In Pforzheim haben am Samstagvormittag über 330 Menschen an einer Kidical-Mass-Aktion teilgenommen, um auf die Bedeutung einer sicheren Radverkehrsinfrastruktur für Kinder und Jugendliche hinzuweisen. Die kunterbunte Fahrradtour, getragen von einem breiten Aktionsbündnis, endete zur Mittagszeit am Platz bei der Brötzinger Christuskirche und dem Brötzinger Museumsareal. Begleitet von der Polizei fuhr die Gruppe zuvor durch die Innenstadt.
Zeichen setzen für sichere Mobilität von Kindern
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer — überwiegend Kinder mit Eltern — hatten ihre Fahrräder aufwendig geschmückt: Propeller, Blumen, Schilder und Figuren machten die Aktion sichtbar und lautstark. Organisatorisch lobte Peter Heissenberger aus dem Team die Veranstaltung als „eine echt gelungene Veranstaltung“ und schätzt die Gesamtzahl der Teilnehmenden auf mehr als 330. Heissenberger sieht in der Teilnahme einen Impuls für die kommunale Verkehrspolitik, gibt aber zugleich zu bedenken: „Es tut sich etwas. Aber der ganz große Wurf muss noch folgen.“
ADFC: Infrastruktur lässt Kinder im Verkehr zurück
Auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) aus Pforzheim wertet die Aktion als deutlichen Hinweis auf die bestehende Lücke zwischen Verkehrsbereitschaft und sicherer Infrastruktur. Daniela Duffner vom ADFC stellte fest, dass gerade jüngere Radfahrende in der Pforzheimer Innenstadt Schwierigkeiten haben, sich sicher zu bewegen. Ihre klare Einschätzung:
„Man merkt, dass sie fahren wollen, aber die Infrastruktur lässt es nicht zu.“Aus Sicht des ADFC zeigt die steigende Teilnehmerzahl, dass viele Eltern und Kinder Veränderung erwarten und weitere bauliche Maßnahmen erforderlich sind.
Politische Symbolwirkung: Oberbürgermeister als Schirmherr
Die Aktion gewann zusätzliche politische Aufmerksamkeit, weil Oberbürgermeister Peter Boch (CDU) erstmals die Schirmherrschaft übernommen hatte. Für die Organisatoren ist dies ein Zeichen dafür, dass das Thema auf der kommunalen Agenda angekommen ist. Gleichzeitig betonten Beteiligte, dass politische Symbolik alleine nicht ausreiche; konkrete Planungen und Investitionen in Radwege, Querungen und sichere Schulwege seien nötig, um die geäußerten Erwartungen zu erfüllen.
Lokale Folgewirkungen und Forderungen
Aus dem Verlauf der Kidical Mass lassen sich mehrere Handlungsfelder ableiten, die von lokalen Initiativen und Verbänden genannt wurden:
- Verbesserung der Schutzstreifen und physische Trennung von Fahrrad- und Autoverkehr an kritischen Stellen
- Maßnahmen für sichere Schulwege und niedrigschwellige Radverkehrsverbindungen
- Beteiligungsprozesse, in denen Eltern und Kinder in Planungen einbezogen werden
Die Veranstaltung hat nach Einschätzung der Organisatoren und des ADFC sichtbar gemacht, dass eine breite Basis in der Bevölkerung existiert, die sichere und kindgerechte Radwege fordert. Ob und in welchem Umfang die Stadtverwaltung diese Forderungen in konkrete Projekte überführt, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Die Kidical Mass hat das Thema Mobilität für die jüngere Generation in Pforzheim erneut auf die Tagesordnung gesetzt.
| Aspekt | Bekannte Information |
|---|---|
| Teilnehmende | Mehr als 330 |
| Ankunftsort / Ziel | Brötzinger Christuskirche / Brötzinger Museumsareal |
| Begleitung | Polizeitliche Begleitung |
| Schirmherrschaft | Oberbürgermeister Peter Boch (CDU), erstmals übernommen |
Die Kidical Mass in Pforzheim hat an diesem Samstag deutlich gemacht, dass die Nachfrage nach sicheren Radinfrastrukturen vorhanden ist. Ob die sichtbare Unterstützung vonseiten der Stadtverwaltung und die öffentliche Aufmerksamkeit den notwendigen Schub für konkrete bauliche Veränderungen liefern, wird Gegenstand künftiger Debatten in Rat und Verwaltung sein.