Das Ministerium für Bildung und Ausbildung hat einen neuen Entwurf zur Regelung der Aufnahmeprüfungen für die 10. Klasse vorgelegt, wonach nicht-spezialisierte Gymnasien, sofern die Prüfungen lokal organisiert werden, künftig nur noch in den Fächern Mathematik und Literatur prüfen sollen. Der Vorschlag sieht vor, dass die Bildungsministerien der Provinzen die konkrete Durchführung auf Basis lokaler Gegebenheiten, Kapazitäten und des Schulnetzes festlegen.
Prüfungsumfang und -dauer
Dem Entwurf zufolge orientieren sich die Prüfungsinhalte am allgemeinen Lehrplan der Sekundarstufe I. Für Literatur ist eine Prüfungszeit von 120 Minuten vorgesehen, für Mathematik ist eine Dauer von 90 bis 120 Minuten genannt. Im Vergleich zur bisherigen Praxis, die drei Prüfungsfächer vorsah, bedeutet der Vorschlag die Abschaffung eines dritten Prüfungsfaches.
| Fach | Prüfungsdauer |
|---|---|
| Literatur | 120 Minuten |
| Mathematik | 90–120 Minuten |
Reaktionen von Eltern und Schülern
Die Reaktionen in den betroffenen Familien fallen gemischt aus. Einige Eltern begrüßen die Reduzierung als Entlastung und verminderte finanzielle Belastung. Andere sehen Risiken in der Konzentration des Aufnahmeverfahrens auf nur zwei Fächer, da dadurch der Leistungsdruck in diesen Bereichen zunehme und Schüler, die sich bislang auf eine Prüfung mit drei Fächern vorbereitet hätten, benachteiligt werden könnten.
„Mathematik und Literatur.“
Als Beispiel für positive Rückmeldungen wird eine Mutter aus Hanoi genannt, die argumentiert, der Entwurf könne den bestehenden Prüfungsdruck reduzieren und den Schülerinnen und Schülern mehr Zeit für andere Fächer, Erholung und die Entwicklung praktischer Kompetenzen geben. Ebenso äußerte ein Vater aus Hung Yen Zustimmung zu dem Vorschlag.
Dezentrale Entscheidung und Folgen für die Praxis
Der Entwurf legt die Verantwortung für die konkrete Ausgestaltung der Aufnahmeprüfungen auf Ebene der Provinzen. Als Entscheidungsgrundlagen nennt das Ministerium die Schülerzahlen, den Lernbedarf, die Kapazitäten, das bestehende Schulnetz und die lokalen Bedingungen. Damit bleibt offen, ob und in welchem Umfang landesweit einheitliche Standards gelten werden oder ob erhebliche regionale Unterschiede entstehen.
- Weniger Prüfungsfächer: Abschaffung des dritten Prüfungsfachs gegenüber dem bisherigen Plan.
- Dezentrale Umsetzung: Provinzministerien entscheiden über konkrete Durchführung.
- Elternmeinungen: Mischung aus Erleichterung und Sorge um Verengung des Prüfungsfokus.
Das Ministerium hat zu dem Entwurf eine öffentliche Anhörung angekündigt und um Rückmeldungen gebeten. Bis zur endgültigen Festlegung könnten sowohl inhaltliche Anpassungen als auch Klarstellungen zur Umsetzung auf regionaler Ebene erfolgen. Offen bleibt, welche Konsequenzen die Änderung für Vorbereitungskurse, Schulen mit spezieller Ausrichtung und die Chancengerechtigkeit beim Übergang in die Sekundarstufe II haben wird.
Aus bildungspolitischer Perspektive stellt sich die Frage, ob eine Reduktion der Prüfungsfächer tatsächlich zu einer nachhaltigen Entlastung der Schülerinnen und Schüler führt oder lediglich den Leistungsdruck in den verbleibenden Fächern bündelt. Ebenso relevant ist, wie die Provinzbehörden die Vorgaben so umsetzen, dass regionale Unterschiede in Ausstattung und Personal nicht zu neuen Ungleichheiten beim Zugang zu weiterführender Bildung führen.
Das Ministerium für Bildung und Ausbildung will Rückmeldungen zum Entwurf sammeln; die weitere Debatte wird zeigen, ob der Vorschlag im Sinne einer Entlastung der Lernenden, einer Vereinfachung der Prüfungsorganisation oder womöglich als Entstehung neuer Herausforderungen bewertet wird.