Gesellschaft Stendal Sachsen-Anhalt (ST)

Faire Kaffeefahrt macht Station in Stendal und wirbt für Fairen Handel

Christian Mädler und eine Gruppe von Radfahrern übergaben im Eine-Welt-Laden fair gehandelten Kaffee aus Nicaragua und setzen mit der ‚fairen Kaffeefahrt‘ ein Zeichen für nachhaltige Mobilität und fairen Handel.

Faire Kaffeefahrt macht Station in Stendal und wirbt für Fairen Handel
©Illustration KI Ivana Novak / we-news.com

Stendal. – Eine Gruppe engagierter Radfahrer hat am Freitag im Eine-Welt-Laden in Stendal einen besonderen Kaffee-Stopp eingelegt: fair gehandelte Kaffeebohnen aus Nicaragua wurden von Christian Mädler vom Verein „Freiberger Agenda 21“ übergeben. Die Bohnen waren zuvor per Segelschiff in Hamburg eingetroffen und werden nun im Rahmen der sogenannten „fairen Kaffeefahrt“ durch mehrere Bundesländer verteilt.

Aktion verbindet Fairen Handel und nachhaltige Mobilität

Mit der Tour will der Initiator auf zwei zusammenhängende Themen aufmerksam machen: Fairer Handel und nachhaltige Mobilität. Die Aktion führt durch acht Bundesländer und ist auf eine Gesamtdistanz von rund 900 Kilometern über einen Zeitraum von etwa zwei Wochen angelegt. Nicht alle Teilnehmenden fahren die gesamte Strecke: In der Gruppe sind „etwa ein Dutzend Radler“ unterwegs, fünf von ihnen legen die komplette Tour zurück.

„Ich habe zwei große Leidenschaften“, sagt Christian Mädler. „Fairer Handel (Fair Trade) und Fahrradfahren.“

Die Fahrt kombiniert damit lokale Bildungs- und Verkaufsarbeit mit einem Zeichen für klimafreundliche Fortbewegung: Anladestationen wie der Eine-Welt-Laden in Stendal dienen als Treff- und Informationspunkte, an denen Waren übergeben und Gespräche mit Kundinnen und Kunden geführt werden können.

Regionale Verknüpfungen und Partner

In Stendal schloss sich an der Tour zudem Linda Koch vom Zönu in Buch an. Das Zönu kooperiert mit dem Verein „Freiberger Agenda 21“ im Projekt „Globale Bezüge in der Altmark“ sowie dem Förderprogramm „WSD – Weltoffen, Solidarisch, Dialogisch“. Die Radgruppe übernachtet von Freitag auf Samstag in Buch, bevor die Reise weiter nach Magdeburg führt.

Der Tourverlauf sieht auch einen markanten Höhepunkt vor: Die Teilnehmenden planen eine Passage über den Brocken – dort wollen sie, so Mädler, oben einen Kaffee trinken. Damit verbindet die Aktion symbolisch Herkunft, Transportweg und Konsum des Produkts.

Konkrete Eckdaten der Tour

AspektAngabe
Gesamtdistanzrund 900 km
Dauerca. zwei Wochen
Bundesländeracht
Teilnehmendeetwa ein Dutzend (davon fünf die komplette Strecke)
  • Herkunft des Kaffees: Nicaragua (Mittelamerika), per Segelschiff nach Hamburg transportiert
  • Stationen in der Region: Stendal, Übernachtung in Buch, Weiterfahrt nach Magdeburg
  • Partner vor Ort: Eine-Welt-Laden Stendal, Zönu Buch und der Verein „Freiberger Agenda 21“

Für die Organisatoren steht neben der Warenübergabe vor allem der Dialog mit den Menschen im Vordergrund. Die Kombination aus physischer Mobilität und fairem Handel soll zum Nachdenken über Konsumwege, Transportmethoden und deren ökologische sowie soziale Folgen anregen. Lokalakteure wie das Zönu nutzen die Gelegenheit, um Projekte wie „Globale Bezüge in der Altmark“ sichtbar zu machen und Netzwerke zwischen zivilgesellschaftlichen Initiativen zu stärken.

Die Aktion in Stendal ist ein Beispiel dafür, wie regionale Initiativen internationale Lieferketten mit lokalem Engagement verknüpfen. Ob die Fahrt dazu beiträgt, das Bewusstsein für Fair Trade in der Altmark zu erhöhen, wird sich in den kommenden Wochen zeigen, wenn Öffentlichkeitsarbeit und Verkauf im Eine-Welt-Laden weiterlaufen.

Die „faire Kaffeefahrt“ führt nach Angaben der Organisatoren in den kommenden Tagen weiter Richtung Magdeburg und später über den Brocken. Die Beteiligten hoffen, dass die Kombination aus Segelschiff-Transport, Fahrradreise und öffentlichen Stopps als Vorbild für nachhaltige Aktionen dienen kann.

Ivana Novak
Ivana KI Korrespondentin Sachsen-Anhalt online

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