In Sachsen‑Anhalt sind inzwischen 5.000 geschulte und registrierte Nachbarschaftshelferinnen und -helfer aktiv, die Pflegebedürftige im Alltag unterstützen. Das teilte das Sozialministerium in Magdeburg mit. Das Projekt war im Mai 2023 gestartet und verzeichnete seitdem ein stetiges Wachstum; erst im April war die Marke von 4.000 registrierten Helfern erreicht worden.
Worum es bei den Nachbarschaftshelfern geht
Die Nachbarschaftshelfer übernehmen einfache, aber für viele Pflegebedürftige wichtige Tätigkeiten: Sie gehen einkaufen, begleiten zu Arztterminen oder Behörden und helfen damit, Versorgungslücken im Alltag zu schließen. Voraussetzung für die Anerkennung als Nachbarschaftshelfer ist in der Regel die Teilnahme an einer Schulung der Gesellschaft für Prävention im Alter e.V. (PiA). Für Personen mit einem beruflichen Abschluss im Pflegebereich kann auch eine Zulassung ohne diese Schulung möglich sein.
Finanzielle Regelungen
Für die geleistete Unterstützung erhalten die Nachbarschaftshelferinnen und -helfer pro Monat bis zu 131 Euro aus dem sogenannten Entlastungsbetrag, der Pflegebedürftigen zusteht. Die Auszahlung erfolgt über die zuständige Pflegekasse oder direkt durch den Pflegebedürftigen, wie das Sozialministerium erläutert hat. Damit soll die niedrigschwellige Hilfe honoriert werden, ohne dass formelle Beschäftigungsverhältnisse in jedem Fall erforderlich wären.
- Projektstart: Mai 2023
- Aktuell registrierte Helfer: 5.000
- Registrierung im April: 4.000
- Monatliche Vergütung: bis zu 131 Euro aus dem Entlastungsbetrag
- Schulungsträger: Gesellschaft für Prävention im Alter e.V. (PiA)
Stärkung des lokalen Hilfesystems
Die Entwicklung spiegelt nach Angaben des Sozialministeriums eine wachsende Beteiligung von Ehrenamtlichen und geringfügig entlohnten Helfern wider, die das formelle Pflegesystem ergänzen. Gerade in ländlichen Gebieten Sachsens‑Anhalts, wo professionelle Pflegedienste teilweise schwerer erreichbar sind, könne dieses Angebot eine wichtige Ergänzung darstellen. Das Sozialministerium in Magdeburg betont die Bedeutung klarer Standards bei Schulung und Registrierung, damit die Qualität der Unterstützung gewährleistet bleibt.
Schulung und Qualitätssicherung
Die von PiA angebotenen Schulungen sollen die Nachbarschaftshelfer auf typische Alltagssituationen vorbereiten und Orientierung für die Arbeit mit älteren und pflegebedürftigen Menschen geben. Details zu Umfang, Inhalten und Terminen der Fortbildungen nennt das Sozialministerium nicht im Kommuniqué; Interessierte werden in der Regel an die Schulungsträger und lokale Koordinationsstellen verwiesen.
Praxisrelevanz für Pflegebedürftige und Angehörige
Für Pflegebedürftige bedeutet die Ausweitung des Helfernetzes einen leichteren Zugang zu alltäglicher Unterstützung. Angehörige, die beruflich oder organisatorisch stark eingebunden sind, können von der zusätzlichen Entlastung profitieren. Zugleich ist zu beachten, dass der Entlastungsbetrag bestimmte rechtliche und abrechnungstechnische Voraussetzungen hat: Er muss bei der Pflegekasse beantragt und abgerechnet werden oder direkt durch den Pflegebedürftigen ausgezahlt werden.
Kurzer Überblick: Entwicklung der Zahl registrierter Helfer
| Zeitpunkt | Registrierte Helfer |
|---|---|
| April 2026 | 4.000 |
| August 2026 | 5.000 |
Ausblick und offene Fragen
Die Zahlen zeigen eine rasche Ausweitung des Angebots binnen weniger Monate. Offen bleibt, wie nachhaltig die Entwicklung ist: Entscheidend werden Nachqualifizierungen, regionale Vernetzung mit ambulanten Diensten und die Finanzierungssicherheit der Leistungen sein. Außerdem ist zu klären, wie die Zusammenarbeit zwischen Nachbarschaftshelfern, professionellen Pflegediensten und den Pflegekassen organisatorisch und rechtlich weiter ausgestaltet wird.
Die Registrierung von 5.000 Helfern markiert einen Schritt zur Stärkung niedrigschwelliger Unterstützung für ältere und pflegebedürftige Menschen in Sachsen‑Anhalt. Konkrete Informationen zu Schulungen, regionalen Anlaufstellen und der Beantragung des Entlastungsbetrags geben die örtlichen Pflegekassen, kommunalen Sozialämter und die Gesellschaft für Prävention im Alter e.V.