Der FC Zürich hat die erste Hürde im Schweizer Cup gerade noch genommen: Gegen den unterklassigen FC Tuggen aus der 1. Liga Classic siegte der Super-League-Klub am Freitagabend mit 2:1, hinterliess dabei aber nur bedingt überzeugende Eindrücke. Deutlicher präsentierte sich Lausanne-Sport, das Kosova Neuchâtel mit 6:0 besiegte.
Knappes Weiterkommen für den FCZ
Eine Woche nach der empfindlichen Niederlage in Lugano (0:5) suchte der FC Zürich im Cup-Spiel Selbstvertrauen. Die Partie entwickelte sich jedoch zu einer engeren Angelegenheit als erwartet. Den Führungstreffer erzielte Umeh Emmanuel in der 41. Minute, doch dieses Tor wirkte nicht als Türöffner für eine sichere Leistung der Gäste.
Nach der Pause nutzte Tuggen eine Standardsituation: Dominic Philips traf per Kopf nach einem Eckball in der 56. Minute zum Ausgleich. Kurz danach hatte der Aufsteiger sogar Glück, als Nathan Tayey mit einem Schuss nur den Pfosten traf.
Der FCZ zeigte Reaktion: In der 67. Minute brachte ein Kopfball von Alexander Hack die erneute Führung. Danach verwalteten die Zürcher den Vorsprung, ohne wirklich sattelfest zu wirken. Am Ende reichte es dennoch zum knappen Sieg und dem Einzug in die nächste Runde.
Verlauf der Partie im Überblick
| Heim | Gast | Resultat |
|---|---|---|
| FC Tuggen (1. Liga Classic) | FC Zürich (Super League) | 1:2 |
- Tore: Umeh Emmanuel (41', FCZ), Dominic Philips (56', Tuggen), Alexander Hack (67', FCZ)
- Pfostenschuss: Nathan Tayey (Tuggen) nach der Pause
- Bedeutung: FCZ zieht knapp in die 2. Runde des Schweizer Cups ein
Lausanne-Sport ohne Probleme
Weit klarer fiel das Resultat im Spiel zwischen Lausanne-Sport und Kosova Neuchâtel aus. Die Waadtländer gewannen zuhause deutlich mit 6:0. Florent Mollet brachte Lausanne bereits in der 5. Minute in Führung; kurz vor der Pause doppelte Omar Janneh nach einem Torhüterfehler nach. Nach der Stunde sorgten vier Treffer innerhalb von 13 Minuten für die Entscheidung.
Besonders auffällig war das Debüt des 18-jährigen Franzosen Enzo Molebe, der bereits kurz nach seiner verpflichtung zwei Tore erzielte und sich so den Fans vorstellte.
Abgang bei Lausanne kurz vor dem Spiel
In Zusammenhang mit dem Match gab Lausanne-Sport ausserdem den Abgang von Stürmer Ilija Despotovic bekannt. Der Klub teilte mit, der nominierte Spieler habe sich entschieden, den Verein zu verlassen, «noch bevor er seinen dritten Einsatz in der ersten Mannschaft in dieser Saison hätte absolvieren können. Dieser dritte Einsatz hätte die Bedingungen für seinen Vereinswechsel verändert.»
«Der Klub bedaure die Umstände und den Zeitpunkt dieser Entscheidung und behält sich das Recht vor, rechtliche Schritte einzuleiten.»
Einordnung und Ausblick
Für den FC Zürich bedeutet das Weiterkommen im Cup zwar das erhoffte Weiterkommen, doch die Art und Weise der Leistung gibt Anlass zur Vorsicht. Eine Woche nach der 0:5-Pleite in Lugano blieben Struktur und Sicherheit defensiv wie offensiv verbesserungswürdig. Für die Fans und den Staff bleibt die Frage, ob die Mannschaft die nötigen Schlüsse zieht, um in den kommenden Ligaspielen stabilere Resultate zu erzielen.
Für Tuggen ist das enge Resultat ein positives Zeichen: Als Klub aus der 1. Liga Classic präsentierte sich das Team kämpferisch und vergab kurzzeitig die Chance auf eine Cup-Sensation. Solche Auftritte können für einen Unterklassigen in sportlicher und finanzieller Hinsicht wertvoll sein.
Lausanne-Sport sendet mit dem 6:0-Sieg ein deutliches Signal: Die Mannschaft ist offensiv stark besetzt, junge Neuzugänge wie Enzo Molebe könnten kurzfristig Einfluss nehmen. Der Abgang von Despotovic wirft organisatorische Fragen auf, die der Klub gegebenenfalls juristisch prüfen will.
Die nächste Runde im Schweizer Cup wird zeigen, ob der FC Zürich seine Performance steigern kann oder ob die aktuelle Formkrise auch in nationalen Wettbewerben Spuren hinterlässt.