Auf dem Alten Friedhof in Schwerin sind 23 Messingplatten von Kriegsgräbern gestohlen worden. Der Vorfall hat nicht nur einen hohen materiellen Schaden zur Folge, sondern ruft auch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge auf den Plan, der die Tat scharf verurteilt und die Bedeutung der beschädigten Erinnerungsorte hervorhebt.
Umfang des Schadens und technische Angaben
Nach Angaben des Volksbundes Mecklenburg-Vorpommern und der Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen Schwerin handelt es sich bei den entwendeten Platten jeweils um Tafeln von etwa 50 mal 50 Zentimetern, das Gewicht einzelner Platten liegt bei bis zu 20 Kilogramm. Der Wert einer einzelnen Platte wird mit rund 3.000 Euro angegeben; daraus ergibt sich ein geschätzter Gesamtschaden von etwa 70.000 Euro.
- Anzahl entwendeter Platten: 23
- Abmessungen: ca. 50 x 50 cm
- Gewicht pro Platte: bis zu 20 kg
- Wert pro Platte: rund 3.000 €
Erinnerungskulturelle Bewertung
Der Landesverband des Volksbundes sieht im Vandalismus nicht nur einen materiellen Verlust, sondern einen Angriff auf Orte des Gedenkens. „Hier wurden bewusst Erinnerungszeichen von Kriegsgräbern entfernt und damit Orte des Gedenkens und der Trauer geschändet“, erklärte Philipp Schinschke, Landesgeschäftsführer des Volksbundes in Mecklenburg-Vorpommern. Der Verband misst dem Vorfall damit auch eine erinnerungspolitische Bedeutung bei und fordert, die betroffenen Gräber wiederherzustellen.
„Hier wurden bewusst Erinnerungszeichen von Kriegsgräbern entfernt und damit Orte des Gedenkens und der Trauer geschändet.“ — Philipp Schinschke, Volksbund MV
Vorherige Vorfälle und Fund von drei Platten
Der Volksbund verweist in seiner Stellungnahme zudem auf einen früheren Vorfall: Etwa zwei Wochen vor dem jetzigen Diebstahl sollen Unbekannte drei Platten von Kriegsgräbern demontiert haben. Diese drei Platten wurden später jedoch noch auf dem Gelände des Alten Friedhofs gefunden. Ob ein Zusammenhang zwischen den Taten besteht, ist nicht abschließend geklärt.
| Vorfall | Ergebnis |
|---|---|
| Entwendung von 23 Messingplatten | Platten fehlen; geschätzter Schaden ~70.000 € |
| Demontage von 3 Platten (zuvor) | Platten auf Friedhof wiedergefunden |
Reaktionen und mögliche Folgen
Die Stadt und die beteiligten Dienstleister haben die Sachlage dokumentiert; nähere Informationen zur laufenden polizeilichen Untersuchung wurden bislang nicht veröffentlicht. Für die Hinterbliebenen und die Öffentlichkeit ist der Eingriff in die Gedenkorte dennoch spürbar: Neben dem materiellen Schaden geht es für viele um Respekt vor den Opfern und deren Erinnerung.
Der Volksbund kündigte an, die betroffenen Kriegsgräber wiederherstellen zu lassen. Konkrete Angaben zum zeitlichen Ablauf oder zu den Kosten einer Restaurierung machte der Verband in seiner ersten Stellungnahme nicht.
Die Polizei wurde informiert; Ermittlungen zur Herkunft der Messingplatten und zu den Tätern sind Gegenstand der laufenden Aufklärung. Hinweise aus der Bevölkerung können zur Aufklärung beitragen.
Die Tat erinnert daran, wie angreifbar auch historisch bedeutsame Orte sind und wie wichtig präventive Maßnahmen, aber auch eine klare öffentliche Distanzierung von solchem Vandalismus sind, um die Würde der Gedenkstätten zu bewahren.
Weitere Informationen über den Stand der Ermittlungen sowie über geplante Schritte zur Wiederherstellung der Grabstätten werden erwartet.