In Bremen-Osterholz haben Polizeibeamte am Samstag vier Hühner von einem Balkon gerettet, die nach ersten Erkenntnissen der Polizei aneinander und an der Balkonstruktur befestigt waren. Die Tiere, drei Hennen und ein Hahn, saßen demnach auf dem Betonboden eines Balkons in einem Mehrparteienhaus im dritten Obergeschoss und konnten sich nur eingeschränkt bewegen.
Fund und Zustand der Tiere
Die Einsatzkräfte fanden die Geflügeltiere nach Angaben der Polizei in einem Zustand vor, der den sofortigen Eingriff erforderte. Die Hühner waren laut Mitteilung der Polizei mit verschiedenem Material fixiert; dazu gehörten Schnüre, Nylons und nach Angaben der Ermittler sogar USB‑Kabel. Teilweise seien die Tiere untereinander verwickelt gewesen.
„Die Tiere waren mit Schnüren und Kabeln angebunden und konnten sich kaum bewegen“,
schrieb die Polizei in ihrer Pressemitteilung. Auf einem veröffentlichten Foto sind die Hühner auf dem unverkleideten Betonboden des Balkons zu sehen.
Polizeiliches Vorgehen und weitere Maßnahmen
Die Beamten befreiten die Hühner vor Ort, entwirrten die Bänder und Kabel und übergaben die Tiere anschließend in die Obhut eines Tierheims. Gegen die etwa 30 Jahre alte Bewohnerin der Wohnung werde nun wegen des Verdachts auf einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz ermittelt, teilte die Polizei mit. Weitere Hintergründe, etwa weshalb die Frau die Hühner auf dem Balkon hielt und die Tiere so befestigt waren, sind bislang nicht bekannt.
- Fundort: Balkon im 3. Obergeschoss, Bremen‑Osterholz
- Anzahl der Tiere: 4 (3 Hennen, 1 Hahn)
- Maßnahme: Befreiung durch Polizeibeamte, Übergabe an Tierheim
- Rechtslage: Ermittlungen wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz
Hintergrund: Tierschutz in städtischer Wohnumgebung
Die Haltung von Geflügel in Wohngebieten wirft immer wieder Fragen zu Platzangebot, Hygiene und Tierwohl auf. Gesetzliche Regelungen schreiben vor, dass Tiere artgerecht gehalten werden müssen und nicht leiden dürfen. Festbindungen an Beinen, das Verhängen der Bewegungsfreiheit oder das Platzieren von Hühnern auf ungeschütztem Beton sind Situationen, die in den Blick von Ordnungsbehörden und, wie hier, der Polizei geraten können.
Für Nachbarn können solche Fälle zudem zu Geruchs‑ und Lärmbelästigungen führen. In Mehrfamilienhäusern gehören klare Absprachen sowie gegebenenfalls Genehmigungen seitens der Hausverwaltung oder des Vermieters zur Praxis, wenn Haustiere gehalten werden. Fehlen diese, entstehen Konflikte und Meldepflichten können folgen.
Praktische Informationen für Betroffene
Wer in Bremen Hinweise auf Vernachlässigung oder Misshandlung von Tieren hat, sollte dies den Behörden melden. Zuständig sind zunächst Polizei oder Ordnungsamt; Tierheime und Tierschutzvereine können ebenfalls informiert werden. Bei akuter Gefahr für ein Tier ist der Notruf 110 ratsam, damit schnellstmöglich Hilfe geleistet werden kann.
| Fakten | Angaben |
|---|---|
| Anzahl Tiere | 4 (3 Hennen, 1 Hahn) |
| Ort | Bremen‑Osterholz, 3. Obergeschoss |
| Besondere Umstände | Fixierung mit Schnüren, Nylons und USB‑Kabeln |
| Aktueller Status | Tiere im Tierheim; Ermittlungen eingeleitet |
Ausblick
Die Bremer Polizei führt die Ermittlungen fort, um die Umstände der Haltung und mögliche strafrechtliche Folgen zu klären. Das Tierheim wird den Zustand der Tiere medizinisch und verhaltensmäßig beurteilen; daraus können weitere Schritte folgen, etwa Anzeigen durch Tierschutzorganisationen oder Änderungen in der Unterbringung der Tiere.
Für die Nachbarschaft und Hausverwaltungen bleibt der Fall ein Beispiel dafür, wie eng Tierschutzfragen und städtisches Zusammenleben verzahnt sind. Die Behörden rufen dazu auf, Auffälligkeiten zu melden, damit betroffene Tiere schnell geholfen werden kann.
Annika Voss, Korrespondentin Bremen