Die Kadetten Schaffhausen haben am Mittwochabend in einem hochklassigen Testspiel den deutschen Handball-Bundesligisten HSG Wetzlar mit 38:37 bezwungen. Vor allem die Offensive beider Teams zeigte sich treffsicher; dennoch entschieden Kleinigkeiten in der Schlussphase zugunsten der Gastgeber.
Tempo und viele Tore von Beginn weg
Das Duell entwickelte sich früh zu einem schnellen, torreichen Spiel. Die Kadetten setzten zu Beginn offensiv die Akzente und führten bereits nach sieben Minuten mit 9:5. Die Partie blieb über weite Strecken eng: Zur Pause lag Schaffhausen mit 21:20 vorne, nachdem die Gäste ihre Defensivschwächen offensiv teilweise kompensiert hatten.
| Resultat | Halbzeit |
|---|---|
| Kadetten Schaffhausen 38 – HSG Wetzlar 37 | 21 – 20 |
Wechsel im Tor und Entscheidungsphase
Ein Schlüsselmoment war der Torhüterwechsel bei den Kadetten: Als Laszlo Bartucz zwischen die Pfosten rutschte, stabilisierte dies die Defensive und gab der Heimmannschaft wichtige Impulse. Offensiv blieb die HSG Wetzlar gefährlich und fand wiederholt variable Lösungen, sodass sie kurz vor Schluss in der 56. Minute sogar zum 36:36 ausglich.
In der Schlussphase legten die Kadetten nochmals vor und trafen zum 38:37. Der letzte Angriff der Gäste endete mit einem technischen Fehler, wodurch die Entscheidung zugunsten der Schaffhauser fiel.
Trainerfazit und Defizite der HSG
„Gerade in der Abwehr müssen wir deutlich besser arbeiten und brauchen auch mehr Unterstützung von unseren Torhütern. Die Schwächen, die wir bereits beim Linden-Cup gezeigt haben, sind noch nicht behoben. Am Wochenende müssen wir es in Frankreich schaffen, eine deutlich stabilere Deckung zu stellen“,
so bilanzierte HSG-Trainer Rúnar Sigtryggsson nach dem Spiel. Sein Fazit hebt die Defensivschwäche hervor, die sich trotz guter Offensivleistung immer wieder zeigte.
Personelles und Belastung
Aus dem Kader der HSG vermeldete der Bericht einige Schonungen und Kurzeinsätze: Petter Øverby kam aufgrund leichter gesundheitlicher Beschwerden nur rund zehn Minuten zum Einsatz. Derweil wurde Martí Soler wegen Kniebeschwerden geschont. Diese Schonungen deuten auf eine vorsichtige Handhabung kurz vor dem Beginn der Saison und vor weiteren Vorbereitungsspielen hin.
- Früher Vorsprung der Kadetten: 9:5 nach sieben Minuten
- Halbzeitstand: 21:20 für Schaffhausen
- Ausgleich HSG: 36:36 in der 56. Minute
- Entscheidung: Kadetten 38, HSG 37 – letzter Angriff der HSG mit technischem Fehler
Bedeutung des Spiels für die Vorbereitung
Für die Kadetten Schaffhausen bestätigt der knappe Sieg die Wettbewerbsfähigkeit gegen einen starken Gegner aus einer der besten Ligen Europas. Für die HSG Wetzlar ist das Spiel ein weiterer Hinweis darauf, dass die Defensivarbeit in den verbleibenden Vorbereitungsspielen, darunter ein Turnier in Frankreich, Priorität haben muss.
Testspiele dieser Art bieten beiden Teams Gelegenheit, Systeme zu probieren und Rotation zu testen, ohne dass das Ergebnis unmittelbare Ligafolgen hat. Für die Fans in Schaffhausen war die Partie dennoch ein Gradmesser: Die Mannschaft des Kantons zeigte in eigener Halle eine starke Torproduktion und vermochte in der Schlussphase die Nerven zu behalten.
Ausblick
Die HSG Wetzlar reist weiter nach Frankreich, wo in den kommenden Tagen weitere Tests folgen. Die Kadetten können auf diesen Erfolg aufbauen, müssen sich aber ebenfalls mit der Stabilität in der Defensive auseinandersetzen, wenn sie in der Meisterschaft bestehen wollen.
Das gestrige Spiel hinterliess beim Publikum in Schaffhausen einen positiven Eindruck: Hohe Intensität, viele Tore und ein knapper Ausgang machten das Testspiel zu einem kurzweiligen Vorbereitungshighlight.