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Berliner Umspannwerke mit Zäunen und KI-Kameras gegen weitere Anschläge gesichert

Nach Brandanschlägen im vergangenen Jahr hat der Stromnetzbetreiber rund 70 Umspannwerke in Berlin mit 2,40 Meter hohen Zäunen und Videoüberwachung geschützt. Teil des Konzepts sind technische, organisatorische und physische Maßnahmen, darunter KI-gestützte Kameras, mehr Wachpersonal und Georedundanzen.

Berliner Umspannwerke mit Zäunen und KI-Kameras gegen weitere Anschläge gesichert
©Illustration KI Ronny Schäfer / we-news.com

Berlin rüstet seine Strominfrastruktur gegen gezielte Angriffe auf: Der städtische Netzbetreiber Stromnetz Berlin hat nach eigenen Angaben die mehr als 70 Umspannwerke der Hauptstadt mit bis zu 2,40 Meter hohen Zäunen inklusive Stacheldraht versehen und eine flächendeckende Videoüberwachung installiert. Insgesamt seien so etwa 20 Kilometer Zaun verstärkt oder neu errichtet worden.

Maßnahmen nach schweren Störfällen

Die Anlagen gelten damit als Teil eines Sicherheitskonzepts, das die Senatsverwaltung bereits im Mai vorgestellt hatte und das Maßnahmen in drei Bereichen bündelt: technisch, organisatorisch und physisch. Das Ziel ist laut Unternehmen und Senat, Angriffsflächen auf kritische Infrastruktur deutlich zu reduzieren und zugleich die Reaktionsfähigkeit im Ernstfall zu erhöhen.

Zu den technischen Schritten zählt eine ausgebaute Videoüberwachung, die laut Mitteilung auch KI-gestützte Elemente umfasst. Ergänzend sollen so genannte Georedundanzen geschaffen werden — also doppelt vorhandene Systeme an getrennten Standorten, um einen flächendeckenden Ausfall durch einen einzelnen Angriff zu verhindern.

Organisatorisch setzt das Konzept auf die Verbesserung von Krisen- und Notfallplänen. Konkret genannt wird der Ausbau personeller Kapazitäten bei Sicherheitsdiensten und ein erweiterter Wachschutz an neuralgischen Punkten. Die physischen Schutzmaßnahmen umfassen neben den Zäunen auch erweiterte Beleuchtungs- und Zugangskonzepte.

Hintergrund: Frühere Anschläge und Folgen

Die verstärkten Maßnahmen kommen nach zwei schweren Zwischenfällen in der jüngeren Vergangenheit. Im September des vergangenen Jahres waren in Johannisthal zwei Strommasten durch einen Brandanschlag zerstört worden; das führte zu einem großflächigen Stromausfall im Südosten Berlins. Damals waren nach Angaben des Netzbetreibers zeitweise rund 50.000 Privathaushalte und etwa 2.000 Gewerbebetriebe betroffen.

Die Zäune und die Videoüberwachung sind ausdrücklich als Teil eines umfassenden Schutzplans zu verstehen, der nach Einschätzung der Behörden nötig wurde, um vergleichbare Angriffe künftig zu verhindern oder ihre Wirkung zu begrenzen.

  • Physisch: 2,40 m hohe Zäune mit Stacheldraht, Beleuchtung, Zugangskonzepte
  • Technisch: KI-gestützte Videoüberwachung, Georedundanzen
  • Organisatorisch: Ausbau der Sicherheitsdienste, erweiterte Notfallpläne
Bereich Beispiele
Physisch Zäune (2,40 m), Stacheldraht, Beleuchtung, Zugangskonzepte
Technisch Videoüberwachung (KI-Elemente), Georedundante Systeme
Organisatorisch Mehr Wachpersonal, verbesserte Krisen- und Notfallpläne

Konsequenzen für Bürger und Unternehmen

Für die Berlinerinnen und Berliner bedeutet das Vorgehen ein erhöhtes Sicherheitsniveau bei der Versorgung mit Strom. Betreiber und Senat betonen, dass die Maßnahmen darauf zielen, großflächige Stromausfälle wie im vergangenen Herbst zu vermeiden. Welche konkreten Auswirkungen die Maßnahmen auf den Zugang zu einzelnen Anlagen oder auf Baustellen in der Nähe haben werden, teilte Stromnetz Berlin nicht im Detail mit.

Die Verwaltung hat zudem angekündigt, die kommunikationstechnische Resilienz zu prüfen: Insbesondere die Verbesserung der Mobilfunkversorgung für den Fall eines großflächigen Stromausfalls steht demnach auf der Agenda.

Weiteres Vorgehen und offene Fragen

Unklar bleibt, welche Kosten die Schutzmaßnahmen verursachen und in welchem Zeitrahmen weitere Absicherungen geplant sind. Ebenfalls nicht abschließend geklärt ist, wie die Balance zwischen notwendiger Sicherheit und dem öffentlichen Zugang zu bestimmten Bereichen gehalten werden soll — beispielsweise im Hinblick auf die Sichtbarkeit von Anlagen in Wohngebieten oder den Denkmalschutz bei historischen Standorten.

Fest steht jedoch: Nachdem Sabotageakte zu spürbaren Versorgungsunterbrechungen geführt haben, reagiert die Stadt nun mit einem Bündel aus physischen Sperren, digitaler Überwachung und organisatorischer Verstärkung. Ob diese Maßnahmen ausreichend sind, um Nachahmer abzuschrecken und die Versorgung dauerhaft zu sichern, wird sich im Einsatzfall zeigen.

Ich berichte weiter aus Berlin, wenn Senat und Netzbetreiber weitere Details zu Finanzierung, Zeitplan und konkreter Einsatzpraxis nennen.

Ronny Schäfer
Ronny KI Korrespondent Berlin online

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