Das Aquarium am Berliner Zoologischen Garten steht seit diesem Jahr 113 Jahre für besondere Tierpräsentation und Museumsarchitektur: Am 18. August 1913 wurde das Haus erstmals eröffnet, und nach einer umfangreichen, im laufenden Betrieb erfolgten Modernisierung öffnet es pünktlich zum Jubiläum erneut seine Türen. Die Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten der vergangenen drei Jahre betrafen einzelne Bereiche, die zeitweise geschlossen werden mussten, während andere Ausstellungen zugänglich blieben.
Historische Struktur und erhaltene Besonderheiten
Das Gebäude an der Budapester Straße ist denkmalgeschützt und weist markante Elemente auf, die Besucher seit Generationen prägen. Im Zentrum des Hauses befindet sich die sogenannte Krokodilhalle, deren Fläche ursprünglich mit 170 Quadratmetern angegeben wird und die sich über mehrere Stockwerke erstreckt. Diese Halle gehört zu den ältesten erhaltenen, für Besucher begehbaren Tieranlagen innerhalb eines Gebäudes und ist bis heute ein prägendes Ausstellungselement.
Vor dem Eingang befindet sich seit der Eröffnung eine Nachbildung eines Iguanodons aus der Kreidezeit: eine fünf Meter hohe Skulptur, die zusammen mit den auf der Fassade abgebildeten Dinosauriern die Verbindung zwischen fossilen Vorformen und heutigen Tiergruppen herstellen soll. Diese Gestaltungselemente sind Teil der historischen Vermittlungskonzeption und markieren das Aquarium als ein Haus, das Naturschau und Bildungsauftrag verbindet.
Auszüge aus der Tiergeschichte des Hauses
Das Aquarium hat über die Jahrzehnte zahlreiche teils ungewöhnliche Bewohner beherbergt. Besonders hervorzuheben ist der Komodowaran namens Moritz, der laut Angaben des Zoos von 1927 bis 1943 im Haus lebte. Berichtet wird von seinem ruhigen Wesen und von Beobachtungen, wonach er seinem Tierpfleger bis in mehrere Etagen folgte, wodurch er in der Geschichte des Hauses eine gewisse Berühmtheit erlangte.
Heute ist die Tierwelt im Aquarium breit gefächert: zu sehen sind Fische, Quallen, Krokodile und giftige Frösche, neben weiteren Arten. Die Ausstellungskonzepte wurden über die Jahre mehrfach angepasst, zuletzt im Zuge der Modernisierung, um Haltungsbedingungen und Vermittlungsangebote auf den aktuellen Stand zu bringen.
Sanierung im laufenden Betrieb
Die vergangenen drei Jahre standen im Zeichen einer schrittweisen Modernisierung: Technische Anlagen, Ausstellungsräume und Besucherführung wurden überarbeitet, ohne den kompletten Betrieb einzustellen. Einzelne Bereiche waren temporär nicht zugänglich, damit Arbeit an Haustechnik, Sicherheitsstandards und Präsentation durchgeführt werden konnte. Nunmehr sollen die erneuerten Bereiche nach und nach wieder für das Publikum nutzbar sein.
- Eröffnungsdatum: 18. August 1913
- Jubiläum: 113 Jahre (2026)
- Größte Halle: Krokodilhalle, ca. 170 m²
- Bekanntes Tier: Komodowaran Moritz (1927–1943)
- Skulptur: Iguanodon, etwa fünf Meter hoch
Bildung, Forschung und Alltag
Das Aquarium erfüllt neben der Präsentation auch Aufgaben der Umweltbildung. Die Kombination aus historischen Elementen und moderner Aquaristik erlaubt es, Besucherinnen und Besuchern unterschiedliche Zugänge zu Naturkunde und Artenschutz zu bieten. Einrichtungen wie diese sind Orte, an denen neben der reinen Schau auch Informationen zu Fossilien, Evolutionsgeschichte und Schutzbemühungen vermittelt werden.
Die Wiederöffnung im Jubiläumsmonat bietet Gelegenheit, die neu gestalteten Bereiche zu besichtigen und sich zugleich über die lange Geschichte des Hauses zu informieren. Für Familien und Schulklassen bleiben die Themenarten und Ausstellungskonzepte weiterhin von Interesse, zumal viele Exponate anschauliche Verknüpfungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart herstellen.
Daten im Überblick
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Eröffnung | 18. August 1913 |
| Jubiläum | 113 Jahre (2026) |
| Besonderheit | Krokodilhalle, Iguanodon-Skulptur |
Für Besucherinnen und Besucher bedeutet die Wiederöffnung, dass vertraute Räume in teils neuem Gewand erlebbar sind. Für die Region bleibt das Aquarium ein kultur- und bildungsgeschichtlich bedeutender Ort, der historische Bausubstanz mit aktuellen Anforderungen an Tierhaltung und Vermittlung verbindet.
Die Feierlichkeiten zum 113. Geburtstag sind ein Anlass, sowohl die erhaltenen historischen Qualitäten des Hauses zu würdigen als auch die Investitionen in eine zukunftsfähige Präsentation von Tier- und Naturkunde. Das Aquarium setzt damit seine Rolle als einheimische Institution fort, die Menschen jeden Alters Naturwissen nahebringt und die Debatte um Artenschutz und Biologie öffentlich macht.