In Berlin haben Cyberangriffe auf zwei Ressorts der Landesverwaltung zu erheblichen Einschränkungen im Dienstbetrieb geführt. Betroffen sind die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Umwelt und Klimaschutz. Die betroffenen Bereiche wurden am Freitag aus dem Landesnetz genommen, um möglichen weiteren Schaden zu verhindern.
Arbeitsfähigkeit bleibt eingeschränkt
Nach Angaben eines Sprechers der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sind Beschäftigte derzeit aus Sicherheitsgründen daran gehindert, im Homeoffice zu arbeiten. Das Landesnetz ist in den betroffenen Bereichen vom übrigen Datennetz getrennt worden, wodurch die Nutzung des Internets und der externe Mailverkehr nicht möglich sind. Die interne E-Mail-Funktion innerhalb der abgeschotteten Systeme ist demnach weiterhin nutzbar, außerdem ist die Behörde telefonisch erreichbar.
„Wir sind arbeitsfähig“, sagte Sprecher Martin Pallgen auf Nachfrage.
Gleichwohl stehen Verwaltung und ihre Mitarbeitenden vor der Herausforderung, wie sie den Austausch mit anderen Behörden und externen Partnern am besten sicherstellen. Laut Angaben aus der Senatskanzlei wird an Lösungen gearbeitet, um die Kommunikation wieder zuverlässig herzustellen.
Konkrete Folgen für Bürger und Projekte
Welche unmittelbaren Auswirkungen sich für Bürgerinnen und Bürger ergeben, bleibt derzeit uneinheitlich: Während die Telefonie nach wie vor funktioniert, sind Anliegen, die auf externe elektronische Kommunikation angewiesen sind, erschwert. Das betrifft beispielsweise die Koordination mit anderen Landes- oder Bezirksämtern, die Abstimmung von Bauvorhaben und möglicherweise die Erreichbarkeit von elektronisch abgewickelten Dienstleistungen.
- Homeoffice: Vorübergehend nicht möglich für die betroffenen Abteilungen.
- Externe E-Mail-Kommunikation: derzeit unterbrochen.
- Interne Kommunikation: Eingeschränkte, aber vorhandene interne E-Mail-Funktionen.
- Telefonische Erreichbarkeit: Besteht weiterhin.
Grundsätzliche Fragen zur IT-Sicherheit
Der Vorfall wirft erneut grundlegende Fragen zur IT-Sicherheit in der öffentlichen Verwaltung auf. Behörden sind zunehmend Ziel von Cyberangriffen, die von Erpressersoftware bis zu gezielten Störungen reichen können. Vorgezogene Netztrennungen, wie sie in Berlin vorgenommen wurden, gelten als Standardmaßnahme, um die Ausbreitung von Schadsoftware zu verhindern. Gleichzeitig führen solche Maßnahmen kurzfristig zu Leistungseinschränkungen.
Die Senatskanzlei bestätigte den Sachverhalt am Montag und betonte, die Trennung sei erfolgt, um weiteren Schaden abzuwenden. Genaue Angaben zum Ausmaß des Angriffs, zur Art der Angriffssoftware oder zur möglichen Herkunft der Täter machte die Verwaltung bislang nicht.
Was jetzt wichtig ist
Für Betroffene und Interessenvertretungen in Verwaltung und Wirtschaft sind in dieser Phase vor allem drei Punkte entscheidend:
| Frage | Aktueller Stand |
|---|---|
| Erreichbarkeit | Telefonisch erreichbar, externe E-Mails nicht möglich |
| Arbeitsfähigkeit | Behörde bezeichnet sich als arbeitsfähig, aber mit Einschränkungen |
| Wiederherstellung | Maßnahmen zur Sicherung und Wiederanbindung laufen laut Senatskanzlei |
Für Bürgerinnen und Bürger empfiehlt sich, bei Anliegen Geduld zu üben, sich telefonisch zu erkundigen und Fristen im Blick zu behalten. Wenn möglich, sollten kritische Anliegen nicht ausschließlich auf elektronische Wege vertrauen, bis die Behörden wieder vollständig erreichbar sind.
Politische und organisatorische Folgen
Dass zwei Ressorts gleichzeitig betroffen sind, erhöht den Druck auf die Landesregierung, die IT-Infrastruktur zu überprüfen und gegebenenfalls nachzubessern. Solche Vorfälle führen häufig zu internen Prüfungen, externen Analysen und zu Diskussionen über Investitionen in Cybersicherheit sowie die Frage, wie Redundanzen geschaffen werden können, damit Verwaltungsabläufe im Störfall besser weiterlaufen.
Die Senatskanzlei hält sich zu Details noch zurück. Klar ist jedoch: Solange zentrale Verbindungen zum Landesnetz getrennt bleiben, werden Abläufe in den betroffenen Verwaltungen eingeschränkt bleiben. Die Behörden arbeiten nach eigenen Angaben an Wegen, die Kommunikation mit anderen Verwaltungen wieder zuverlässig zu organisieren.
Wie lange die Einschränkungen andauern werden, blieb zunächst offen. Die zuständigen Stellen stehen in engem Austausch, um den normalen Betrieb so schnell wie möglich wiederherzustellen.