Der globale Automarkt erlebt eine strukturelle Verschiebung, von der Schweizer Zulieferunternehmen besonders stark betroffen sind. Während weltweit die Produktion weiterwächst, verlagert sich das Zentrum der Produktion und des Exports nach China. Das Ergebnis: Schweizer Zulieferer verloren 2025 13 Prozent ihres Umsatzes, während der weltweite Rückgang nur 2,2 Prozent betrug. Betroffen sind mehr als 600 Firmen mit über 100'000 Beschäftigten und einem Gesamtumsatz von rund 20 Milliarden Franken (CHF).
China als dominierender Produzent und Exporteur
Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass China inzwischen eine dominierende Rolle in der Automobilproduktion und im Export übernommen hat. Gemäss den vorliegenden Zahlen stammt inzwischen jeder dritte Neuwagen aus China. Erstmals exportiert China mehr Autos nach Deutschland als umgekehrt; damit gerät der ehemalige Exportweltmeister Deutschland unter Druck. Die Strategieberater von AlixPartners formulieren die Lage pointiert:
«China gewinnt Marktanteile in nahezu allen Dimensionen»
Für Zulieferer bedeutet dies nicht nur verschärften Wettbewerb auf dem Endproduktmarkt, sondern auch eine verstärkte Vertikalisierung: Chinesische Hersteller fertigen vermehrt eigene Teile, was die Nachfrage nach importierten Komponenten reduziert.
Konkrete Belastungen für die Schweiz
Die spezialisierten Zulieferbetriebe in der Schweiz liefern eine breite Palette von Komponenten – von Sensorik bis zu Innenausstattungen. Viele von ihnen sind stark vom deutschen Markt abhängig. Die Folge der Verlagerungen sind sinkende Margen, schrumpfende Umsätze und steigender Wettbewerbsdruck. Bereits 2025 fiel der Umsatz der Schweizer Autozulieferer deutlich stärker als im globalen Schnitt.
- Über 600 auf die Autoindustrie spezialisierte Unternehmen in der Schweiz
- Mehr als 100'000 Beschäftigte in dieser Branche
- Gesamtumsatz: rund 20 Mrd. CHF
- Umsatzrückgang 2025 in der Schweiz: -13%; global: -2,2%
Folgen, Handlungsoptionen und Risiken
Der Ausfall von Umsatz und Margen hat unmittelbare Konsequenzen: Stellenabbau, Schwächung von Innovationskapazitäten und Druck auf Investitionen in Forschung und Entwicklung. Zudem drohen Verschiebungen in den Lieferketten, die mittel- bis langfristig ganze Regionen wirtschaftlich belasten könnten.
Mögliche Strategien der Branche und der Politik lassen sich grob skizzieren:
- Diversifikation der Absatzmärkte weg von der starken Abhängigkeit von Deutschland
- Stärkere Spezialisierung auf Nischen mit hohem Technologiegehalt
- Förderung von Forschung, Entwicklung und Digitalisierung zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit
- Kooperationen mit internationalen Partnern oder Zusammenlegungen in der Branche, um Grössenvorteile zu nutzen
Welche Massnahmen tatsächlich greifen, hängt von der Geschwindigkeit des Wandels und der Reaktionsfähigkeit von Unternehmen, Branchenverbänden und staatlichen Stellen ab. Ohne Anpassung drohen längerfristig Marktanteilsverluste und Arbeitsplatzabbau.
| Kenngrösse | Zahl |
|---|---|
| Anzahl spezialisierter Zulieferer | Über 600 |
| Beschäftigte | Über 100'000 |
| Gesamtumsatz | Rund 20 Mrd. CHF |
| Umsatzveränderung 2025 (Schweiz) | -13% |
| Umsatzveränderung 2025 (Global) | -2,2% |
Die Lage stellt nicht nur einzelne Firmen, sondern die gesamte industrielle Basis der Schweizer Autozulieferer vor die Herausforderung, sich neu zu positionieren. Entscheidend wird sein, ob es gelingt, höhere technologische Wertschöpfung in der Schweiz zu halten und neue Märkte zu erschliessen. Andernfalls drohen nachhaltige Einbussen für Beschäftigung und Exportkraft.