Landkreis investiert in Erdwärme
Der Landkreis Celle hat am Trift-Gelände den Startschuss für ein Geothermieprojekt gegeben, mit dem die Wärmeversorgung kreiseigener Liegenschaften grundlegend umgestellt werden soll. Bei einem Pressetermin wurde der Beginn der Bohrarbeiten für die ersten Erdwärmesonden gezeigt; Landrat Axel Flader leitete den Spülvorgang für die erste Bohrung.
Nach Angaben der Kreisverwaltung entsteht bis 2027 auf dem Kreisgelände eine geothermische Wärmeversorgung, die aus insgesamt rund 78 Erdwärmesonden besteht. Die veranschlagten Investitionskosten liegen bei etwa vier Millionen Euro. Die Planungen sehen vor, die bislang überwiegend fossile Wärmeversorgung schrittweise auf eine klimafreundlichere und langfristig wirtschaftlichere Lösung umzustellen.
Ziele und Perspektiven
Landrat Flader betonte die Bedeutung des Projekts für die Energiewende auf Kreisebene: Es solle ein deutliches Signal für die eigenen Klimaschutzziele setzen und zeigen, dass Klimaneutralität an Liegenschaften des Landkreises konkret umgesetzt werden könne. Das Projekt sei zugleich eine Investition in eine „unabhängige, saubere und langfristig wirtschaftliche Wärmeversorgung“ für Beschäftigte und kommende Generationen.
„Mit der Umstellung auf Erdwärme setzen wir am Trift-Gelände ein starkes Signal für unsere kreiseigenen Klimaschutzziele. Wir zeigen, dass Klimaneutralität kein abstraktes Ziel bleibt, sondern konkret an unseren eigenen Liegenschaften umgesetzt wird.“
Die Kreisverwaltung verweist darauf, dass durch die Umstellung der Verbrauch fossiler Brennstoffe deutlich reduziert und damit eine erhebliche Einsparung von CO₂ erreicht werden soll. Wirtschaftlichkeitsberechnungen im Vorfeld gehen davon aus, dass sich die Investition langfristig amortisieren wird; als zeitlicher Orientierungsrahmen wird etwa 2045/46 genannt.
Technik und Aufbau
Das Projekt besteht aus zwei getrennten Sondenfeldern. Im ersten Bauabschnitt wird ein Sondenfeld für die Gebäude Trift 26a und Trift 26b errichtet. Ein begleitender Geologe erläuterte beim Termin technische Details zu Bohrungen und Sonden.
- Standort: Trift-Gelände (mit Anschluss an Liegenschaften an der Speicherstraße)
- Anlage: rund 78 Erdwärmesonden insgesamt
- Investitionsvolumen: etwa vier Millionen Euro
- Zeithorizont: Ausbau bis 2027, Amortisation voraussichtlich bis 2045/46
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Anzahl Sonden | ~78 |
| Investition | ~4 Mio. € |
| Fertigstellung | 2027 |
| Voraussichtliche Amortisation | 2045/46 |
Regionale Bedeutung und Ausblick
Der Landkreis sieht in dem Projekt nicht nur eine lokale Wärmeversorgungslösung, sondern auch eine Chance, praktische Erfahrungen mit oberflächennaher Geothermie zu sammeln. Diese Erkenntnisse könnten künftig für weitere kreiseigene Gebäude und mögliche geeignete Flächen relevant werden. Damit könnte der Kreis Handlungsspielräume für die Dekarbonisierung seines Liegenschaftsbestands gewinnen.
Für Beschäftigte und Nutzer der betroffenen Gebäude bedeutet die Umstellung auf Erdwärme konkretere Planbarkeit bei der Wärmeversorgung und eine langfristig geringere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Finanziell steht die Investition in einem Abwägungsrahmen: Hohe Anfangskosten stehen der Aussicht auf Energiekosteneinsparungen und CO₂-Reduktion gegenüber, die nach den vorliegenden Berechnungen eine Amortisation innerhalb von zwei bis drei Jahrzehnten ermöglichen sollen.
Der weitere Verlauf des Projekts wird von Genehmigungen, Bohrverlauf und baulichen Arbeiten abhängen. Der Landkreis kündigte an, die Entwicklungen weiter zu begleiten und die gewonnenen Daten bei künftigen Entscheidungen zur energetischen Modernisierung eigener Liegenschaften einzubeziehen.