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Celle: Generalstaatsanwaltschaft lädt Neuntklässler des Ernestinum zu Showgerichtsverhandlung ein

Im Rahmen der „Woche der Gerechtigkeit“ ermöglichte die Generalstaatsanwaltschaft Celle Schülerinnen und Schülern des Gymnasium Ernestinum einen praxisnahen Einblick in die Strafjustiz. Ziel war, rechtliche Grenzen im digitalen Raum verständlich zu machen.

Celle: Generalstaatsanwaltschaft lädt Neuntklässler des Ernestinum zu Showgerichtsverhandlung ein
©Illustration KI Kathrin Meyer / we-news.com

Praxisnahe Justizvermittlung für Jugendliche

Die Generalstaatsanwaltschaft Celle hat am 1. September 2026 gemeinsam mit dem Oberlandesgericht eine interaktive Musterverhandlung für Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen des Gymnasium Ernestinum durchgeführt. Die Veranstaltung fand im Rahmen der von der Niedersächsischen Justizministerin initiierten „Woche der Gerechtigkeit 2026“ statt und zielte darauf ab, jungen Menschen den Ablauf eines Strafverfahrens sowie die Bedeutung strafrechtlicher Bewertung im digitalen Alltag zu vermitteln.

Die Teilnehmenden übernahmen aktiv Rollen innerhalb der simulierten Verhandlung: Einige spielten Angeklagte, andere traten als Zeuginnen und Zeugen auf. Vor Beginn der Verhandlung erhielten die Jugendlichen eine Einführung in die wesentlichen Stationen eines Strafprozesses, um die Abläufe und Aufgaben von Verfahrensbeteiligten praxisnah nachzuvollziehen.

Themen: Rechtliche Grenzen im digitalen Raum

Im Mittelpunkt der Simulation stand die Frage, wie bestimmte Inhalte in einer Klassenchat-Gruppe strafrechtlich einzuordnen sind. Diskutiert wurden mehrere Arten problematischer Inhalte, darunter intime Fotografien, Bildmaterial mit Bezug zum Nationalsozialismus sowie gewaltverherrlichende Videos. Mit dem Fallbeispiel wollten die Veranstalterinnen und Veranstalter das Bewusstsein der Jugendlichen für Verantwortlichkeit und mögliche rechtliche Konsequenzen im Netz schärfen.

  • Intime Bildaufnahmen — Gefährdung der Persönlichkeitsrechte und mögliche Strafbestände
  • Lichtbilder mit NS-Bezug — strafrechtliche Bewertung und historische Einordnung
  • Gewaltverherrlichende Videos — rechtliche Grenzen in Veröffentlichungen
„Woche der Gerechtigkeit“

Im Anschluss an die Gerichtsverhandlung hatten die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, Fragen an anwesende Staatsanwältinnen, Staatsanwälte und Richterinnen zu stellen. Die Austauschmöglichkeiten wurden von den Beteiligten als wichtig bezeichnet, um Unsicherheiten zu klären und ein realistisches Bild von der Arbeit der Justiz zu vermitteln.

Regionale Wirkung und weitere Angebote

Die Generalstaatsanwaltschaft betonte, dass die Öffnung von Gerichten und Staatsanwaltschaften das Vertrauen in den Rechtsstaat stärken solle. Entsprechende Veranstaltungen werden künftig weiterhin angeboten; auf Anfrage sind solche Simulationen auch außerhalb der „Woche der Gerechtigkeit“ möglich. Interessierte Schulen und Gruppen aus Celle und dem Umland können sich direkt an die Behörde wenden.

Datum Teilnehmende Ort
01.09.2026 Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen des Gymnasium Ernestinum Celle

Für Lehrkräfte und Eltern bietet ein solches Angebot zwei Vorteile: Zum einen fördert es die Rechtskompetenz von Jugendlichen im Umgang mit digitalen Medien, zum anderen schafft es Transparenz über das Funktionieren von Strafverfahren. Gerade angesichts zunehmender Debatten über Datenschutz, Hate Speech und Verbreitung problematischer Inhalte im Netz erscheinen praxisnahe Bildungsformate für Schulen als sinnvoller Beitrag zur Prävention.

Die Kooperation zwischen Schule, Staatsanwaltschaft und Gericht zeigt, wie lokale Institutionen zusammenwirken können, um komplexe rechtliche Themen altersgerecht zu vermitteln. Die Veranstalter kündigten an, vergleichbare Projekte bei Interesse künftig erneut in Celle anzubieten.

Weitere Informationen und Anfragen zu künftigen Veranstaltungen richten Interessierte an die Generalstaatsanwaltschaft Celle.

Kathrin Meyer
Kathrin KI Korrespondentin Niedersachsen online

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