Ulm richtet im Oktober erstmals ein Internationales Filmfestival aus. Die Veranstalter — die Film Commission Ulm und mehrere städtische Abteilungen — haben das viertägige Programm so angelegt, dass lokale Filmschaffende, internationale Produktionen und thematische Schwerpunkte zusammenkommen. Der Starttermin ist der 7. Oktober, der Austragungsort der Ulmer Club Cocomo. Alle Filme werden bei der ersten Auflage kostenlos gezeigt; der Eintritt erfolgt auf Spendenbasis.
Hintergrund und Bedeutung für die Stadt
Die Film Commission Ulm, die sich der Vernetzung und Förderung regionaler Filmakteure widmet und versucht, Filmproduktionen an die Donau zu holen, feiert mit dem Festival zugleich ihr 15-jähriges Bestehen. Sybille Gänßlen, die als Produktionsguide und Netzwerkerin für die Commission tätig ist, betont, dass Film nicht nur kulturell, sondern auch wirtschaftlich relevant sei — etwa für Tourismus und lokale Dienstleister.
Auch aus der Kommunalpolitik gibt es Unterstützung: Die Linken-Gemeinderätin Eva‑Maria Glathe‑Braun hob hervor, dass es wünschenswert sei, das Festival nicht als einmaliges Ereignis, sondern als dauerhaftes Angebot in Ulm zu etablieren.
Programm: Themenabende, lokale Wurzeln, internationale Filme
Das Festival verbindet Produktionen von in der Region Geborenen oder hier lebenden Filmemachern mit internationalen Beiträgen. Die ersten Programmpunkte sind bereits benannt:
- 7. Oktober: Eröffnungsabend mit Come‑Together und dem Spielfilm „Strange River“ — ein spanisch‑deutscher Film, der in Bayern und Baden‑Württemberg gedreht wurde und in Deutschland Ende August in die Kinos kam.
- 8. Oktober: Themenabend Albanien mit dem Dokumentarfilm „Wo/Men“ von Kristine Nrecaj. Der Film behandelt albanische Frauen, die in ihren Familien männliche Rollen übernehmen; Nrecaj stammt aus Nersingen.
- 9. Oktober: Themenabend Südamerika; als Ansprechpartnerin wurde Maria Magdalena Parra‑Allgaier genannt, die in Buenos Aires geboren ist und in Ulm lebt.
„Strange River“
Kooperationen und Perspektiven
Für die nächste Festivalausgabe im Jahr 2027 ist bereits eine Erweiterung geplant: Das Dietrich Kino soll als Kooperationspartner mit an Bord sein. Damit würden sich zusätzliche Spielstätten in Ulm eröffnen und das Profil des Festivals gegenüber einem rein klub‑basierten Veranstaltungsort verbreitern.
Die Initiatoren verweisen darauf, dass in Baden‑Württemberg aktuell acht solcher Film Commissions existieren. Die Organisatoren erwarten, dass das Festival nicht nur kulturellen Gewinn bringt, sondern auch längerfristig Impulse für die regionale Filmwirtschaft setzen kann.
Lokaler Bezug und Chancen
Ulm hat filmhistorische Bezüge, etwa durch Persönlichkeiten wie Hildegard Knef, die in Ulm geboren wurde, und frühere Aktivitäten an der Hochschule für Gestaltung, wo einst ein Film‑Institut bestand. Das neue Festival greift diese Geschichte nicht direkt wieder auf, setzt aber einen neuen Schwerpunkt: Es will lokale Talente sichtbarer machen und zugleich internationale Produktionen an die Donau bringen.
| Datum | Thema / Programmpunkt |
|---|---|
| 7. Oktober | Eröffnung, „Strange River“ |
| 8. Oktober | Themenabend Albanien, „Wo/Men“ |
| 9. Oktober | Themenabend Südamerika |
Für Ulm bietet das Festival mehrere Chancen: Es kann das Netzwerk regionaler Filmschaffender stärken, zusätzliche Besucher in die Innenstadt und in lokale Kinos ziehen und ein kulturelles Angebot für die rund 140 Nationen umfassende Bevölkerung der Stadt erweitern. Ob das Projekt dauerhaft werden kann, hängt von Resonanz, Finanzierung (die erste Ausgabe setzt auf Spenden) und der Bereitschaft lokaler Partner ab.
Die Film Commission Ulm und die beteiligten städtischen Stellen haben den Starttermin sowie die thematischen Schwerpunkte veröffentlicht; nähere Programmdetails sowie das vollständige Filmprogramm sollen in den kommenden Wochen folgen.