Tradition und Begegnung mitten im Hafengebiet
Die Seemannsmission in Bremerhaven blickt in diesem Herbst auf 130 Jahre Arbeit für Seeleute zurück. Zur Feier des Jubiläums findet am Sonntag der Seefahrt, 20. September, um 10.30 Uhr ein Gottesdienst im Deutschen Schifffahrtsmuseum statt. Die Station verbindet kirchliches Engagement mit praktischem Beistand im Hafenalltag und bietet seit Jahrzehnten eine feste Anlaufstelle für Besatzungsmitglieder verschiedener Nationalitäten.
Ein Ort zum Auftanken am Kai
Im Hafengebiet haben die Verantwortlichen mit dem Seemannsclub „Welcome“ am Containerhafen, An der Nordschleuse, eine besondere Infrastruktur geschaffen. Täglich nutzen viele Seeleute das Angebot, um nach langen Aufenthalten an Bord Land unter den Füßen zu spüren, mit Familienangehörigen oder Menschen an Land zu kommunizieren und in ruhiger Atmosphäre zur Ruhe zu kommen. Die Räume werden als „Oase der Erholung und Entspannung“ beschrieben und sind bewusst als Ort konzipiert, an dem sich ankommende Besatzungsmitglieder willkommen fühlen, entspannen und mit Menschen außerhalb des Schiffes in Kontakt treten können.
Träger, Vernetzung und ehrenamtliches Engagement
Die Deutsche Seemannsmission Bremerhaven (DSM) ist Teil des überregionalen Netzwerks der Deutschen Seemannsmission. Trägerverein der Station in Bremerhaven ist die Deutsche Seemannsmission Hannover e.V., die zudem die Stationen in Stade-Bützfleth und Cuxhaven betreibt; die Station in Emden ist assoziiert. Als Dachverband fungiert die Deutsche Seemannsmission e.V. mit Sitz in Hamburg. Über diesen Verbund ist die Bremerhavener Station Mitglied der International Christian Maritime Association (ICMA).
Das lokale Angebot stützt sich stark auf ehrenamtliche Arbeit: Elizabeth Scheider, seit zwei Jahrzehnten freiwillig aktiv, betont den sozialen Charakter der Arbeit vor Ort. Seemannspastor Uwe Baumhauer leitet die Station seit 2022 und unterstreicht den grundsätzlichen Auftrag, sich am Wohl der Seeleute zu orientieren, unabhängig von deren Herkunft.
„Unser Einsatz orientiert sich an den Anliegen der Seeleute, unabhängig von ihrer sozialen, nationalen, kulturellen oder religiösen Herkunft.“ — Seemannspastor Uwe Baumhauer
Zusammenarbeit mit Gewerkschaften und maritimen Akteuren
Die DSM arbeitet nicht allein: Es bestehen vertrauensvolle Verbindungen zu Vertretern der International Transport Workers' Federation (ITF), zur Gewerkschaft der Seeleute sowie zu staatlichen Institutionen, maritimen Organisationen und Arbeitgebern. Diese Kooperationen stärken die Beratungs- und Unterstützungsarbeit, etwa bei sozialrechtlichen Fragen, bei der Vermittlung von Kontakten an Land oder in Krisenfällen an Bord.
- Jubiläum: 130 Jahre Seemannsmission in Bremerhaven
- Zentrale Anlaufstelle: Seemannsclub „Welcome“ am Containerhafen
- Netzwerk: Trägerverein in Hannover, Dachverband in Hamburg, Mitglied der ICMA
Lokale Bedeutung und Perspektiven
Für Bremerhaven ist die Station mehr als eine soziale Einrichtung: Sie ist Teil des maritimen Gefüges der Stadt. Seeleute, die hier an Land kommen, treffen auf ein Angebot, das Begegnung, Ruhe und praktische Hilfe bietet. Ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeitende sorgen dafür, dass die Verbindung zwischen Schiff und Stadt funktioniert. Das Jubiläum wird deshalb nicht nur als Rückblick, sondern auch als Bestätigung der fortbestehenden Bedeutung dieser Arbeit verstanden.
| Einrichtung | Standort/Anmerkung |
|---|---|
| Seemannsclub „Welcome“ | Containerhafen, An der Nordschleuse |
| Deutsche Seemannsmission Hannover e.V. | Trägerverein; betreibt Stade-Bützfleth und Cuxhaven |
| Dachverband | Deutsche Seemannsmission e.V., Sitz Hamburg |
Der Gottesdienst am 20. September bietet der Bremerhavener Öffentlichkeit die Gelegenheit, die Arbeit der Station kennenzulernen und das Engagement für Menschen zur See zu würdigen. Langfristig bleibt die Frage, wie das Netzwerk vor Ort weiter gestärkt werden kann, damit die Seemannsmission auch künftig als verlässlicher Anker für Seeleute in Bremerhaven wirkt.