Der Berliner Senat hat nach dem massiven Hackerangriff auf Teile des Landesnetzes die Einrichtung einer zentralen Anlaufstelle für Betroffene angekündigt. Ziel sei es, Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen möglichst schnell Hilfe anzubieten, erklärte der Regierende Bürgermeister nach einer Senatssitzung. Konkrete Details – etwa ob eine Telefon-Hotline eingerichtet wird – sind noch offen.
Was der Senat jetzt plant
Nach Angaben des Digitalstaatssekretärs ist zunächst ein zentraler E-Mail-Kontakt vorgesehen; eine telefonische Erreichbarkeit werde „denkbar“ gehalten. Zur Beratung sollen eine externe Rechtsanwaltskanzlei und die Berliner Datenschutzbeauftragte hinzugezogen werden. Damit reagiert der Senat auf Kritik, er habe nach dem Bekanntwerden des Angriffs zu zögerlich gehandelt.
- Zentrales Kontaktangebot (E-Mail, später eventuell Hotline)
- Beratung durch externe Rechtsanwälte und Datenschutzbeauftragte
- Fortlaufende Analyse der im Darknet aufgetauchten Daten
Stand der Datenanalyse
Die Auswertung der im Darknet veröffentlichten Dateien gestaltet sich nach Darstellung des Digitalstaatssekretärs als aufwendig: Es handelt sich um rund 5,6 Terabyte an Daten, deren Herunterladen und Analyse viel Zeit in Anspruch nehme. Noch sei nicht abschließend geklärt, welche konkreten Informationen entwendet wurden. Nach jetzigem Kenntnisstand seien offenbar keine Daten zur militärischen Verteidigung des Landes betroffen, da solche Unterlagen den betroffenen Senatsverwaltungen nicht vorlagen.
Gleichwohl schließt der Senat nicht aus, dass Unterlagen mit Bezug zur kritischen Infrastruktur – etwa Notfallpläne – betroffen sein könnten. Ebenso besteht die Möglichkeit, dass personenbezogene Daten von Berlinerinnen und Berlinern in dem Paket enthalten sind; diese sollen nun identifiziert und informiert werden.
„Abschätzen zu können, was im Detail abgeflossen ist, das kann sehr lange dauern, mindestens noch viele Wochen“,
so der Sprecher des Chaos Computer Club, der angesichts des Umfangs der veröffentlichten Daten vor schnellen Einschätzungen warnt. Der CCC fordert darüber hinaus maximale Transparenz bei der Aufarbeitung des Angriffs.
Folgen für Verwaltungen und Betroffene
Für die betroffenen Behörden bedeutet die laufende Analyse einen erheblichen Aufwand: Datensätze müssen gesichtet, Risikoabschätzungen vorgenommen und gegebenenfalls Betroffene informiert werden. Die geplante Anlaufstelle soll dabei helfen, individuelle Nachfragen zu bündeln und rechtliche Beratung für Betroffene verfügbar zu machen.
Außerdem steht die Frage im Raum, wie künftig ähnlichen Angriffen besser vorgebeugt werden kann. Die Ankündigung einer zentralen Kontaktstelle ist ein erster Schritt, zugleich bleibt offen, welche technischen und organisatorischen Lehren daraus gezogen werden.
Zeitleiste (Auszug)
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| 14. August | Bekanntwerden des Hackerangriffs auf Teile des Berliner Landesnetzes |
| seit Bekanntwerden | Datenarchiv von rund 5,6 Terabyte im Darknet; laufende Analysen |
| Aktuell | Planung einer zentralen Anlaufstelle für Betroffene |
Der Senat steht unter dem Druck, rasch nicht nur technische Gegenmaßnahmen zu ergreifen, sondern auch eine glaubwürdige Kommunikation zu Betroffenen und Öffentlichkeit aufzubauen. Ob die angekündigte Anlaufstelle die erwartete Entlastung bringen wird, hängt wesentlich von der Geschwindigkeit der Datenanalyse und der Klarheit der Informationspolitik ab.
Die Verunsicherung in Teilen der Bevölkerung und der Wirtschaft bleibt spürbar, solange unklar ist, welche Daten genau entwendet wurden. Deshalb wird die Arbeit externer Experten sowie der Datenschutzbehörde in den kommenden Wochen besonders beobachtet werden.