Heimrennen im Olympiapark endet ohne deutschen Sieg
Die zweite Auflage des Loop-One-Festivals in München ist mit Enttäuschungen für das deutsche Biathlon-Team zu Ende gegangen. Vor rund 15.000 Zuschauern konnten die heimischen Starterinnen und Starter weder bei den Frauen noch bei den Männern ein Podium erreichen. Vor allem die Treffergenauigkeit am Schießstand blieb hinter den eigenen Erwartungen zurück.
Bei den Frauen zog das Quartett aus Lokalmatadorinnen zunächst Aufmerksamkeit auf sich, weil drei Athletinnen ins Finale vorrückten: Vanessa Voigt, Johanna Puff und Julia Tannheimer. Keiner der drei konnte jedoch entscheidend in das Rennen um die vorderen Plätze eingreifen. Die Italienerin Lisa Vittozzi, zuletzt Verfolgungs-Olympiasiegerin, gewann das Finale; beste Deutsche wurde Johanna Puff auf Rang 6.
- Johanna Puff: Platz 6 (bei vier Schießeinlagen insgesamt vier Fehlschüsse)
- Julia Tannheimer: Platz 7 (schnellste Läuferin auf Skirollern, aber sechs Strafrunden)
- Vanessa Voigt: Platz 9 (drei Fehlschüsse)
Männer enttäuschen besonders am Schießstand
Auch bei den Männern blieb das Ergebnis hinter den Erwartungen zurück. Die besten deutschen Platzierungen:
| Athlet | Platz | Strafrunden |
|---|---|---|
| Philipp Horn | 7 | 5 |
| Philipp Nawrath | 12 | 6 |
Den Sieg bei den Männern sicherte sich erneut der Schwede Martin Ponsiluoma, der bereits am Vortag erfolgreich war. Die deutschen Starter wie Horn und Nawrath mussten sich mit Plätzen außerhalb der Top Drei begnügen; zahlreiche Fehlschüsse beim Schießen verhinderten ein besseres Endresultat.
„Es ist immer extrem bitter, wenn man gleich nach dem ersten Schießen hinterherläuft“, sagte Philipp Horn im ARD-Interview. „Es ärgert mich extrem, aber das sind eben diese kurzen, schnellen Formate: Da kann so viel passieren.“
Qualifikation und Ausscheiden: Lucky Loser, Vorläufe, und frühe Enttäuschungen
Das Festivalformat sah vor, dass sich pro Vorlauf die drei schnellsten Starterinnen und Starter sowie drei Lucky Loser für die nächsten Runden qualifizieren. Dabei scheiterten bei den deutschen Teilnehmern einige Namen bereits in dieser Phase: Janina Hettich-Walz gelang die Qualifikation nicht, ebenso Lucas Fratzscher und Justus Strelow bei den Männern. Letzterer kommentierte die frühe Niederlage gefasst: „So etwas muss man wegstecken, das kommt vor.“
Für die heimische Öffentlichkeit blieb zusätzlich die Erinnerung an den Auftakt: Schon am Samstag hatten die DSV-Athletinnen und -Athleten einen Heimsieg knapp verpasst, als Hettich-Walz und Nawrath als beste Deutsche jeweils Rang vier erreichten. Trotzdem hinterlässt das Wochenende insgesamt einen gedämpften Eindruck angesichts der Hoffnungen, die vor allem auf den Schützenständen geruht hatten.
Blick voraus auf die Saison
Mit Blick auf den Weltcupwinter steht der Saisonstart bereits fest: Am 26. November beginnt die Herren-Saison im finnischen Kontiolahti mit einem Einzel, einen Tag später starten die Frauen in den Weltcup. Die Leistung in München wird für die Athletinnen und Athleten ein weiterer Prüfstein auf dem Weg zu den Winterrennen sein. Insbesondere die Trefferquoten am Schießstand dürften in den kommenden Wochen Fokus der Vorbereitung sein.
Die Veranstaltung selbst bestätigte, dass Biathlon auch in München ein Publikumsmagnet ist: 15.000 Zuschauer im Olympiapark sorgten für eine lebhafte Atmosphäre, auch wenn die deutschen Ergebnisse diesen Schwung sportlich nicht in Podiumsplätze ummünzen konnten. Ob die Mannschaft die Lehren aus dem Wochenende zieht und die Präzision am Schießstand verbessert, wird sich in den nächsten Rennen zeigen.