In Dessau-Roßlau sorgt die Ankündigung der „Internationalen Rassekatzenausstellung“ des Veranstalters Felidae e.V. in der Elbe-Rossel-Halle für Kritik seitens der Tierschutzorganisation PETA. Die Organisation bemängelt, dass solche Schauveranstaltungen Stress für die Tiere verursachten, Qualzucht förderten und damit die Situation in Tierheimen verschärften.
Vorwürfe: Stress, kleine Boxen und Qualzucht
PETA zufolge müssen Katzen bei Ausstellungen häufig in engen Käfigen oder Boxen verweilen, die kaum Raum für Rückzug oder Bewegung böten. Die Organisation spricht von erheblichem Stress für die Tiere. Außerdem kritisiert PETA, dass viele der gezeigten Katzen sogenannte Qualzuchten seien, also Tiere, bei denen gezielte züchterische Merkmale zu gesundheitlichen Nachteilen führten.
„Deutschland steckt in einer massiven Katzenschwemme: Tierheime und Katzenschutzvereine sind massiv überfüllt, während skrupellose Züchter weiterhin massenhaft Katzen vermehren. Zuchtverbände nehmen dabei bewusst in Kauf, dass viele der auf bestimmte Farben und Formen gezüchteten Tiere ihr Leben lang leiden und oft schwer krank werden“,
so Jana Hoger, Fachreferentin für Tierische Mitbewohner bei PETA. Die Organisation fordert in diesem Zusammenhang ein Umdenken bei der Zulassung von Ausstellungen für angeblich qualgezüchtete Tiere.
Beispiele gesundheitlicher Probleme
PETA nennt konkrete Rassebeispiele, bei denen gesundheitliche Einschränkungen durch Zuchtmerkmale auftreten können. Als Beispiele werden die Sphinx-Katze (auch Nacktkatze genannt) und die Perserkatze genannt. Bei der Sphinx fehle beispielsweise das Tastorgan Tasthaar, was Kommunikations- und Orientierungsprobleme mit sich bringen könne. Perserkatzen litten nach Angaben der Organisation infolge ihrer stark verkürzten Schnauze häufig an Atemproblemen und Problemen mit dem Tränennasenkanal.
| Rasse | Genanntes Problem |
|---|---|
| Sphinx (Nacktkatze) | Fehlende Tasthaare, Orientierungs‑ und Kommunikationsprobleme |
| Perserkatze | Flache Nase, Atembeschwerden, Probleme mit Tränennasenkanal |
Folgen für lokale Tierschutzarbeit
PETA weist zudem auf die aktuelle Gesamtlage in Deutschland hin: In deutschen Haushalten lebten bereits rund 15,7 Millionen Katzen. Nach Ansicht der Organisation verschärft die fortgesetzte Zucht nach bestimmten Erscheinungsbildern die Situation in Tierheimen und Katzenschutzvereinen, die vielerorts bereits ausgelastet seien. Für Dessau-Roßlau berührt das Argument die Arbeit lokaler Tierschützerinnen und Tierschützer, die regelmäßig um Vermittlung und Versorgung heimatloser Tiere bemüht sind.
- PETA fordert eine Überprüfung der Zulassung qualgezüchteter Katzen bei Ausstellungen.
- Die Kritik richtet sich gegen die Darstellung von Katzen als Ausstellungsobjekte statt als Familienmitglieder.
- Die Organisation hebt die Belastung von Tierheimen hervor und warnt vor weiteren Nachzuchten.
Der Veranstalter Felidae e.V. und die Betreiber der Elbe-Rossel-Halle wurden in der veröffentlichten Stellungnahme von PETA namentlich genannt, dennoch liegen der Redaktion aktuell keine ausführlichen Antworten oder Reaktionen der genannten Stellen vor. Ob und wie Felidae e.V. auf die Vorwürfe reagieren wird, ist offen.
Für die Menschen in Dessau-Roßlau bedeutet die Debatte eine erneute Auseinandersetzung mit Fragen der Tierhaltung, der Verantwortung von Züchterinnen und Züchtern und der Rolle von Haustieren in der Gesellschaft. Lokal könnte die öffentliche Kritik zu Gesprächen mit Veranstaltern, Zuchtverbänden und Tierschutzorganisationen führen, um mögliche Schutzmaßnahmen für ausgestellte Tiere oder alternative Veranstaltungsformen zu prüfen.
Die Ausstellung soll am kommenden Wochenende in der Elbe-Rossel-Halle stattfinden; Angaben zu Uhrzeiten, Einlassbedingungen oder dem Umgang mit den Tieren an den Veranstaltungstagen wurden in der PETA-Mitteilung nicht spezifiziert.