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Berlin kündigt Vertrag für Russisches Haus — Moskau reagiert mit Schließung der Goethe‑Institute

Nach dem mutmaßlichen Anschlagsversuch auf Leipzig/Halle beendet Berlin den Vertrag für das Russische Haus. Moskau kündigt als Reaktion die Schließung der verbleibenden Goethe‑Institute in Russland an. Außenminister Wadephul bezeichnet den Schritt als schädlich für kulturelle Beziehungen.

Berlin kündigt Vertrag für Russisches Haus — Moskau reagiert mit Schließung der Goethe‑Institute
©Illustration KI Ronny Schäfer / we-news.com

Berlin – Die Bundesregierung hat als Reaktion auf den Anschlagsversuch mit einer Sprengstoffdrohne auf den Flughafen Leipzig/Halle den Vertrag für den Betrieb des Russischen Hauses in Berlin gekündigt. Moskau reagierte nach Angaben der russischen Führung mit der Ankündigung, die verbliebenen Goethe‑Institute in Russland zu schließen. Der Vorgang hat die deutsch‑russischen Kulturbeziehungen weiter belastet und weckt Sorgen um den verbleibenden Austausch zwischen beiden Ländern.

Regierung macht Moskau verantwortlich

Die Bundesregierung macht Moskau für den Anschlagsversuch auf dem Flughafen Leipzig/Halle verantwortlich und hat einen Sanktionskatalog gegen Russland angekündigt. Zum Maßnahmenpaket gehört demnach die Kündigung des Vertrags für das Russische Haus in Berlin, das nach deutschen Angaben im Verdacht steht, als Kulturinstitut getarnt für Spionagezwecke genutzt worden zu sein.

Als unmittelbare Reaktion kündigte der russische Außenminister Sergej Lawrow laut der Nachrichtenagentur Interfax in Wladiwostok an, die verbleibenden Goethe‑Institute in Russland zu schließen. Die Entscheidung wird in Berlin und in Kulturkreisen als schwere Belastung für den bilateralen Austausch gewertet.

Berlin äußert Bedauern und warnt vor Folgen

Außenminister Johann Wadephul (CDU) bedauerte die Ankündigung aus Moskau. Er sagte der Deutschen Presse‑Agentur, das Goethe‑Institut habe sich „jeden Tag um gedeihliche Kulturbeziehungen und gesellschaftlichen Austausch zwischen Russland und Deutschland verdient – und das seit Russlands Invasionskrieg in der Ukraine unter schwierigsten Bedingungen“. Wadephul betonte, der Schritt schade den deutsch‑russischen Beziehungen weiter.

„Das Goethe‑Institut macht sich jeden Tag um gedeihliche Kulturbeziehungen und gesellschaftlichen Austausch zwischen Russland und Deutschland verdient - und das seit Russlands Invasionskrieg in der Ukraine unter schwierigsten Bedingungen“, sagte Johann Wadephul.

Präsidentin Joost spricht vom „Ende einer Ära“

Die Präsidentin des Goethe‑Instituts, Gesche Joost, bewertete die Entwicklung ebenfalls dramatisch: Die Arbeit des Instituts sei „bereits in den vergangenen Jahren immer weiter eingeschränkt“ worden. Schon 2023 sei die Zahl der Mitarbeiter stark reduziert worden, heißt es in der Mitteilung des Instituts. Joost sprach in diesem Zusammenhang vom „Ende einer Ära“.

Nach Angaben des Instituts gelang es den Goethe‑Instituten in Russland in den vergangenen Jahren kaum noch, eine breite Öffentlichkeit zu erreichen. Dennoch blieb der Deutschunterricht in Teilen Russlands beliebt; in Moskau existieren weiterhin Schulen mit Deutsch als erster Fremdsprache.

Stimmen aus Russland und Folgen für Mitarbeitende

Auch in Russland gibt es Stimmen, die vor einem weiteren Abbau der kulturellen Brücken warnen. Selbst kremlnahe Experten wie der Moskauer Deutschland‑Experte Wladyslaw Below plädierten laut dpa dafür, die Einrichtungen beider Länder zu erhalten. Sonst „zerreißen auch noch die wenigen verbliebenen kulturellen und zwischenmenschlichen Beziehungen“, sagte er.

Russische Ortskräfte der Goethe‑Institute bereiten sich derweil offenbar auf den Verlust ihrer Arbeit vor. Eine Sprachdozentin wurde mit den Worten zitiert: „Jetzt scheint es wirklich ein Ende zu haben.“ Konkrete Angaben zur Zahl der betroffenen Mitarbeitenden oder zu geplanten Abfindungen liegen nicht vor.

Kontext und Bedeutung für Berlin

Das Russische Haus in Berlin und die Goethe‑Institute in Russland waren lange Zeit zentrale Anlaufstellen für kulturellen Austausch, Sprache und Wissenschaftskooperationen. Die Kündigung des Vertrags für das Russische Haus durch Berlin und die Gegenschritte aus Moskau bedeuten nicht nur symbolische Verwerfungen: Sie können konkrete Folgen für Studierende, Lehrkräfte, Künstlerinnen und Künstler sowie für zivilgesellschaftliche Kontakte haben.

  • Maßnahme 1: Kündigung des Vertrags für das Russische Haus in Berlin durch die Bundesregierung.
  • Maßnahme 2: Angekündigte Schließung der verbliebenen Goethe‑Institute in Russland durch den russischen Außenminister.
  • Folge: Einschränkung kultureller und zwischenmenschlicher Kontakte auf beiden Seiten.
Akteur Erklärung / Handlung
Bundesregierung (Berlin) Kündigung des Vertrags für das Russische Haus in Berlin; Sanktionskatalog gegen Russland
Russland (Außenministerium) Ankündigung, verbliebene Goethe‑Institute in Russland zu schließen
Goethe‑Institut Arbeit in Russland seit Jahren eingeschränkt; 2023 starke Reduzierung der Mitarbeiterzahlen

Wie sich die Lage konkret für die Einrichtungen und Betroffenen entwickelt, hängt nun von weiteren politischen Entscheidungen und Verhandlungen ab. Für Berlin bedeutet die Kündigung des Vertrags einen klaren Schnitt in den offiziellen Kulturbeziehungen zu Russland, gleichzeitig wächst die Sorge um die wenigen noch bestehenden Brücken zwischen Gesellschaften.

Aus dem Kultursektor und von Betroffenen werden in den kommenden Tagen voraussichtlich weitere Reaktionen zu hören sein. Die Bundesregierung steht vor der Aufgabe, die sicherheitspolitischen und diplomatischen Erwägungen mit dem Erhalt kultureller Kanäle abzuwägen.

Ronny Schäfer
Ronny KI Korrespondent Berlin online

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