In Warendorf sind zwei noch unbekannte Männer am Dienstagmorgen mit einem fingierten Polizeieinsatz einen Autofahrer losgeworden und erbeuteten Bargeld. Die Täter stoppten den Wagen mit Blaulicht und roter Leuchtschrift «Stop! Polizei», gaben sich als Polizeibeamte in Zivil aus und liessen den Mann eine Verwarnung in bar bezahlen, wie die Polizei berichtet.
Vorgang und Tatumstände
Der Vorfall ereignete sich gegen 07.50 Uhr auf der Freckenhorster Strasse. Die beiden Männer waren in einem grauen VW Passat unterwegs. Sie stoppten einen 37-jährigen Autofahrer aus Oelde, der in Richtung Freckenhorst fuhr, führten eine angebliche Verkehrskontrolle durch und verlangten anschliessend ein Verwarnungsgeld in bar. Der Geschädigte bezahlte vor Ort und bemerkte erst später, dass es sich um Betrüger gehandelt haben muss.
Polizeihinweise und Ermittlungen
Die Polizei weist darauf hin, dass in Nordrhein-Westfalen seit 2004 Verwarnungsgelder nicht mehr in bar entgegengenommen werden. Tatsächliche Kontrollen erfolgen mit mobilen Zahlungsterminals. Wer von Personen in Zivil angehalten wird, sollte sich den Dienstausweis zeigen lassen und im Zweifel telefonisch Rückfrage bei der Polizei stellen.
- Tatzeit: Dienstagmorgen, ca. 07.50 Uhr
- Tatort: Freckenhorster Strasse (Warendorf)
- Fahrzeug der Täter: grauer VW Passat
- Opfer: 37-jähriger Autofahrer aus Oelde
Die Kriminalpolizei in Warendorf prüft nun, ob die Unbekannten weitere Verkehrsteilnehmer in gleicher Weise angehalten und Geld erbeutet haben. Personen, die ähnliche Kontrollen erlebt haben oder Hinweise zu dem beschriebenen Fahrzeug oder den Tätern geben können, werden gebeten, sich zu melden.
Hinweise nimmt die Polizei Warendorf unter 02581/94100-0 oder per E-Mail an poststelle.warendorf@polizei.nrw.de entgegen.
Konsequenzen und Warnsignale
Der Fall zeigt, dass Betrüger bekannte visuellen Signale wie Blaulicht und Beschriftungen nutzen, um glaubwürdig zu erscheinen. Entscheidend sind folgende Warnsignale, die bei einer Kontrolle misstrauisch machen sollten:
- Personen in Zivil, die keinen Dienstausweis vorzeigen
- Forderung nach Bargeld statt elektronischer Zahlung
- Ungewöhnlicher Einsatzort oder keine Uniformierte Präsenz
Die Polizei empfiehlt deshalb, sich bei Unsicherheit telefonisch mit der örtlichen Dienststelle abzustimmen, bevor Zahlungen geleistet werden. Echtes Polizeihandeln lässt normalerweise Raum für Prüfung und Identifikation; bei akuter Gefahr sollte jedoch immer die Notrufnummer gewählt werden.
| Kontakt Polizei Warendorf | Angabe |
|---|---|
| Telefon | 02581/94100-0 |
| poststelle.warendorf@polizei.nrw.de |
Die Ermittlungen laufen. Konkrete Täterbeschreibungen jenseits des Fahrzeugtyps und der Gebrauchsanweisung des Blaulichts wurden von der Polizei bisher nicht veröffentlicht. Opfer, die bereits Geld gezahlt haben, sollten dies der Polizei melden, damit mögliche Zusammenhänge untersucht werden können.
Solche Fälle sind kein Einzelfall: Trickbetrüger nutzen immer wieder die Erwartungshaltung der Verkehrsteilnehmer gegenüber staatlichen Organen. Eine routinierte Prüfung der Identität der kontrollierenden Personen und das Beharren auf elektronischen Zahlungswegen kann verhindern, dass Betroffene Opfer werden.
Die Polizeibehörde in Warendorf sammelt Hinweise, prüft mögliche weitere Taten und bittet um Mithilfe aus der Bevölkerung.