Mainz. In einer aktuellen Erhebung des Instituts Infratest dimap im Auftrag des SWR-Politikmagazins „Zur Sache Rheinland-Pfalz!“ bleibt die CDU die stärkste Partei in Rheinland-Pfalz, die AfD verzeichnet dagegen deutliche Zugewinne und liegt in der Sonntagsfrage erstmals vor der SPD. Die Befragung wurde laut SWR vom 13. bis 18. August telefonisch und online unter 1.158 wahlberechtigten Personen durchgeführt.
Wahlabsichten im Überblick
Demnach käme die CDU auf 28 Prozent, gefolgt von der AfD mit 24 Prozent. Die SPD läge bei 19 Prozent. Die Grünen erreichen nach der Umfrage 11 Prozent, die Linke 5 Prozent, Freie Wähler und FDP jeweils 3 Prozent. Damit würde die CDU ihr Ergebnis aus der Landtagswahl im März (31,0 Prozent) nicht ganz halten, während die AfD ihr bisheriges Umfragehoch im Land erzielt.
| Partei | Umfragewert | Wahlergebnis März |
|---|---|---|
| CDU | 28 % | 31,0 % |
| AfD | 24 % | 19,5 % |
| SPD | 19 % | 25,9 % |
| Grüne | 11 % | 7,9 % |
| Linke | 5 % | — |
| Freie Wähler | 3 % | — |
| FDP | 3 % | — |
Bedeutung für die Landespolitik
Die Zahlen kommen rund 100 Tage nach der Bildung der schwarz-roten Landesregierung. Für die CDU bestätigt die Umfrage größtenteils den Kurs seit der Landtagswahl, obwohl sie leicht unter dem Wahlergebnis vom März liegt. Die AfD kann aus Sicht der Umfrage von einem wachsenden Zuspruch profitieren und würde mit 24 Prozent ihr Ergebnis von März deutlich übertreffen.
Für die SPD stellen die Daten eine deutliche Herausforderung dar: Mit 19 Prozent läge sie erheblich unter ihrem März-Ergebnis. Das Ergebnis wirft Fragen für die innenparteiliche Debatte und die Positionierung der SPD innerhalb der Koalition auf. Beobachter werden die weitere Entwicklung der Sonntagswerte genau verfolgen, besonders vor dem Hintergrund anstehender kommunal- und bundespolitischer Auseinandersetzungen.
Stimmung gegenüber der neuen Regierung
Neben den reinen Parteienwerten erfragt die Studie auch die Zufriedenheit mit der Arbeit der neuen Landesregierung. Etwa ein Drittel der Befragten gab an, mit der Arbeit der schwarz-roten Koalition zufrieden zu sein. Demgegenüber äußerten sich rund 54 Prozent unzufrieden.
Auch hinsichtlich der Einschätzung, ob die neue Regierung bereits erste Schritte für eine veränderte Politik eingeleitet habe, fiel das Urteil eher kritisch aus: 30 Prozent sahen erste Schritte bestätigt, während 55 Prozent dies verneinten. Diese Differenz deutet auf eine ambivalente Wahrnehmung hin: Wählerinnen und Wähler registrieren zwar Veränderungen, beurteilen deren Umfang oder Richtung aber überwiegend als unzureichend.
Regionale und mediale Reaktionen
Parteien und politische Beobachter in Rheinland-Pfalz werden auf die Umfrage unterschiedlich reagieren. Für die CDU ist das Ergebnis eine Bestätigung, jedoch ohne beruhigenden Vorsprung gegenüber dem März. Die Grünen sehen ihren Zuwachs als positiven Trend, während die SPD interne Analysen anstoßen dürfte. Die AfD kann die Umfrage als Bestätigung ihrer Mobilisierungsstrategie nutzen.
- Erhebungszeitraum: 13.–18. August
- Stichprobe: 1.158 wahlberechtigte Personen
- Auftraggeber: SWR-Politikmagazin „Zur Sache Rheinland-Pfalz!“
Wie nachhaltig die in der Umfrage ablesbaren Verschiebungen sind, bleibt offen. Konjunktur der Werte, mediale Debatten und konkrete politische Entscheidungen der Landesregierung können die Präferenzen in den kommenden Monaten weiter verändern. Für alle Beteiligten gilt: Die Umfrage liefert einen Momentaufnahme, nicht das endgültige Signal für die politische Landschaft in Rheinland-Pfalz.
Julian Wagner, Korrespondent Rheinland-Pfalz