, ihre Erfahrungen in die Studie einzubringen. Ziel ist es, Belastungsfaktoren zu identifizieren und Hilfen zu prüfen, die die physische und psychische Last der Pflegenden nachhaltig senken können.
Konkrete Forschungsfragen und Praxisbezug
Im Fokus stehen Hilfen, die speziell an die Anforderungen angepasst sind, die eine Demenzerkrankung im familiären Umfeld mit sich bringt. Die Forschenden wollen sowohl bestehende Unterstützungsstrukturen bewerten als auch neue Ansätze testen. Die Ergebnisse sollen nicht nur wissenschaftliche Erkenntnisse liefern, sondern auch als Grundlage für praxisnahe Empfehlungen dienen, die an Politik und das Gesundheitswesen gerichtet werden können.
„AnDem‑RoSe“
Die Initiative reagiert auf die wachsende Bedeutung häuslicher Pflege in Deutschland, die mit der demografischen Entwicklung und steigenden Patientenzahlen einhergeht. In der öffentlichen Debatte um Pflegesicherheit und Entlastung der Familien bietet die Studie eine Möglichkeit, empirisch fundierte Hinweise zu liefern.
- Laufzeit: bis Ende 2029
- Teilnehmerzahl: bis zu 350 Angehörige
- Schwerpunkt: Evaluation bestehender Unterstützungsangebote und Erprobung neuer Entlastungsmaßnahmen
| Aspekt | Angaben |
|---|---|
| Projektname | AnDem‑RoSe |
| Träger | Universität Jena |
| Zeithorizont | Mehrjährige Langzeitstudie bis Ende 2029 |
| Teilnehmende | Bis zu 350 Angehörige |
Regionale Bedeutung und mögliche Folgen
Für Jena und die umliegenden Regionen hat das Projekt mehrere Implikationen: Erstens können die gewonnenen Erkenntnisse die lokale Versorgungssituation verbessern, wenn etwa bereits vorhandene Angebote gezielter genutzt oder erweitert werden. Zweitens liefern die Forschungsergebnisse eine datenbasierte Grundlage für kommunale und landespolitische Entscheidungen – etwa bei der Planung von Entlastungsangeboten, Beratungsstrukturen oder finanziellen Förderprogrammen. Drittens eröffnet die Einbindung von Angehörigen die Chance, Betroffenenperspektiven stärker in die Gestaltung von Hilfen einzubeziehen.
Für pflegende Angehörige in Jena kann die Studie neben konkreten Handlungsempfehlungen auch unmittelbare Kontaktmöglichkeiten zu Forschungsprojekten und Unterstützungsnetzwerken bedeuten. Zugleich macht die Initiative deutlich, wie bedeutend wissenschaftliche Begleitung für die Weiterentwicklung der ambulanten Pflege ist.
Informationen zur Teilnahme und zu den weiteren Projektplänen wurden vonseiten der Universität Jena veröffentlicht. Die Ergebnisse der Studie sollen dazu beitragen, die Versorgungsqualität in der häuslichen Pflege zu sichern und praxisnahe Empfehlungen für Politik und Gesundheitswesen zu formulieren.