Monatelange Zustände in der Hedemannstraße sorgen für Verzweiflung
In einem Wohnhaus in der Hedemannstraße in Kreuzberg klagen Bewohner seit Monaten über fauliges Abwasser, anhaltenden Gestank, eine massive Mückenplage und Schäden durch Schimmel. Betroffen sind nach Angaben der Bewohner mehr als 100 Gewobag-Mieter, die in dem Komplex über acht Etagen wohnen. Die Probleme traten nach ersten Leitungsbrüchen bereits 2025 auf und wiederholen sich offenbar seitdem.
„Es sind etliche Rohrbrüche und dadurch Wasserschäden. Das geht jetzt schon seit sechs Monaten so“, sagt Bewohner Saim Babasoy (52). Nach seinen Angaben fließt in den Kellern eine braune Brühe, deren Geruch bis in die obersten Wohnungen zieht. Viele Haushalte hätten deshalb versucht, anderswo unterzukommen: „Wer es sich leisten kann, zieht aus.“
„Der Keller ist schlimm, überall steht das Abwasser. Es stinkt bis in die obersten Etagen.“ — Leyla Sensoy
Auswirkungen: Schlafstörungen, Mücken, Ratten und Schimmel
Bewohner berichten von anhaltenden Schlafstörungen, weil sich der Geruch durch das ganze Haus zieht. Leyla Sensoy (41) beschreibt die Situation für ihre Familie als „Hölle“: Türen und Fenster könnten oft nicht geöffnet werden, weil sonst die verunreinigte Luft aus dem Keller aufsteige. Gleichzeitig brüten nach Angaben der Mieter „Tausende Mücken“ in den stehenden Abwässern. Das führe zu einer ständigen Insektenbelästigung in allen Etagen.
Ercan Karaman (61), der seit 36 Jahren in dem Gebäude wohnt und mit seinem behinderten Sohn im Erdgeschoss lebt, berichtet erstmals von schwarzem Schimmel in seiner Wohnung. „Mit der Hitze im Sommer war es richtig schlimm“, sagt er. Für Mieter mit Vorerkrankungen oder kleinen Kindern stellt die Kombination aus Geruch, Insekten und Schimmel eine konkrete gesundheitliche Belastung dar.
Behörden und Vermieter: Bestätigung, aber keine ausführlichen Angaben
Die landeseigene Wohnungsgesellschaft Gewobag hat den wiederholten Rohrbrüchen gegenüber der Presse bestätigt. Nach Angaben der Bewohner sei bereits 2025 erstmals ein Wasserrohr im Keller geplatzt; seitdem käme es immer wieder zu ähnlichen Vorfällen. Das Gesundheitsamt wurde eingeschaltet, wie es in Berichten heißt. Konkrete Zeitpläne zu dauerhaften Sanierungsarbeiten oder Ersatzunterkünften wurden von den Betroffenen nicht übermittelt.
- Betroffene: mehr als 100 Mieter
- Gebäude: Wohnkomplex an der Hedemannstraße, acht Etagen
- Zustand seit: erster Rohrbruch 2025; anhaltende Probleme über sechs Monate (laut Bewohner)
Konkrete Lage vor Ort und offene Fragen
Vor dem Haus zeigen sich nach Schilderungen der Bewohner Folgen, die über bloße Beeinträchtigungen hinausgehen: Müllentsorgung werde erschwert, weil der Bereich von Ratten und stechenden Insekten belegt sei; tägliche Routinen wie Lüften oder das Verbringen von Müllsäcken nach draußen seien nur eingeschränkt möglich. Zahlreiche Mieter suchten bereits aktiv nach Alternativen und zögen aus, wenn sie dazu in der Lage seien.
| Faktor | Berichteter Zustand |
|---|---|
| Rohre/Keller | Wiederholte Rohrbrüche, braune Brühe im Keller |
| Gesundheit | Mückenplage, Schimmel, Augen- und Atembelastung |
| Betroffene | mehr als 100 Mieter, 8 Etagen |
Warum die Probleme sich über Monate hinziehen und welche kurzfristigen Maßnahmen die Gewobag oder das Gesundheitsamt ergriffen haben, ist aus den vorliegenden Informationen nicht vollständig ersichtlich. Die Betroffenen fordern schnellere Abhilfe, weil die aktuelle Lage nach eigenen Angaben das tägliche Leben und die Gesundheit beeinträchtigt.
Als lokale Korrespondenz bleibt festzuhalten: In einem dicht bewohnten Teil Kreuzbergs stellt diese Kombination aus baulichen Mängeln, Hygieneproblemen und potenziellen Gesundheitsgefahren nicht nur einen Einzelfall dar, sondern wirft Fragen zur Wohnungsnot, zur Verantwortung kommunaler Wohnungsunternehmen und zum Schutz von Mietern in langwierigen Sanierungsfällen auf. Bewohner und Anwohner erwarten nun klare Informationen und zügige Maßnahmen von Vermieter und Behörden.
WE NEWS bleibt an der Situation dran und berichtet über Antworten von Gewobag und den beteiligten Behörden, sobald sie vorliegen.