Kassel erlebt derzeit eine Phase dichter Baustellentätigkeit, die in Teilen der Stadt bis in den Herbst hinein spürbare Verkehrsbeeinträchtigungen verursacht. Im Zentrum der Beschwerden stehen die Leuschnerstraße, die bis November voll gesperrt ist, sowie mehrere Arbeiten auf der Kohlenstraße, der Korbacher Straße und der Frankfurter Straße. Die Kombination aus Baustellen und einer kürzlich erfolgten Vollsperrung der A44 nach einem Lkw-Brand hat die Verkehrslage im Südteil der Stadt deutlich verschärft.
Engpässe, Umleitungen und Beschwerden der Anwohner
Anwohner und Anlieger beklagen sich über die Situation: Immer wieder würden Autofahrer versuchen, Umwege abzukürzen, indem sie über Radwege fahren oder Absperrbaken beiseite räumen. Solche Beobachtungen werden mehrfach berichtet und tragen zum Ärger in betroffenen Quartieren bei. Die Stadt weist darauf hin, dass die Arbeiten an der Leuschnerstraße bis November andauern; daraus ergeben sich dauerhafte Einschränkungen für motorisierten Verkehr, Radfahrende und Fußgänger.
„Die Vollsperrung der Leuschnerstraße hat deutlich gezeigt, was passieren kann, und insbesondere die Nerven derjenigen strapaziert, die im Kasseler Süden unterwegs waren.“
Die Sperrung der Leuschnerstraße hat als Folge, dass der Durchgangsverkehr auf umliegende Straßen ausweicht. In Verbindung mit zusätzlichen Baustellen – unter anderem an der Korbacher und Frankfurter Straße – ergeben sich örtlich erhebliche Behinderungen, die sowohl den Berufsverkehr als auch den öffentlichen Raum betreffen.
Verkehrsführung auf der Kohlenstraße
Auf der Kohlenstraße gelten nach dem Abbau der Wehlheider Kirmes für beide Fahrtrichtungen zwischen Friedenstraße und Wittrockstraße jeweils nur noch ein Fahrstreifen. Die Straßenverkehrsbehörde der Stadt rechnet deshalb mit deutlichen Rückstaus. Außerdem ist das Einbiegen aus dem nördlichen Teil der Friedenstraße in die Kohlenstraße nicht mehr möglich. Die Ausfahrt aus dem Quartier erfolgt stattdessen über den Kirchweg oder die Hentzestraße.
- Leuschnerstraße: Vollsperrung bis November.
- Kohlenstraße: Eingeschränkte Verkehrsführung zwischen Frieden- und Wittrockstraße, jeweils ein Fahrstreifen pro Richtung.
- Korbacher und Frankfurter Straße: Weitere Bauarbeiten führen zu örtlichen Engpässen.
| Straße | Status | Folgen |
|---|---|---|
| Leuschnerstraße | Vollsperrung | Dauer bis November, erhebliche Umleitungen |
| Kohlenstraße | Je ein Fahrstreifen je Richtung (zwischen Frieden- und Wittrockstraße) | Rückstaubildung, kein Einbiegen aus nördlicher Friedenstraße |
| Korbacher / Frankfurter Straße | Bauarbeiten | Enge Verkehrsführung, zusätzliche Behinderungen |
Insbesondere Händler und Gewerbetreibende in betroffenen Quartieren klagen über Kundeneinbußen, weil Kunden Anfahrtswege meiden oder Parkmöglichkeiten eingeschränkt sind. Die Eingriffe in die Verkehrsführung treffen damit nicht nur Pendelnde, sondern auch die lokale Wirtschaft und die Lebensqualität in den Quartieren.
Behördliche Einschätzung und Ausblick
Die Straßenverkehrsbehörde hat bereits vor möglichen Rückstaus gewarnt und die veränderte Verkehrsführung kommuniziert. Konkrete zeitliche Entzerrungen oder zusätzliche Maßnahmen zur Entlastung wurden bislang nicht über die genannten Sperrzeiträume hinaus angekündigt. Die Kombination aus längerfristigen Baustellen und kurzfristigen Ereignissen wie dem Lkw-Brand auf der A44 macht die Planung für Verkehrsteilnehmer momentan schwieriger.
Für Pendelnde und Bewohner bedeutet dies: mehr Zeitpuffer einplanen, alternative Routen prüfen und – wo möglich – auf öffentliche Verkehrsmittel oder eine veränderte Fahrtzeit ausweichen. Zugleich wächst der Druck auf Verwaltung und Baustellenbetreiber, die Kommunikation zu verbessern und die Verkehrssicherheit für Radfahrende und Fußgänger konsequent zu gewährleisten, damit nicht weiterhin Absperrungen umgangen werden.
Die Situation bleibt bis auf Weiteres angespannt. Ob und welche Folgeanpassungen die Stadtverwaltung oder die ausführenden Firmen vornehmen, wird die kommenden Wochen zeigen.