Die Handwerkskammer Reutlingen hat den 17-jährigen Jakob Holl aus Krauchenwies als „Lehrling des Monats“ August ausgezeichnet. Holl absolviert sein erstes Lehrjahr in der Ausbildung zum Maurer bei der rebau-Inzigkofen GmbH & Co. KG in Inzigkofen. Die Würdigung rückt das Thema Ausbildung im Bauhandwerk in den Blick — ein Sektor, der für die Region um Reutlingen traditionell von hoher Bedeutung ist.
Frühe Prägung, bewusste Entscheidung
Der Weg Holls ins Bauhandwerk war früh vorgezeichnet: Sein Vater führt selbst einen Maurerbetrieb, so dass der junge Auszubildende Baustellen, Maschinen und handwerkliche Abläufe bereits als Kind kennenlernte. Holl berichtet, er habe durch diesen familiären Bezug „schon früh Einblick in den Beruf“ erhalten und gewusst, dass er „diesen Weg einschlagen“ wolle. Dennoch traf er bewusst die Entscheidung, die Lehre nicht im elterlichen Betrieb zu beginnen, sondern Erfahrungen in einem größeren Ausbildungsbetrieb zu sammeln.
„Bei rebau kann ich mir fachlich am meisten aneignen“, sagt Holl.
Er betont damit einen wichtigen Punkt: Für viele junge Menschen ist die Breite der Ausbildung entscheidend. In größeren Betrieben lassen sich unterschiedliche Baustellen und Arbeitsschwerpunkte kennenlernen, was die spätere Beschäftigungsfähigkeit erhöht.
Breites Leistungsspektrum als Lernchance
Besonders beeindruckt zeigt sich Holl vom breiten Leistungsportfolio seines Ausbildungsbetriebs. In der Vorstellung des Ausgezeichneten gehören dazu:
- Wohnungsbau und Gewerbebau
- Kommunalbau und Erdarbeiten
- Außenanlagen, Umbau, Modernisierung und Sanierung
- Schlüsselfertiges Bauen
- Fundamente für Maschinen in namhaften Unternehmen
Diese Vielfalt bietet ausbildungsbegleitend die Möglichkeit, so unterschiedliche Fertigkeiten wie Schalen und Ausschalen, Mauern, Pflastern und Baggerfahren zu erlernen. Für Holl sind die sichtbaren Ergebnisse der Arbeit ein Motivationsfaktor: „Am Abend sieht man, was man geschafft und geleistet hat – das motiviert sehr.“
| Bereich | Beispiele |
|---|---|
| Bauarten | Wohnungsbau, Gewerbe- und Kommunalbau, schlüsselfertiges Bauen |
| Spezialaufgaben | Fundamente für Maschinen, Erdarbeiten, Außenanlagen |
| Sanierung/Modernisierung | Umbau, Modernisierung, Sanierung |
Ausbildungswege und Erwartungen
Holl kam über Kontakte im Fußballverein und Freunde zu rebau-Inzigkofen: Nach einem Praktikum und zwei Ferienjobs war für ihn klar, dass der Betrieb passt. Sein Motto beschreibt eine klassische Haltung zur beruflichen Aneignung: „Man darf stehlen – aber nur mit den Augen.“ Dieser pragmatische Ansatz spricht für die Bedeutung von Lernen am Arbeitsplatz und genauem Beobachten erfahrener Kolleginnen und Kollegen.
Die Auszeichnung durch die Handwerkskammer hat symbolischen Wert: Sie benennt nicht nur eine einzelne Persönlichkeit, sondern verweist auf die notwendigen Ausbildungsanstrengungen im regionalen Handwerk. Gerade im Baugewerbe ist der Bedarf an qualifizierten Fachkräften hoch; eine gute Ausbildung in unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern erhöht die Chancen, dem Fachkräftemangel lokal entgegenzuwirken.
Konsequenzen für die Region
Für Reutlingen und die näheren Landkreise bedeutet die Förderung solcher Ausbildungswege langfristig eine solide Basis für Bauprojekte, Handwerksbetriebe und die kommunale Infrastruktur. Kleine und mittlere Betriebe profitieren ebenso wie größere Unternehmen, wenn gut ausgebildete Fachkräfte zur Verfügung stehen. Die Entscheidung junger Menschen, bewusst in größere Ausbildungsbetriebe zu gehen, unterstreicht zudem die Rolle dieser Unternehmen als Ausbildungszentren in der Region.
Die Ehrung von Jakob Holl dokumentiert, dass handwerkliche Ausbildung – trotz technischer Entwicklungen und Strukturwandel – weiterhin auf Interesse stößt und Jugendlichen konkrete Perspektiven bietet. Für den 17-Jährigen bleibt die praktische Arbeit und das sichtbare Ergebnis ein zentraler Antrieb, und der Ausbildungsbetrieb bietet die Bandbreite, die er sich gewünscht hat.