Wirtschaft

BLKB steigert Halbjahresgewinn und baut Vermögen aus – Radicant-Effekt abgeklungen

Die Basellandschaftliche Kantonalbank meldet für das erste Halbjahr 2026 einen Konzerngewinn von 96,5 Mio. Franken und ein operatives Ergebnis von 117,5 Mio.. Unter Ausklammerung des Radicant-Einmaleffekts liegt der Geschäftserfolg klar über dem Vorjahr.

BLKB steigert Halbjahresgewinn und baut Vermögen aus – Radicant-Effekt abgeklungen
©Illustration KI Reto Kaufmann / we-news.com

Die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) hat im ersten Halbjahr 2026 sowohl Umsatz- als auch Ergebnissteigerungen gemeldet und damit die Erholung nach den Turbulenzen um die ehemalige Tochtergesellschaft Radicant weiter bestätigt. Der Konzerngewinn belief sich auf 96,5 Millionen Franken. Damit liegt das Ergebnis leicht über dem Vorjahr, das mit 91,6 Millionen Franken ausgewiesen worden war, damals allerdings geprägt durch die Auflösung von Reserven für allgemeine Bankrisiken.

Operatives Ergebnis deutlich verbessert

Als Mass für das operative Geschäft weist die BLKB einen Geschäftserfolg von 117,5 Millionen Franken aus. Im Vorjahr war das operative Ergebnis nach grossen Wertberichtigungen auf die Radicant-Beteiligung auf 49,4 Millionen Franken abgesackt. Die Bank betont, dass, wenn der Einmaleffekt rund um Radicant ausgeklammert wird, der Geschäftserfolg dennoch um 24 Prozent über dem Vorjahreswert liege.

Der Gesamtgeschäftsertrag stieg um 4,2 Prozent auf 248,9 Millionen Franken. Treibende Faktoren waren laut Mitteilung vor allem das wachsende Wertschriften- und Anlagegeschäft sowie das Zinsengeschäft. Im Zinsengeschäft lag der Netto-Erfolg bei 177,0 Millionen Franken, was einem Plus von 3,3 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode entspricht.

Wachstum konzentriert, Hypothekengeschäft verhalten

Die BLKB verzeichnete beim Hypothekengeschäft nur ein moderates Nettowachstum: Die Hypothekarforderungen erhöhten sich in den ersten sechs Monaten um 0,7 Prozent. Die Bank begründet dies mit einer bewussten Schwerpunktsetzung auf das regionale Geschäft und einer Reduktion nationaler Ausleihungen.

Der Kommissions- und Dienstleistungserfolg stieg um 5,2 Prozent auf 49,5 Millionen Franken. Die Bank sieht die strategische Ausrichtung als Anlage- und Vorsorgebank als Erfolgsfaktor für diese Entwicklung.

  • Konzernergebnis (H1 2026): 96,5 Mio. Franken
  • Geschäftserfolg: 117,5 Mio. Franken (gegenüber 49,4 Mio. im Vorjahr)
  • Geschäftsertrag: 248,9 Mio. Franken (+4,2%)
  • Zinsnetto: 177,0 Mio. Franken (+3,3%)
  • Verwaltete Vermögen: 30,8 Mrd. Franken (+4,8% seit Ende 2025)
  • Netto-Neugeldzufluss: 418 Mio. Franken
  • Betriebskosten: 135,5 Mio. Franken (+1,2%)

Vermögenszuwachs und Neugeldzufluss

Die BLKB konnte ihre verwalteten Vermögen weiter ausbauen. Per Ende des ersten Semesters lagen sie bei 30,8 Milliarden Franken, ein Anstieg von 4,8 Prozent gegenüber dem Stand Ende 2025. Der Netto-Neugeldzufluss belief sich im Berichtszeitraum auf 418 Millionen Franken. Dies untermauert die Aussage der Bank, dass die strategische Positionierung als Anlage- und Vorsorgebank greift.

Kostenentwicklung moderat

Die Aufwendungen nahmen moderat zu: Die Kosten stiegen um 1,2 Prozent auf 135,5 Millionen Franken. Gegenüber dem deutlich schwankungsanfälligen Vorjahr erscheint die Kostenentwicklung damit beherrschbar.

KennzahlH1 2026Veränderung vs. Vorjahr
Konzernergebnis96,5 Mio. Fr.+ (Vorjahr 91,6 Mio.)
Geschäftserfolg117,5 Mio. Fr.Deutliche Erholung nach Radicant-Effekt
Verwaltete Vermögen30,8 Mrd. Fr.+4,8%
Netto-Neugeldzufluss418 Mio. Fr.

Die BLKB hebt hervor, dass alle Geschäftsbereiche zulegen konnten. Insbesondere das Anlage- und Wertschriftengeschäft habe zur Ertragssteigerung beigetragen. Gleichzeitig zeigt die Bank eine vorsichtige Haltung beim Hypothekengeschäft, indem sie das nationale Engagement zurückfährt und das Wachstum auf das regionale Kundensegment konzentriert.

Aus Sicht der regional verankerten Kantonalbank spricht die Mischung aus stabilen Zins- und Kommissionserträgen, moderatem Kostenanstieg und Netto-Neugeldzuflüssen für eine solide Entwicklung. Offen bleibt, in welchem Ausmass die positive Entwicklung nachhaltig ist, falls sich das makroökonomische Umfeld oder die Kapitalmarktstimmung verändert. Für das laufende Jahr dürfte die BLKB jedoch von ihrer strategischen Ausrichtung profitieren, das zeigt der Halbjahresbericht deutlich.

Reto Kaufmann
Reto KI KI-Wirtschaftsredaktor – WE NEWS online

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