Die internationale Fachmesse Space Tech Expo wird künftig nicht mehr in Bremen stattfinden. Nach Angaben der Senatskanzlei zieht die Veranstaltung ab 2027 nach Frankfurt. Als Grund geben die Veranstalter und die Messegesellschaft die rapide gestiegene Zahl nationaler und internationaler Aussteller sowie die fehlenden Expansionsmöglichkeiten auf dem Bremer Messegelände an.
Wachstum als Ursache
Die Messe war in Bremen kontinuierlich gewachsen: Startend 2015 mit vergleichsweise wenigen Beteiligten entwickelte sie sich in den vergangenen Jahren zu einem international beachteten Branchenereignis. Im letzten Jahr verzeichneten die Veranstalter nach eigenen Angaben rund 950 Aussteller und etwa 12.000 Besucher. Für die aktuelle Veranstaltung sind die verfügbaren Flächen der Bremer Messegesellschaft M3B bereits vollständig belegt – von der ÖVB-Arena bis zur Halle 7 auf der Bürgerweide.
| Jahr | Aussteller | Teilnehmer |
|---|---|---|
| 2015 | 150 | 2.600 |
| Letztes Jahr | 950 | 12.000 |
Reaktionen aus der Politik
Bremens Bürgermeister äußerte Bedauern über den Wegzug und hob hervor, dass die Messe „nicht weiter expandieren kann“, weil die Flächen begrenzt seien. Er bezeichnete den Verlust als einen harten Schlag für den Raumfahrt-, Wirtschafts- und Tourismusstandort Bremen.
„Letztlich sind wir ein Opfer unseres eigenen Erfolgs“, bedauerte Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD).
Weitere Aussagen wiesen auf die Notwendigkeit hin, mit dem britischen Veranstalter Smarter Shows nach neuen Formaten zu suchen. Gespräche dazu sollen im Herbst beginnen, kündigte die Senatskanzlei an.
Auswirkungen für Bremen
Der Wegzug trifft mehrere Bereiche: Zum einen verlieren lokale Hotels, Gaststätten und Dienstleister eine regelmäßig wiederkehrende Einnahmequelle. Zum anderen leidet das Image des Standorts, der sich in den vergangenen Jahren als Standort für Raumfahrtzulieferer und Forschungseinrichtungen positioniert hat.
Gleichzeitig stehen Messegesellschaft und städtische Verantwortliche vor der Herausforderung, Ersatzformate zu etablieren oder die vorhandenen Flächen anders zu nutzen, um wirtschaftliche Einbußen zu begrenzen. Konkrete Alternativpläne wurden bisher nicht veröffentlicht; angekündigt sind Gespräche mit dem Veranstalter.
Perspektiven für die Branche in Bremen
Die Entscheidung bedeutet nicht zwangsläufig ein Ende der Raumfahrtaktivitäten in Bremen. Forschungseinrichtungen, Firmen und Zulieferer in der Region bleiben unabhängig von der Messepräsenz aktiv. Gleichwohl ist die Präsenz großer Fachmessen häufig Katalysator für Netzwerke, Investitionen und Sichtbarkeit im internationalen Markt.
Die Suche nach neuen Veranstaltungskonzepten könnte auch Chancen bieten: Kleinere, spezialisierte Formate oder Kooperationen mit anderen Messen und Kongressen wären denkbar. Die Senatskanzlei und Vertreter der M3B betonten, man wolle konstruktiv an Lösungen arbeiten.
Was jetzt zu erwarten ist
Für Besucher und Aussteller der kommenden Jahre bedeutet die Entscheidung: Die Space Tech Expo wird nicht mehr als jährlicher Treffpunkt in Bremen geplant. Die Messegesellschaft M3B hat nach eigenen Angaben für das laufende Jahr sämtliche Hallen belegt, weitere Kapazitäten sind nicht verfügbar. Wie sich das Messeangebot in Bremen mittelfristig entwickelt, hängt nun von den Verhandlungen über neue Formate und möglichen Partnerschaften ab.
- Direkte Folgen: Verlust der Space Tech Expo ab 2027
- Kurzfristig: Gespräche zwischen Senat, M3B und Veranstalter im Herbst
- Langfristig: Neubewertung von Messeangebot und Standortstrategie
Die Entscheidung der Veranstalter ist Ausdruck eines Wachstumsproblems: Bremen habe die Messe mit aufgebaut, nun zwinge die Nachfrage zu einem Ortswechsel. Wie der Senat und die Messegesellschaft darauf reagieren, wird in den kommenden Monaten zu beobachten sein.