Im Tierpark Berlin ist ein Jungtier der seltenen Sulawesi-Hirscheber zur Welt gekommen. Das kleine Ferkel trägt den Namen Dayan und wurde am 27. Juli geboren, teilte der Tierpark mit. Beobachter zeigen sich erfreut über das muntere Auftreten des Nachwuchses, der bereits neugierig durch die Anlage schnuppert.
Routinemäßige Geburt, intensive Mutterpflege
Nach Angaben des Tierparks verlief die Geburt zügig und ohne Komplikationen. Die Mutter des Jungtieres, die weibliche Hirscheber-Dame Diah, hat bereits drei weitere Jungtiere aufgezogen; Dayan ist damit ihr viertes Ferkel. Tierpfleger berichten, dass Diah ihr Junges aufmerksam betreut und für den Schutz sowie die Versorgung sorgt.
„In den ersten Lebenstagen sind die Nähe zur Mutter, der Körperkontakt und die Orientierung an ihrem Verhalten besonders wichtig.“ — Kurator Martin Kränzlin
Solche ersten Tage sind entscheidend für die Entwicklung junger Hirscheber: Körperkontakt und das Lernen sozialer Verhaltensweisen durch die Mutter sind zentrale Faktoren für ein gesundes Aufwachsen.
Biologie und Besonderheiten der Art
Hirscheber gehören zur Familie der Echten Schweine. Im Vergleich zu mitteleuropäischen Wildschweinen unterscheiden sie sich unter anderem durch ihre Fortpflanzungsstrategie: Während Wildschweine häufig vier bis sechs Ferkel gleichzeitig zur Welt bringen, bringen Hirscheber in der Regel nur ein Junges, selten zwei. Diese geringere Wurfgröße geht mit einer intensiveren elterlichen Fürsorge einher — was die erfolgreiche Aufzucht in menschlicher Obhut erklären kann.
| Merkmal | Hirscheber | Wildschwein |
|---|---|---|
| Wurfgröße (typisch) | 1 (selten 2) | 4–6 |
| Verbreitung | Sulawesi und umliegende Inseln | Weit verbreitet in Europa und Asien |
| Betreuung der Jungen | Intensiv | Weniger intensiv pro Jungtier |
Gefährdung und Schutz
Die Sulawesi-Hirscheber sind endemisch: Sie kommen ausschließlich auf der indonesischen Insel Sulawesi und einigen nahegelegenen Inseln vor. Der Zoo- und Tierparkdirektor Andreas Knieriem wies darauf hin, dass die Bestände vor Ort abnehmen. Als Gründe nennt die Leitung vor allem den starken Verlust des Lebensraums. Zudem wird vermutet, dass die Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest zahlreiche Tiere vor Ort getötet hat.
Die Haltung und Zucht in zoologischen Einrichtungen wie dem Tierpark Berlin kann deshalb einen wichtigen Beitrag zur Bestandssicherung leisten. Solche Zuchtprogramme dienen nicht nur der Arterhaltung, sie ermöglichen zudem Forschung und Öffentlichkeitsarbeit, die auf die problematische Situation vor Ort aufmerksam macht.
Was Besucher jetzt erwarten können
Der Tierpark betont, dass die ersten Tage für Mutter und Junges sensibel sind. Besucher können Dayan im Gehege beobachten, sollten sich aber an die Hinweise des Personals halten und ausreichend Abstand respektieren, damit sich Diah und ihr Junges nicht gestört fühlen. Konkrete Führungen oder besondere Veranstaltungen zum Jungtier wurden bislang nicht angekündigt.
- Name des Jungtieres: Dayan
- Geburtsdatum: 27. Juli
- Mutter: Diah (viertes Jungtier)
Hintergrund: Bedeutung für Artenschutz
Die Geburt ist für den Tierpark ein positives Zeichen und zugleich eine Erinnerung an die fragile Lage vieler endemischer Arten. Ex situ-Zucht kann helfen, genetische Vielfalt zu erhalten und langfristig Wiederansiedlungsoptionen zu prüfen. Öffentliches Interesse und Unterstützung sind dabei wichtige Pfeiler: Zoos und Tierparks finanzieren oft Schutzprojekte und helfen, Forschung voranzutreiben.
Ob Dayan langfristig Teil eines Zuchtprogramms wird oder als Botschafter seiner Art in Bildungsprojekten eingesetzt wird, hängt von weiteren Entscheidungen der Tierpark-Leitung und dem Gesundheits- und Fortpflanzungsstatus der Tiere ab. Der Tierpark kündigte an, die Entwicklung des Jungtiers weiterhin zu beobachten und Informationen dazu zu veröffentlichen.
Für Besucher bietet sich derzeit die Gelegenheit, einen seltenen Nachwuchs aus nächster Nähe zu sehen — verbunden mit dem Appell, Rücksicht zu nehmen und die Arbeit der Tierpfleger zu unterstützen.