Stan Wawrinka hat an den US Open 2026 seinen letzten Auftritt bei Grand‑Slam‑Turnieren absolviert. Der 41‑jährige Romand unterlag in der 1. Runde dem Italiener Matteo Berrettini mit 6:7 (4:7), 6:7 (3:7), 0:6. Nach 2:54 Stunden intensiven Spiels endete damit die Karriere eines der erfolgreichsten Schweizer Tennisspieler.
Eine Karriere in drei Grand‑Slam‑Titeln und Olympia‑Gold
Wawrinka, derzeit auf der ATP‑Rankliste rund um Platz 127, verabschiedet sich vom Grand‑Slam‑Zirkus. In den 2010er‑Jahren gehörte er zu den prägenden Figuren des Herrentennis: Er gewann die Australian Open (2014), die French Open (2015) und die US Open (2016). Zudem holte er 2008 in Peking gemeinsam mit Roger Federer Olympisches Gold im Doppel. Bei seiner letzten Partie in Flushing Meadows trat Wawrinka noch einmal auf dem Grandstand an, dem drittgrössten Stadion des Turniers.
Der Matchverlauf: Kampfgeist, aber nicht die entscheidenden Punkte
Die ersten beiden Sätze gestalteten sich eng und wurden erst in Tiebreaks entschieden. Wawrinka zeigte phasenweise starkes Tennis und wehrte namentlich im ersten Satz Rückstände ab, ehe das Tiebreak zugunsten von Berrettini ausfiel. Im zweiten Satz führte der Romand sogar mit Break, konnte seine Chancen jedoch nicht verwerten; Berrettini glich zurück und entschied wiederum das Tiebreak.
Im dritten Satz waren bei Wawrinka spürbar die Kräfte erschöpft. Ein schneller Rückstand (0:5) markierte die Wende, danach gelang dem Schweizer kein Game mehr. Das Endresultat lautete folglich 6:7, 6:7, 0:6.
- Dauer des Matches: 2 Stunden 54 Minuten
- Setzverhältnis: zwei Tiebreaks zugunsten Berrettini, dritter Satz ohne Game für Wawrinka
- Bedeutung: Letzter Grand‑Slam‑Auftritt von Stan Wawrinka
Ein Abschied mit Würde — und offenen Fragen
Wawrinkas Abschied war nicht überraschend: Gegen Ende der Saison hatte er bereits angekündigt, die aktive Karriere zu beenden. Lange stand zudem in Frage, ob er überhaupt eine Teilnahme an den US Open schaffen würde; zunächst war ihm eine Wildcard verwehrt worden, später erhielt er doch noch eine Einladung. Diese Gelegenheit nutzte er, um sich vor dem New‑York‑Publikum noch einmal zu präsentieren.
Die Partie zeigte die typischen Merkmale seiner Laufbahn: Kampfgeist, spektakuläre Einzelschläge und die Fähigkeit, in Drucksituationen aufzublühen. Gleichzeitig offenbarte das Duell auch die Grenzen für einen Spieler in den frühen Vierzigern gegen einen physisch starken und derzeit höher klassierten Gegner.
| Karriere‑Bilanz (Auszug) | Erfolg |
|---|---|
| Grand‑Slam‑Titel | Australian Open 2014, French Open 2015, US Open 2016 |
| Olympische Spiele | Gold 2008 (Doppel, mit Roger Federer) |
Für die Schweizer Tennislandschaft endet mit Wawrinka eine prägende Epoche. Er war neben Roger Federer eine Identifikationsfigur, die mit ihren individuellen Erfolgen auch dem Schweizer Tennis internationales Gewicht gab. Sein letzter Kampf in New York war kein Triumph, aber eine würdige Schlussnote: Wawrinka trat an, kämpfte bis zum Schluss und verlässt die grosse Bühne mit der Bilanz eines dreifachen Grand‑Slam‑Siegers.
Ob und wie Wawrinka dem Sport in anderer Rolle erhalten bleibt — etwa als Mentor, Coach oder in einem offiziellen Amt — bleibt abzuwarten. Für das Publikum indes bleibt die Erinnerung an spektakuläre Matches und grosse Momente auf den grössten Bühnen des Tennis, die er in den letzten 15 Jahren massgeblich mitgeprägt hat.