Auf dem bayerischen Kochelsee sind in der Nacht auf Samstag fünf Personen beim Stand‑Up‑Paddling in eine lebensbedrohliche Lage geraten. Laut Mitteilung der Wasserwacht verschärften starke Böen, bis zu ein Meter hohe Wellen und die Dunkelheit die Situation, sodass die Gruppe schliesslich von Rettern geborgen werden musste.
Notlage durch Wind, Wellen und fehlende Schwimmhilfe
Die fünf Paddler seien am Abend auf SUP‑Boards unterwegs gewesen, um den Sonnenuntergang zu beobachten, berichtet die Wasserwacht. Bei zunehmendem Wellengang hätten sie sich mehrmals von den Brettern ins Wasser gestürzt und sich anschliessend nur mit Mühe an den Boards festgehalten. Zudem habe ein Mitglied der Gruppe sein Paddel verloren. Keiner der Beteiligten trug eine Schwimmweste oder andere Auftriebshilfe.
Die Dunkelheit habe die Lage zusätzlich verschärft, weil die Suche und Ortung der Betroffenen erschwert wurde. Das Boot der Wasserwacht erreichte zunächst zwei Personen, die sich mit Handylicht bemerkbar gemacht und sich an ein SUP‑Board geklammert hatten. Rund 200 Meter entfernt fanden die Retter drei weitere, bereits weitgehend entkräftete Personen. Alle fünf wurden ans Ufer gebracht und dem Rettungsdienst übergeben; Feuerwehr und Wasserwacht holten anschliessend die Boards an Land.
Warnung und Appell der Einsatzkräfte
"Hätten die Personen kein Handy dabeigehabt und keinen Notruf absetzen können, hätte die Situation auch deutlich schlimmer ausgehen können",
so Gabriel Hartl von der Kreiswasserwacht Bad Tölz‑Wolfratshausen. Hartl betonte die Notwendigkeit, beim Stand‑up‑Paddeln stets eine Auftriebshilfe mitzuführen und insbesondere Wind, Wellen und die einsetzende Dunkelheit zu berücksichtigen.
- Tragen Sie eine Auftriebshilfe: Schwimmwesten oder spezielle Schwimmhilfen reduzieren das Ertrinkungsrisiko deutlich.
- Beachten Sie die Wetterverhältnisse: Wind und Wellen können sich rasch entwickeln—besonders auf Seen mit freier Fläche.
- Fahren Sie nicht bei Dunkelheit: Sichtverhältnisse erschweren die Orientierung und die Ortung im Notfall.
- Kommunikationsmittel mitführen: Ein funktionierendes Handy oder ein anderes Notsignal kann Leben retten.
- Gruppenabstand minimieren: Verluste aus den Augen erhöhen die Such‑ und Rettungsdauer.
Konsequenzen für Freizeitaktive
Der Vorfall am Kochelsee ist kein Einzelfall: Freizeitboote, SUPs und andere nicht motorgestützte Wasserfahrzeuge sind bei ungünstigen Bedingungen besonders gefährdet. Für Personen, die auch in der Schweiz aufs Wasser gehen, lassen sich daraus klare Konsequenzen ableiten. Behörden und Rettungsorganisationen raten seit Jahren zu Schutzwesten und zu einer vorausschauenden Tourenplanung.
| Faktor | Risikowirkung |
|---|---|
| Wind und Wellen | Verminderte Kontrolle, erhöhtes Kentern |
| Dunkelheit | Schwierigere Ortung, längere Rettungszeiten |
| Keine Auftriebshilfe | Erhöhtes Ertrinkungsrisiko, schnelle Erschöpfung |
| Fehlendes Kommunikationsmittel | Kein rascher Notruf möglich |
Vor allem beim Stand‑Up‑Paddling, das in den letzten Jahren an Beliebtheit gewonnen hat, ist die Kombination aus relativ langsamer Fortbewegung und exponierter Lage auf dem Wasser tückisch. Schon moderate Winde können Personen ohne Schwimmhilfe in Schwierigkeiten bringen.
Für Freizeitsportlerinnen und ‑sportler empfiehlt es sich, vor jeder Tour die lokale Wettervorhersage zu prüfen, die eigene Ausrüstung (inklusive Auftriebshilfe und Beleuchtung) zu kontrollieren und in Gruppen nicht zu grosse Abstände entstehen zu lassen. Einfache Massnahmen können im Notfall entscheidend sein.
Der Fall am Kochelsee endete ohne tödliche Folgen, doch die Wasserwacht‑Mahnung zeigt, wie schnell aus einer idyllischen Abendaktivität ein ernstzunehmender Einsatz werden kann. Einsatzkräfte appellieren an alle Wassersport‑Nutzenden, Risiken ernst zu nehmen und präventiv zu handeln.