VSV vor ungewisser Saison: Rücktritte, Schulden, Krisensitzung
Der Villacher SV, Gründungsmitglied der ICE Hockey League (ICEHL), sieht sich nur noch wenige Tage vor dem Saisonstart mit erheblichen internen Turbulenzen konfrontiert. Nach dem jüngsten Rücktritt des Geschäftsführers Martin Winkler sowie weiterer Verwaltungsmitglieder steht der Verein laut Medienberichten finanziell und organisatorisch unter Druck. Die genaue Lage soll am kommenden Dienstag um 14:00 Uhr bei einer angekündigten Krisensitzung im Villacher Rathaus offengelegt werden.
Nach den verfügbaren Informationen belaufen sich die Verbindlichkeiten des Vereins auf mehrere Millionen Euro. Konkret werden Forderungen gegenüber dem Finanzamt und der Gebietskrankenkasse sowie Nachforderungen aus der Corona-Zeit genannt. Zusätzlich fehle dem Klub für den laufenden Betrieb ein Betrag von rund eine halbe Million Euro, heißt es in den Berichten.
Externe Vermittlung durch HCP-Vizepräsident
Inmitten dieser Lage hat sich der Präsident des italienischen Clubs HC Pustertal und ICEHL-Vizepräsident Erich Falkensteiner eingeschaltet. Falkensteiner steht nach eigenen Angaben in engem Kontakt mit dem VSV-Obmann Manfred Herzog und will als Vermittler bei der Suche nach einem neuen Geschäftsführer und potenziellen Sponsoren unterstützen. Eine direkte Finanzspritze aus seiner privaten Tasche schließt er aus.
„Ich bin durchgehend am Telefon“,
so wird Falkensteiner in den Berichten zitiert. Er werde am Dienstag in Villach anwesend sein und an der Krisensitzung teilnehmen.
Folgen für den Spielbetrieb und mögliche Szenarien
Der Klub plant derzeit, wie angekündigt, das erste Saisonspiel am Freitag bei den Pioneers Vorarlberg zu bestreiten. Ob dieses Vorhaben realisierbar bleibt, ist jedoch unklar: Vereinsseitig wurde zuletzt betont, dass ohne einen eingesetzten Geschäftsführer ein regulärer Spielbetrieb nicht möglich sei. Sollte die Suche nach einer Führungskraft und kurzfristigen Finanzierungslösungen in den nächsten Tagen erfolglos bleiben, droht der ICEHL vor Saisonbeginn, eines ihrer traditionsreichsten Teams zu verlieren.
- Offener Punkt: Präsentation des genauen Finanzstatus am Dienstag, 14:00 Uhr im Rathaus.
- Rolle Falkensteiner: Vermittlung bei Geschäftsführungssuche und Sponsorensuche, keine private Finanzierung.
- Spiel am Freitag: Geplant, aber durch organisatorische Probleme gefährdet.
Was in Villach jetzt ansteht
Für die Stadt und die Fans bedeutet die Lage des VSV eine Phase großer Unsicherheit. Der Verein stellt nicht nur eine sportliche Institution dar, sondern ist auch Teil des lokalen Vereinslebens und trägt zur wirtschaftlichen Aktivität rund um Heimspiele bei. Die angekündigte Krisensitzung wird für Klarheit sorgen müssen, vor allem hinsichtlich:
| Frage | Bekannter Stand |
|---|---|
| Gesamtschulden | Mehrere Millionen Euro (nicht genau beziffert) |
| Forderungen | Finanzamt, Gebietskrankenkasse, Corona-Nachforderungen |
| Laufender Fehlbetrag | Rund eine halbe Million Euro |
| Externe Unterstützung | Vermittlung durch Erich Falkensteiner, Teilnahme an Krisensitzung |
Die nächsten 48 bis 72 Stunden gelten als entscheidend: Sollte kurzfristig kein Geschäftsführer gefunden und keine Überbrückungsfinanzierung gesichert werden, wären sportliche Konsequenzen bis hin zum Ausschluss aus der Liga denkbar. Vertreter des Vereins und die an der Krisensitzung teilnehmenden Akteure werden von den Medien und der Fangemeinde in Villach mit großem Interesse erwartet.
WE NEWS wird die Entwicklungen weiter verfolgen und über Ergebnisse der Krisensitzung sowie mögliche Vereinbarungen mit Falkensteiner und anderen Unterstützern berichten.