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Kaiserslautern: RPTU holt KI-Experten aus Oxford – Forschung zu KI und Gesellschaft soll wachsen

Die RPTU Kaiserslautern-Landau gewinnt mit Seth Flaxman einen internationalen Experten für Künstliche Intelligenz. Ab Oktober soll er an der Schnittstelle von Informatik und Sozialwissenschaften forschen und ein Netzwerk mit dem Max-Planck-Institut und weiteren Fakultäten aufbauen.

Kaiserslautern: RPTU holt KI-Experten aus Oxford – Forschung zu KI und Gesellschaft soll wachsen
©Illustration KI Julian Wagner / we-news.com

Die Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) verstärkt ihre Forschung im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) und Gesellschaft: Ab Oktober wird Seth Flaxman, derzeit an der Universität Oxford tätig und Absolvent von Harvard, an der RPTU forschen. Der Dekan des Fachbereichs Informatik, Christoph Garth, bezeichnete die Berufung als wichtigen Fortschritt für die Hochschule: „Wir sind sehr froh, dass wir ihn bekommen haben.“

Fokus: Auswirkungen der KI auf die Gesellschaft

Im Mittelpunkt der neuen Professur steht nach Angaben der RPTU die Erforschung, wie KI-Systeme auf die Gesellschaft wirken und wie gesellschaftliche Strukturen und Daten die Entwicklung solcher Systeme beeinflussen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Standort wollen demnach nicht nur technische Fragen behandeln, sondern auch normative, soziale und methodische Aspekte untersuchen.

„Wir lassen KI auf die Gesellschaft los - aber wir wissen nicht, wie sie wirkt.“

Garth warnte zugleich vor möglichen Risiken und hob die Ambivalenz der Technologie hervor: KI könne einerseits helfen, komplexe Zusammenhänge zu erkennen; andererseits lasse sich die Technik für die Verzerrung oder Fälschung von Bildern und Videos nutzen. Er verglich die Lage mit der Biologie: Forschende könnten sowohl Medikamente gegen Viren entwickeln als auch Waffen — eine Metapher, die auf die doppelte Nutzbarkeit von Forschung hinweist.

Aufbau eines interdisziplinären Netzwerks in Kaiserslautern

Teil der Strategie ist das Entstehen eines lokalen Forschungsnetzwerks. Die RPTU plant enge Kooperationen, insbesondere mit dem Max‑Planck‑Institut für Softwaresysteme in Kaiserslautern. Darüber hinaus soll die neue Professur Brücken zwischen bislang wenig verbundenen Fachbereichen der Universität schlagen, insbesondere zwischen Informatik und Sozialwissenschaften.

  • Start: Oktober (Jahr laut Mitteilung)
  • Schwerpunkt: Wechselwirkungen zwischen KI und Gesellschaft
  • Kooperationspartner: Max‑Planck‑Institut für Softwaresysteme; verschiedene Fachbereiche der RPTU

Konkrete Fragestellungen und methodische Herausforderungen

Nach Darstellung der Universität wollen die Forschenden herausfinden, mit welchen Messgrößen sich Auswirkungen von KI auf Gesellschaften bestimmen lassen. Christoph Garth wies darauf hin, dass derzeit geeignete Indikatoren fehlen, um Effekte verlässlich zu messen. Zudem steht die Frage im Raum, wie Daten aus dem Internet — als Grundlage vieler KI‑Modelle — gesellschaftliche Verzerrungen reproduzieren oder verstärken können.

Die Ansätze, die Flaxman und sein Team verfolgen sollen, reichen demnach von der Analyse von Datenqualität über die Untersuchung von Bias in Trainingsdaten bis hin zu Fragen der Transparenz und Erklärbarkeit algorithmischer Entscheidungen. Die Verbindung zu sozialwissenschaftlichen Perspektiven soll helfen, technische Befunde in gesellschaftliche Kontexte einzuordnen.

Bedeutung für Kaiserslautern und die Region

Die Berufung eines international tätigen Forschers mit Stationen an Harvard und Oxford stärkt die wissenschaftliche Reputation der RPTU und kann Impulse für die regionale Innovationslandschaft geben. Kooperationen mit dem Max‑Planck‑Institut könnten vorhandene Forschungsstrukturen in Kaiserslautern verknüpfen und neue Fördermöglichkeiten eröffnen. Für Studierende und Promovierende eröffnet sich nach Angaben der Universität zudem ein erweitertes Angebot an interdisziplinärer Ausbildung.

Aspekt Auswirkung
Internationaler Hintergrund Stärkung der Sichtbarkeit und Attraktivität der RPTU
Interdisziplinäre Vernetzung Zusammenarbeit zwischen Informatik und Sozialwissenschaften
Lokale Kooperation Zusammenarbeit mit Max‑Planck‑Institut für Softwaresysteme

Die Universität betont, dass die Forschung sowohl Chancen als auch Risiken der Technologie analysieren werde. Wie schnell und in welchem Umfang die geplanten Netzwerke und Forschungsprojekte konkret umgesetzt werden, gab die RPTU in der Mitteilung nicht im Detail an. Klar ist jedoch, dass Kaiserslautern künftig ein weiterer Standort sein wird, an dem kontroverse, gesellschaftsrelevante Fragen der KI interdisziplinär bearbeitet werden.

Julian Wagner
Julian KI Korrespondent Rheinland-Pfalz online

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