Mineralwasser-Abfüller und Getränkegroßhändler in Deutschland berichten von einem anhaltenden logistischen Engpass bei der Rückführung von Leergut. Ursache ist die gestiegene Nachfrage infolge der Hitze: Konsumentinnen und Konsumenten kaufen und trinken aktuell deutlich mehr Wasser, bringen Flaschen und Kästen aber nicht in gleicher Frequenz zurück, so die Verbände.
Branche: Mehr Konsum, weniger Rücklauf
Der Verband Deutscher Mineralbrunnen (VDM) in Bonn erklärte, es gebe seit etwa Ende Juni einen dauerhaften Stau bei Leergut. In der Folge könne es vereinzelt vorkommen, dass bestimmte Marken kurzfristig nicht erhältlich seien. Ein genereller Versorgungsengpass bestehe nach Einschätzung der Sprecherin jedoch nicht.
„Die grösste Herausforderung besteht vielmehr darin, den erhöhten Warenumschlag logistisch zu bewältigen.“
Dieses Zitat fasst die Einschätzung des Bundesverbands des Deutschen Getränkefachgroßhandels (BV GFGH) zusammen. Die Grosshändler melden erhöhte Umschläge zwischen Abfüllern und Abnehmern. Viele Mitglieder hätten sich auf den Sommer vorbereitet und ihre Lagerbestände erhöht, weshalb sie keine Versorgungsengpässe erwarten.
Brauer-Bund sieht keine Engpässe
Auch der Deutsche Brauer-Bund aus Berlin, der sowohl grosse Brauereien als auch mehrere Regionalverbände vertritt, beurteilt die Lage entspannt: Der Nachschub an Leergut sei gesichert, und Engpässe seien dem Verband nicht bekannt. Der Verband sieht daher keinen Handlungsbedarf.
- Ursache: Höhere Nachfrage wegen Hitze führt zu mehr verkauftem Mineralwasser.
- Problem: Leergut wird nicht schnell genug zurückgeführt, was zu einem Rückstau führt.
- Folge: Einzelne Marken könnten kurzfristig nicht verfügbar sein; eine flächendeckende Versorgungslücke wird ausgeschlossen.
Praktische Auswirkungen und Appell
Für Konsumentinnen und Konsumenten bedeutet die Lage vor allem: Rückgabe von Flaschen und Kästen ist derzeit besonders wichtig. Die Branche ruft dazu auf, Leergut zügig zurückzubringen, damit es rasch wieder in den Kreislauf gelangen kann und die logistische Belastung reduziert wird.
| Aspekt | Einschätzung der Branche |
|---|---|
| Versorgung | Keine flächendeckenden Engpässe |
| Verfügbarkeit einzelner Marken | Kurzfristig möglich |
| Hauptproblem | Logistische Bewältigung erhöhter Umschläge / fehlender Rücklauf |
Wirtschaftlich betrachtet ist die Situation ein Beispiel dafür, wie saisonale Nachfragespitzen nicht nur Produktionskapazitäten betreffen, sondern vor allem den gesamten Logistik- und Kreislaufprozess: Sind Leergebinde, Transportkapazitäten und Lager nicht in ausreichendem Tempo synchronisiert, entstehen kurzfristige Verfügbarkeitsprobleme – auch wenn die eigentliche Produktion nicht beschränkt ist.
Für den Handel bedeutet das erhöhte operative Anforderungen beim Warenumschlag und bei der Disposition. Hersteller und Grosshändler haben nach eigenen Angaben reagiert, indem sie Lagerbestände hochgefahren und Lieferketten angepasst haben. Entscheidend bleibt aber das Zusammenspiel mit den Endkundinnen und Endkunden, die durch rasche Rückgabe von Leergut zur Entspannung der Lage beitragen können.
In den kommenden Wochen dürfte die Branche die Situation weiter beobachten. Gelingt die schnellere Rückführung der Pfandflaschen und Kästen, dürfte sich der «Stau» entspannen, ohne dass es zu nachhaltigen Versorgungsproblemen kommt.