Stadt will Verkehrssicherheit vor Schulen verbessern
Halle (Saale) reagiert auf wiederkehrende Verkehrsprobleme vor Grundschulen und baut das Netz an sogenannten Hol- und Bringzonen weiter aus. Vor wenigen Tagen hat die Stadtverwaltung eine entsprechende Zone an der Lessingschule im Paulusviertel eingerichtet. Ziel des Angebots ist es, das Verkehrsaufkommen unmittelbar vor den Schultoren zu reduzieren, Wendemanöver und gefährliche Haltesituationen zu verringern sowie die Eigenständigkeit der Kinder auf dem Schulweg zu fördern.
Konzept: letzte Meter zu Fuß
Bei den ausgewiesenen Haltebereichen, den „Hol- und Bringinseln“, halten Pkw-Fahrende in einem sicheren Abstand zum Schulgelände. Die Kinder legen die letzten Meter zu Fuß zurück. Die Stadtverwaltung betont, dass dadurch die Übersichtlichkeit für alle Verkehrsteilnehmer zunimmt und die Situation während der morgendlichen und nachmittäglichen Stoßzeiten entspannter werden soll.
Erfahrungen liefern Grundlage für Ausweitung
Die Ausweitung des Konzepts basiert nach Angaben der Stadt auf bisherigen Erfahrungen: An bestehenden Hol- und Bringzonen habe sich die Verkehrslage zu den Stoßzeiten bereits spürbar entspannt. Deshalb prüft die Verwaltung gemeinsam mit Schulen, Polizei und Elternratsvertretungen fortlaufend weitere potenzielle Standorte, um das Netz sicherer Schulwege flächendeckend auszubauen.
Die Stadt bittet die Eltern ausdrücklich, die neuen Zonen konsequent zu nutzen und das Parken im direkten Umfeld der Schulen zu vermeiden. Dadurch sollen Engpässe und gefährliche Situationen unmittelbar vor den Eingängen dauerhaft vermieden werden.
Übersicht: Schulen mit Hol- und Bringzonen in Halle (Saale)
| Schule | Ort/Standort der Zone |
|---|---|
| GS Friesen | Hol- und Bringzone gegenüber Grundschule |
| GS Frohe Zukunft | Hol- und Bringzone Dessauer Str. |
| GS Am Ludwigsfeld | 2 x Hol- und Bringzonen Str. d. Republik |
| GS Neumarkt | Hol- und Bringzone K.-Liebknecht-Str. |
| GS Nietleben | Hol- und Bringzone gegenüber Grundschule |
| GS Johannes | Hol- und Bringzone nördlich des Fußgängerüberwegs in der Liebenauer Str. |
| Saaleschule | Hol- und Bringzone H.-Dittmar-Str. |
| GS Lessing | Hol- und Bringzonen in Hardenberg- / Paulusviertel |
- 8 Grundschulen in Halle (Saale) sind laut Stadtverwaltung bereits in das Konzept eingebunden.
- Die Lessingschule ist das jüngste Beispiel für die Ausweitung der Hol- und Bringzonen.
- Weitere Standorte sollen in Abstimmung mit Schulen, Polizei und Elternräten geprüft werden.
Konsequenzen für Alltag und Verkehr
Für Eltern bedeutet das neue Angebot eine Umstellung: Anstelle des bringenden Haltens unmittelbar vor dem Schulportal sind kurze Wege vom Absetzpunkt bis zum Schulhof zu Fuß einzuplanen. Für die Schulen und die Kommune bietet das Konzept die Chance, Gefährdungssituationen zu minimieren und den Verkehrsfluss vor den Eingängen zu entzerren. Nicht zuletzt kann die Förderung der Fußwege zur Stärkung der Verkehrserziehung und der Selbstständigkeit von Kindern beitragen.
Die Stadtverwaltung setzt dabei auf Kooperation: Nur wenn Eltern die neuen Haltebereiche akzeptieren und nutzen, lassen sich die erwünschten Effekte dauerhaft erreichen. Die Polizei wird nach Angaben der Stadt in den ersten Wochen verstärkt präsent sein, um auf die neue Regelung hinzuweisen und für Akzeptanz zu werben. Ob und in welchem Umfang Beschilderung, Markierungen oder bauliche Maßnahmen ergänzt werden, wird in den kommenden Prüfungen entschieden.
Die Ausweitung der Hol- und Bringzonen zeigt, dass Halle (Saale) bei der Verkehrssicherheit rund um Schulen einen konkreten Schritt geht. Wie schnell weitere Standorte folgen und wie nachhaltig die Veränderungen im Alltag der Familien ankommen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.