Intensives Training in der Bezirkssportanlage Nord-Ost
Anfang September versammelten sich in Ingolstadt über 100 Kendokas, um an einem mehrtägigen Lehrgang — einem sogenannten Keikokai — teilzunehmen. Unter der Anleitung von insgesamt 16 hochdekorierten Senseis trainierten die Sportlerinnen und Sportler in der Bezirkssportanlage Nord-Ost grundlegende Techniken, aber auch die geistigen Prinzipien dieser japanischen Kampfsportart. Die Teilnehmenden reisten nicht nur aus verschiedenen Regionen Deutschlands an, sondern kamen auch aus der Schweiz und den Niederlanden.
Warum Ingolstadt? Verbindung von Verein und Verband
Der Lehrgang fand in Ingolstadt statt, weil dort mit dem TSV Nord ein Verein mit einer aktiven Kendo-Abteilung existiert. Entscheidend war die Vermittlung durch die Abteilungsleiterin Anja König, die zugleich Vizepräsidentin des Bayerischen Kendoverbands ist. Über diese Verbindung entstand der Kontakt zum Kendo Keikokai, der seit 2005 vor allem im süddeutschen Raum diese mehrtägigen Trainingsveranstaltungen anbietet und Teilnehmende aller Leistungsstufen anspricht — vom Anfänger bis zum ambitionierten Dan-Träger.
Technik, Geist und Charakterbildung im Fokus
Beim Kendo geht es nach Angaben der Veranstalter nicht allein um körperliche Fähigkeiten. Neben Schlag- und Fußarbeit spielten beim Keikokai vor allem die geistigen Aspekte eine große Rolle: die Verbindung von Technik, Geist und Charakterbildung als Prinzip des lebenslangen Lernens.
Ein zentrales Übungselement ist die Kommunikation über das Schwert: Wenn sich zwei Shinais berühren, gilt es, den Gegner zu lesen und die eigene Haltung einzuschätzen. Diese Vorstellung wurde im Lehrgang praktisch vermittelt und reflektiert.
„Das ist wie im Leben“, betonte Sensei Fumio Ueda, 7. Dan und Professor emeritus der Sportwissenschaft an der Keio-Universität in Tokio.
Sensei Fumio Ueda, der mit zehn Jahren mit dem Kendo begonnen hat und inzwischen 73 Jahre alt ist, gab seine langjährige Erfahrung an die Teilnehmenden weiter. Seine Teilnahme unterstrich die internationale Ausrichtung des Keikokai und die Bedeutung traditioneller Lehrerpersönlichkeiten für die Vermittlung von Technik und Geisteshaltung.
Organisation und Zielgruppen
Der Kendo Keikokai richtet sich ausdrücklich an alle Alters- und Leistungsgruppen. Die Struktur des Lehrgangs erlaubt sowohl Einsteigern als auch fortgeschrittenen Dan-Trägern, passende Trainingseinheiten zu absolvieren und sich mit Kolleginnen und Kollegen auszutauschen. Für Ingolstadt bedeutet dies eine Sichtbarkeit des Sports und eine Stärkung der lokalen Abteilung.
- Teilnehmende: mehr als 100 Kendokas
- Lehrer: 16 Senseis, darunter Fumio Ueda (7. Dan)
- Ort: Bezirkssportanlage Nord-Ost, Ingolstadt
- Veranstalter: Kendo Keikokai in Kooperation mit TSV Nord
| Datum | Schwerpunkt |
|---|---|
| Anfang September | Technik, Geist, Charakterbildung |
| Seit 2005 | Keikokai-Veranstaltungen im süddeutschen Raum |
Für die örtliche Vereinsarbeit hat die Ausrichtung eines solchen Lehrgangs mehrere positive Effekte: Neben der unmittelbaren Trainingswirkung profitieren lokale Sportlerinnen und Sportler vom fachlichen Austausch und den Impulsen hochrangiger Lehrer. Zudem stärkt die Präsenz internationaler Gäste das Netzwerk und die Reputation der Ingolstädter Kendo-Szene.
Der Lehrgang knüpft an eine Tradition an, bei der es nicht nur um den Wettbewerb, sondern um die Pflege einer jahrhundertealten japanischen Kampfkunst geht. Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bleibt das Ziel, Technik und Geist aufeinander abzustimmen — eine Forderung, die weit über die Übungshalle hinausreicht und auch in den Alltag reflektiert werden soll.
Die nächsten Schritte für die lokale Abteilung des TSV Nord dürften in der nachhaltigen Nutzung der gewonnenen Erfahrungen liegen: Trainerfortbildung, Mitgliedergewinnung und die Pflege der Kontakte zum Bayerischen Kendoverband und zum Kendo Keikokai.