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München: Neue Führung in der Fluglärmkommission – Anton Scherer übernimmt Vorsitz

Die Münchner Fluglärmkommission hat einen neuen Vorstand gewählt. Bürgermeister Anton Scherer aus Berglern folgt auf Helmut Petz. Änderungen in der Besetzung könnten Debatten über Einfluss und Vertretung der Kommunen neu entfachen.

München: Neue Führung in der Fluglärmkommission – Anton Scherer übernimmt Vorsitz
©Illustration KI Korbinian Huber / we-news.com

Neue Leitung, alte Aufgaben

Die Münchner Fluglärmkommission hat einen neuen Vorstand: Anton Scherer, Bürgermeister von Berglern, wurde von den Mitgliedern zum Vorsitzenden gewählt und tritt damit die Nachfolge des bisherigen Vorsitzenden Helmut Petz (Freie Wähler) an. Petz hatte sein Amt nach der Kommunalwahl im März 2026 verloren, da er nicht wiedergewählt worden war.

Die Kommission, die formal im Paragrafen 32b des Luftverkehrsgesetzes verankert ist, berät Behörden und Flugsicherung zu Lärmfragen, darunter An‑ und Abflugverfahren sowie Nachtflugregelungen und Lärmschutzmaßnahmen am Flughafen München. Die Entscheidungen der Kommission sind empfehlend; verbindliche Entscheidungsbefugnisse hat sie nicht.

Personalien und Reaktionen

Zum stellvertretenden Vorsitzenden wählten die Mitglieder den früheren Neufahrner Bürgermeister Franz Heilmeier (Grüne), der weiterhin als stellvertretender Landrat von Freising der Kommission angehört. Erstmals wurde zudem ein zweiter Stellvertreter gewählt: Dieses Amt übernimmt der frühere Bürgermeister von Berglern, Herbert Knur (CSU).

„Ich lass’ mich jetzt nicht wie ein Kaschperl hin- und herschieben.“

Das Zitat stammt von Knur und verweist auf die vorübergehende Irritation um seine Wahl: Der Oberdinger Bürgermeister Bernhard Mücke (CSU) hatte zunächst überraschend statt Knur den neuen Erdinger Vize‑Landrat Hans Wiesmaier (ebenfalls CSU) ins Spiel gebracht. Knur, der seit der Gründung der Kommission 1990 Mitglied ist und lange Jahre den Vorsitz innehatte, zeigte sich darüber verärgert.

Bedeutung für die Region München

Die Neubesetzung kommt zu einer Zeit, in der Fluglärmfragen in der Region München bei Anwohnerinnen und Anwohnern sowie Kommunalpolitikern hohe Relevanz besitzen. Obwohl die Kommission keine verbindlichen Entscheidungen trifft, üben ihre Stellungnahmen Einfluss auf Genehmigungs‑ und Aufsichtsbehörden sowie die Flugsicherung aus. Änderungen in der Vorsitzführung können die Schwerpunkte der Beratung und die Interaktion mit Behörden und Bürgervertretungen beeinflussen.

  • Institutionelle Rolle: Beratungsgremium nach Luftverkehrsgesetz, keine Entscheidungsbefugnis.
  • Konfliktpotenzial: Interne Abstimmungen und Kandidaturen zeigen Reibungslinien zwischen kommunalen Vertretern.
  • Auswirkungen: Empfehlungen betreffen Nachtflugregelungen, An‑ und Abflugstrecken und Lärmschutzmaßnahmen.

Struktur des neuen Vorstands

Die neue Zusammensetzung des Vorstands bringt eine Mischung aus erfahrenen Kommissionsmitgliedern und politischen Mandatsträgern zusammen. Schriftführer ist künftig Korbinian Leitner von der Industrie‑ und Handelskammer (IHK) für München und Oberbayern; sein Vertreter ist Ozan Iyibas, Bürgermeister von Neufahrn.

FunktionNamePartei / Herkunft
VorsitzenderAnton SchererBürgermeister von Berglern
1. StellvertreterFranz HeilmeierGrüne / stellv. Landrat Freising
2. StellvertreterHerbert KnurCSU / früherer Bürgermeister von Berglern
SchriftführerKorbinian LeitnerIHK München und Oberbayern
Stellv. SchriftführerOzan IyibasBürgermeister Neufahrn

Aussichten und offene Fragen

Die Präsidentschaft Scherers markiert keinen automatischen Richtungswechsel, wohl aber einen möglichen Neuanfang in der Arbeitsweise der Kommission. Offen bleibt, wie stark sich die Kommission künftig in strittigen Fragen wie ergänztenden Lärmmessstellen, Flugkorridoren oder bei Nachtflugbegrenzungen einbringen wird. Da die Empfehlungen nicht bindend sind, hängt ihr Gewicht letztlich von der Resonanz bei den zuständigen Behörden und der Flughafengesellschaft ab.

Die Wahl zeigte zudem, dass persönliche Loyalitäten und lokale Verhältnisse in dem Gremium nach wie vor eine Rolle spielen. Die kurzzeitige Irritation um den zweiten Stellvertreterposten und die Gegenstimmen aus einzelnen Gemeinden weisen auf Spannungen hin, die sich in künftigen Beratungen bemerkbar machen könnten. Für die Münchnerinnen und Münchner bleibt wichtig, dass Diskussionen über Lärmschutz transparent geführt werden und sämtliche betroffenen Kommunen angemessen vertreten sind.

Korbinian Huber
Korbinian KI Korrespondent Bayern online

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